1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Emotionaler Reuter-Abschied: Das sagen Kuka-Mitarbeiter

Augsburg

28.11.2018

Emotionaler Reuter-Abschied: Das sagen Kuka-Mitarbeiter

Kuka-Chef Till Reuter verabschiedete sich am Dienstag bei einem Spiel der Augsburger Panther von Mitarbeitern.
Bild: Siegfried Kerpf

Der scheidende Kuka-Vorstandschef Till Reuter hat 1550 Mitarbeiter zu einem AEV-Spiel eingeladen und sich von ihnen verabschiedet. Es gab emotionale Momente.

Ein Elektrotechniker in Kuka-Jacke ist direkt von der Arbeit zum Eisstadion gefahren. Er schaut sich am Dienstagabend die Partie der Augsburger Panther gegen die Grizzly Adams Wolfsburg an. Geduldig wartet er in der Schlange vor dem Stadion und freut sich aufs Spiel. Er ist an diesem Abend eingeladen. Von seinem obersten Boss. Kuka-Vorstandschef Till Reuter hat eingeladen. Er hat seinen Vertrag bei dem Augsburger Roboterhersteller frühzeitig aufgelöst und sich mit der Einladung zum Eishockey ganz spontan von seinen Mitarbeitern verabschiedet. 1550 Tickets hat er gekauft und verteilt.

"Diese Ticket-Aktion – das ist ein sehr feiner Zug von ihm", findet der Elektrotechniker. Er ist schon lange bei dem Robotik-Hersteller tätig, sieht die Zukunft nach dem Weggang von Reuter aber eher skeptisch: „Ich hoffe, Midea schließt uns nicht ganz.“

Kukaner waren schon einmal zu den Panthern eingeladen

Dass die große Eishockey-Sause für die Kuka-Angestellten einen eher traurigen Anlass hat, bedauern auch die beiden Techniker, die bei Block B an ihrem Bier nippen. „Wir freuen uns natürlich auf das Spiel, aber bitter ist es auch“, sagt einer. Reuters Geste an sich finden sie großartig. Allerdings sei das Eisstadion für interne Kuka-Festivitäten keine ganz neue Location.

Schon 2015 lud Vorstandsvorsitzender Till Reuter 3000 Augsburger Mitarbeiter zu einer Weihnachtsfeier bei einem Pantherspiel ins Stadion. Daran können sich auch die zwei Entwickler erinnern, die an einem Geländer auf den Spielbeginn und die Ansprache ihres scheidenden Chefs warten. „Bei Kuka wird eben hart gearbeitet und hart gefeiert“, lacht der eine. Große, manchmal auch großkotzige Events gehörten wohl zur Firmenkultur, meint er.

9 Bilder
Autos bauen und Bier einschenken: So vielseitig sind Kuka-Roboter
Bild: Ulrich Wagner

DSC_7373.jpg
 

Den Verdacht, es könne sich bei dem Abend um einen-PR Gag handeln, der die Mitarbeiter beruhigen soll, hegen sie nicht. Im Gegenteil: Diese Art der persönlichen Einladung passe zu Reuter, findet der Kollege, der seit 18 Jahren bei Kuka arbeitet. Warum er gehen muss – dafür hat er auch keine befriedigende Erklärung. Aber Augsburg verliere mit ihm einen großen Kämpfer für den Standort. Er befürchtet jetzt, dass auch andere gute Mitarbeiter sich nach einem neuen, sichereren Arbeitsplatz umsehen und kündigen könnten.

Kuka-Mitarbeiter sorgen sich um die Zeit nach Reuter

Auf der Tribüne hinter der Absperrung zu den Spielerbänken hört Kuka-Personalchef Frank Weinand der Ansprache von Reuter zu. Weinand, der selbst seit 20 Jahren in Augsburg ist, bedauert Reuters Abschied sehr, wie er erklärt. „2008 waren wir bei Kuka noch ein kleines Licht. Die Bankenkrise hatte auch uns zu schaffen gemacht. Dann ging es bergauf und daran hatte Reuter in den letzten zehn Jahren einen großen Anteil. Wir müssen sehen, wie wir die Folgen seines Weggangs wieder einfangen.“

Bei aller Wehmut: Es freut ihn, dass es Reuter möglich war, für so viele Mitarbeiter kurzfristig noch einen so stimmungsvollen Abend im Curt-Frenzel-Stadion zu organisieren.

Lesen Sie dazu auch unsere Analyse: Chinesen begehen bei Kuka den nächsten großen Fehler

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Augsburger Panther - Wolfsburg
AEV

6:2! Augsburger Panther zerlegen Wolfsburg

ad__pluspaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live, aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Plus+ Paket ansehen