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Augsburg

20.12.2020

Ex-Gesundheitsamts-Chef warnt bei Demo in Augsburg vor Corona-Impfstoff

Unternehmer demonstrierten am Samstag auf dem Rathausplatz gegen die Corona-Maßnahmen.
Bild: Michael Hochgemuth

Plus Rund 180 Menschen haben auf dem Rathausplatz gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Auf der Veranstaltung erneuerte der Facharzt und Epidemiologe Friedrich Pürner seine Kritik daran.

Per Videobotschaft hat sich der strafversetzte Gesundheitsamts-Chef von Aichach-Friedberg, Friedrich Pürner, am Samstag an die Teilnehmer einer Demonstration von Unternehmern gegen die Corona-Maßnahmen gewandt. Der Epidemiologe wiederholte seine schon früher geäußerte Kritik an den Maßnahmen der Bayerischen Staatsregierung und warnte davor, sich jetzt leichtfertig impfen zu lassen.

Rund 180 Teilnehmer eines regionalen Bündnisses namens "Unternehmer in Not" hatten sich auf dem Rathausplatz versammelt, um die Corona-Maßnahmen und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft zu kritisieren. Die Veranstaltung fand gemeinsam mit den Organisatoren der Vereinigung "Grundrechte wahren" statt. Nach Ansicht der Organisatorin Michaela Königsberger ist die Corona-Krise eine Viruswelle und "keine Epidemie von nationaler Tragweite", welche die scharfen Einschränkungen der Wirtschaft rechtfertige. Die Unternehmer müssten jetzt zusammenstehen und dafür kämpfen, dass die Wirtschaft nicht weiter "an die Wand gefahren" werde. Innerhalb von drei Wochen hätten sich 160 Unternehmer dem Bündnis angeschlossen.

Friedrich Pürner spricht über Videoschaltung zu den Demonstranten

Der Facharzt und Epidemiologe Friedrich Pürner war im November seines Postens als Gesundheitsamts-Chef von Aichach-Friedberg enthoben worden, nachdem er sich kritisch zur bayerischen Coronavirus-Strategie geäußert hatte, die er für falsch hält. Auf der Demo war er live per Bildschirm zugeschaltet.

 

"Ich gehe davon aus, dass die Politik Covid benutzt, um davon abzulenken, dass sie die Kliniken im Land jahrzehntelang vernachlässigt hat", so Pürner. Man habe die Krankenhäuser abgewirtschaftet. Jetzt zahle die Gesellschaft die Rechnung für dieses Versäumnis. "Corona wirkt wie ein Brennglas und zeigt dieses Versagen auf", so der Mediziner.

Corona-Impfstoff Thema bei Demonstration in Augsburg

Aufgabe eines Pandemieplanes sei es, Risikogruppen zu schützen, betonte der ehemalige Gesundheitsamts-Chef weiter. Nachdem klar sei, dass über 90 Prozent der Todesfälle über 70-jährige Corona-Patienten betreffe, müsse diese Risikogruppe besonders geschützt werden. Alle Bürger in einen Lockdown zu zwingen, sei dagegen unverhältnismäßig.

 

Auch zum Corona-Impfstoff äußerte sich der Arzt, der sich als Impf-Befürworter bezeichnet. "Wir wissen noch viel zu wenig über diesen Impfstoff", warnte er. Vor allem wandte sich Pürner dagegen, eine Impfpflicht "durch die Hintertüre" einzuführen, indem bestimmte Bereiche des öffentlichen Lebens nur noch unter Vorlage des Impfpasses zugänglich gemacht würden. "Die Impfung soll auf alle Fälle freiwillig sein", so Pürner.

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Die Diskussion ist geschlossen.

23.12.2020

Wenn ich immer höre, die Risikogruppen müssten geschützt werden. Was heißt das denn? Die Alten einfach komplett einsperren? Mir ist da kein konkreter und gleichzeitig vernünftiger Vorschlag bekannt. Allein mit Phrasen schützt man niemanden.

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22.12.2020

Solche Menschen sollten mal in andere Länder wie Italien, England usw. gesandtwerden um sich anzusehen wie es sein kann, wenn nicht richtig reagiert werden kann.
Für mich ist so ein Mensch nicht mehr tragbar und sollte definitiv seinen Beamtenstatus verlieren.

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21.12.2020

Langsam wird klar, warum die bayerische Staatsregierung Herrn Pürner als Leiter des Gesundheitsamtes abgelöst hat. Der Mann hat offensichtlich einen allzu großen Drang sich öffentlich zu äußern und die staatlichen Maßnahmen zu konterkarieren.
Dass er nun sogar öffentlich vor dem Impfstoff warnt, sollte allerdings Anlass sein, darüber nachzudenken, ob dieser Mann als Beamter noch tragbar ist. Diese Aussage überschreitet nämlich bei Weitem seine fachliche Kompetenz. Das sollte er als angeblicher Fachmann eigentlich wissen, aber der Drang zur Selbstdarstellung scheint größer zu sein...

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