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Affäre

05.11.2014

Ein kleiner Erfolg für Peter Grab

Ein Blogger beschuldigte den Stadtrat im Netz des Missbrauchs einer Frau. Jetzt entschuldigt sich der Autor für die Darstellung und will alle Texte löschen. Ausgestanden ist der Fall aber nicht

Es ist ein juristischer Erfolg für den mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierten Stadtrat Peter Grab, 56: Das Landgericht hat dem Internet-Blogger Arno Loeb am Dienstag untersagt, weiter Behauptungen über den angeblichen sexuellen Missbrauch einer Frau zu veröffentlichen. Verstößt der Blogger gegen die Entscheidung des Gerichts, drohen ihm eine Strafzahlung von bis zu 250000 Euro oder bis zu sechs Monate Haft. Gestern Abend entschuldigte sich Loeb für „widerliche Inhalte“ auf seiner Internetseite.

Der Blogger hatte die Vorwürfe gegen den Stadtrat und Ex-Kulturbürgermeister in der vergangenen Woche öffentlich gemacht. Er zitierte in seinem Blog eine Frau, die angibt, sie sei von Peter Grab in dessen Wohnung zuerst mit K.-o.-Tropfen betäubt und dann sexuell missbraucht worden. Außerdem veröffentlichte er intime Details aus angeblichen Sex-Chats zwischen Grab und der Frau. Zwei Tage nach den Veröffentlichungen im Internet ging die Frau am Freitag zur Polizei und erstattete Anzeige gegen den prominenten Politiker der Bürgervereinigung Pro Augsburg. Grab bestreitet den Kontakt zu der Frau nicht, weist deren Missbrauchsvorwürfe aber vehement zurück.

Bereits Ende voriger Woche forderten Grabs Anwälte den Blogger auf, die Missbrauchsvorwürfe aus dem Internet zu entfernen. Er reagierte darauf aber zunächst nicht und erklärte stattdessen, er werde weiter „berichten“. Am Dienstagnachmittag nahm er dann allerdings den ersten Beitrag, in dem die Vorwürfe detailliert geschildert werden, aus dem Netz. Am Abend erklärte er, er entschuldige sich gegenüber der Öffentlichkeit für die „widerlichen Inhalte“, welche auf seiner Internetseite zu lesen gewesen sind. Er kündigte auch an, nun alle Inhalte zur Affäre zu löschen und nicht mehr über Grab zu schreiben. Die Verfügung des Gerichts liege ihm noch nicht vor. Er werde sich aber an alle Auflagen halten. Gleichzeitig stellte er sich noch einmal hinter die Frau, über die er geschrieben hat. Er sei vom Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen nach wie vor überzeugt.

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Die Missbrauchsvorwürfe selbst wurden in dem Verfahren um die Blogeinträge nicht geprüft. Es ging nur um die Frage, ob Grabs Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Grab geht gleichzeitig auch strafrechtlich gegen den Blogger vor. Über seine Anwälte will er ihn wegen Beleidigung anzeigen. Auch gegen die Frau, die ihn schwer belastet, hat Grab eine Strafanzeige erstattet – er wirft ihr üble Nachrede und Verleumdung vor. Die Frau hat zwischenzeitlich ebenfalls einen Anwalt eingeschaltet. Bernd Scharinger vertritt ihre Interessen. Er sagt: „Ich habe den Eindruck, dass sie ihre Erlebnisse sehr glaubwürdig schildert.“ Er habe seiner Mandantin aber geraten, sich bis auf Weiteres nicht mehr öffentlich zu äußern. „Es liegt jetzt bei Polizei und Staatsanwaltschaft, den Sachverhalt zu ermitteln“, so Scharinger.

Nach Informationen unserer Zeitung haben sowohl die Frau wie auch Grab unter anderem Chatprotokolle an die Kripo übergeben. Grab wurde noch nicht von Ermittlern befragt. Auch seine Wohnung, in der laut der Vorwürfe der Missbrauch stattgefunden haben soll, wurde noch nicht durchsucht. "Kommentar

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