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Augsburg

27.05.2019

Ein altbekannter Gastronom betreibt nun den Kiosk am Roten Tor

Der Kiosk wurde neu gestaltet.
Bild: Ina Marks

Über ein Jahr lang hat der Kiosk leer gestanden. Seit Mai gibt es einen neuen Pächter mit einem neuen Konzept. Seitdem ist die Bude kaum wieder zu erkennen.

Über ein Jahr lang stand der Kiosk an der Tramhaltestelle Rotes Tor verlassen da. Doch seit Anfang Mai herrscht in dem kleinen Holzgebäude gegenüber der Freilichtbühne neues Leben. Der Kiosk, der jetzt „Bahnsteig“ heißt, ist kaum wieder zu erkennen. Das liegt nicht nur an seiner neuen Optik, sondern auch an dem veränderten Konzept des neuen Pächters. Der ist in der Augsburger Gastroszene kein Unbekannter.

Seit acht Jahren betreibt Jürgen Weidner die Striese Bar im Ulrichsviertel. Früher hatte er jahrelang das Plazza (heute Café Viktor) im Bismarckviertel geführt. Nun hat der Augsburger zusätzlich den Kiosk von den Stadtwerken am Roten Tor gepachtet. Da er in der Nähe wohnt, sei ihm der leere Kiosk an der Straßenbahnhaltestelle täglich ins Auge gestochen.

Äußerlich hat sich der Kiosk am Roten Tor stark verändert

„Viele sagten, da könne man etwas daraus machen. Nur, irgendjemand muss den Kiosk halt auch betreiben.“ Er entschied sich dafür – in einem Gemeinschaftsprojekt mit Kollegen aus dem Striese und Freunden. Weidners Ziel war es, diese Location neu zu denken, wie er sagt. Tatsächlich ist der Kiosk kaum wiederzuerkennen.

Kioske in Augsburg,
17 Bilder
Das sind die Kioske von Augsburg
Bild: SIlvio Wyszengrad, Klaus-Rainer-Krieger, Elena Kemper, Silvia Kämpf, Ina Marks, Michael Eichhammer

Modern sieht er aus und einladend. Die braune Holz des Kiosks ist dunkelblau angestrichen, ein Künstler hat die neue Fassade zusätzlich mit weißen Mandalas bemalt, auf der Theke steht ein Topf mit Blumen. Der „Bahnsteig“ hat nichts mehr mit den Kiosken von früher zu tun, die man vielleicht mit Zeitschriften, Zigaretten, kleinen Schnäpsen und trinkfreudigen Stammgästen in Verbindung bringen mag. Weidner legt Wert auf Qualität bei Speisen und Getränke.

Sein Angebot reicht vom Cappuccino mit Bio-Café über selbst gemachte Brownies bis hin zu seinen „Strieschen“, die es jahrelang auf der Karte in der Striese Bar gab. Dabei handelt es sich um ein gratiniertes Fladenbrot, das unterschiedlich belegt wird. Im Striese sei der warme Imbiss immer der Renner gewesen, sagt Weidner.

Auch für Veganer gibt es am Roten Tor Angebote

Der Kiosk am Roten Tor wurde neu gestaltet und ist nun wieder für Kunden geöffnet.
Bild: Ina Marks

Auch Veganer kommen bei ihm nicht zu kurz. Für sie hält er sogar eigenes Eis bereit. Wichtig ist dem Gastronomen auch der Verzicht auf Plastik. Bislang ist Jürgen Weidner immer persönlich im Kiosk anzutreffen. Doch er will dort ein junges Team aufbauen. Weidner hat einige Ideen für seinen Kiosk im Kopf.

So plant er während der Aufführungen auf der Freilichtbühne auch noch in der Vorstellungspause geöffnet zu haben, damit sich Theatergäste Getränke oder etwas zu essen holen können. Zudem kann er sich gut vorstellen, dass am Kiosk mal ein Konzert stattfindet oder im Herbst Bürger überschüssiges Obst aus ihren Garten abgeben können. Aber er will sich und seinem Kiosk die nötige Zeit geben, sich zu entwickeln. Bislang ist der „Bahnsteig“ von morgens sieben Uhr bis 18 Uhr in Betrieb. Weidner schließt aber nicht aus, dass er die Öffnungszeiten in Zukunft ausweitet. Vor allem wegen der Lage hat der Kiosk für ihn Potenzial. An der Haltestelle ist viel Bewegung, durch die Nähe zur Hochschule kommen etliche Studenten vorbei.

Weidner glaubt, dass sich der „Bahnsteig“ zu einem Treffpunkt im Viertel entwickeln kann. Eine junge Frau, die gerade mit dem Fahrrad anhält und sich Eis mitnimmt, bestätigt seine Überlegungen. Mit dem Eis radelt sie nämlich weiter zur Wallanlage am Roten Tor. Dort ist sie mit einer Freundin verabredet. „Ich hatte auf dem Weg dorthin noch überlegt, wo ich etwas mitnehmen kann“, meint sie. Da kam der wieder eröffnete Kiosk gerade Recht.

Lesen Sie dazu auch diesen Artikel: Welche Kioske es noch gibt und wer dahinter steckt

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