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Augsburg-Inningen

03.12.2020

Eiserne Hochzeit: Die Hutters aus Augsburg sind seit 65 Jahren verheiratet

Margot und Herbert Hutter sagen nach 65 Ehejahren: "Monotonie erleben wir nie".
Bild: Daniel Weber

Margot und Herbert Hutter aus Inningen feiern Eiserne Hochzeit. Die Eheleute haben immer wieder Neuanfänge gemeistert und gestalten ihren Alltag mit Freude.

Sie kommen noch aus der Kriegsgeneration. Als sie jung waren, mussten sie erfahren, was es heißt, wenn im Leben zusammenbricht, was bisher getragen hat. Und doch sind sie immer wieder aufgestanden, haben neu begonnen. Vor 65 Jahren haben Margot und Herbert Hutter geheiratet. Am 3. Dezember begehen sie ihr Eisernes Ehejubiläum. Inzwischen sind beide über 80 Jahre alt, wohnen im eigenen Haus mit Garten in Inningen und schauen voller Stolz und Freude auf all das, was in den gemeinsamen Ehejahren geworden und gewachsen ist. Die Familie mit drei Kindern, drei Enkelkindern und den Schwiegerkindern, ist groß geworden.

Die Augsburger haben sich bei Freunden kennengelernt

Geheiratet hat das Paar damals in der Heilig-Geist-Spitalkapelle. Das Auto der Brautleute war ein gemieteter VW-Bus. Margot Hutter weiß noch, wie die Gäste darüber erstaunt waren, dass ihn der Bräutigam selber zum Standesamt, zur Kirche und zum Fotografen gesteuert hat. Danach ging’s für zwei Tage auf Hochzeitsreise nach Stuttgart. „Wir waren bescheiden“, sagt Margot Hutter ohne Bedauern. Kennengelernt haben sich die beiden Augsburger schon in den Nachkriegsjahren im Freundeskreis, in den Fünfzigern dann sind sie sich erneut begegnet, die Grundlage für die Ehe war gelegt. Bescheiden war auch ihre erste kleine Wohnung bei den Eltern in Augsburg.

Die Eheleute mussten immer wieder neu anfangen. Doch weil sie einander hatten, ist dies auch immer wieder gelungen. Herbert Hutter war Kaufmann, war viel unterwegs, hatte nicht immer Glück mit seinen Arbeitgebern. musste Firmen wechseln, erlebte Firmenschließungen und Arbeitslosigkeit. „Es kamen immer wieder Einbrüche“, sagt er. Seine Frau Margot, eine gelernte Damenschneiderin, hat nach den Jahren der Kindererziehung an der Berufsschule Handarbeitsunterricht gegeben. Eine Fähigkeit, die sie heute noch nutzt. Sie strickt und näht gerne, vor allem für die Enkel. Und da ist auch noch der große Garten, der gepflegt werden will.

Eiserne Hochzeit: Corona durchkreuzt die Feier der Hutters

„Das ist mehr als eine Partnerschaft“, sagt Herbert Hutter über diese Ehe. Was sie all die Jahrzehnte getragen und zusammengehalten habe, so Margot Hutter, seien Haltungen wie Kompromissbereitschaft, Bescheidenheit und Ehrlichkeit von beiden Seiten. Auch wenn sie schon im höheren Alter sind und längst aus dem Beruf, wissen sie ihren Alltag mit Freude zu gestalten. „Monotonie erleben wir nie“, meint Margot Hutter. Dankbar sind sie für den großen Zusammenhalt der Familie. Groß miteinander feiern können sie in diesen Corona-Zeiten nicht. Aber wer weiß, vielleicht können sie in besseren Zeiten das geplante Essen mit der Familie nachholen.

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