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Augsburg

08.05.2020

Feldhasen hoppeln mitten durch Stadtviertel in Augsburg

Auf der Alten Flugplatzheide und auch in anderen Naturräumen der Stadt leben noch vereinzelt Feldhasen. Anwohner in Kriegshaber sorgen sich nun um Tiere auf dem Reese-Areal.
Bild: Eberhard Pfeuffer

Plus Anwohner beobachten wilde Hasen auf dem Reese-Gelände im Augsburger Stadtteil Kriegshaber. Auch in anderen Stadtteilen sind die Tiere unterwegs.

Für Anwohner in Kriegshaber sind sie ein netter und überraschender Anblick: zwei Feldhasen mit langen Ohren, die immer mal wieder über das Reese-Gelände hoppeln. „So etwas erlebt man insbesondere in der Stadt ja nur selten“, freuen sich Lisanne Kolling und Andreas Komm. Allerdings machen sich die beiden Sorgen, ob die Wildhasen in diesem Umfeld überleben können, wenn jetzt weiter gebaut wird.

Für die Bedenken gibt es einen aktuellen Anlass. Lisanne Kolling wohnt mit ihrem Lebensgefährten in der Reeseallee. Von dort kann sie auf das gegenüberliegende Gelände schauen. „Dort konnten wir zu unserem Erstaunen zwei Feldhasen sichten und uns jeden Tag daran erfreuen“, schreibt sie, und weiter: „Aufgrund des Neubauprojekts ,Reesepark I‘ sind wir sehr beunruhigt und sehen den Wohnraum unserer Feldhasen als gefährdet an.“ Weil wild lebende Hasen in der Region immer seltener werden, wünschen sich die beiden neue Ideen, um die Tiere zu retten.

Kriegshaber: Feldhasen brauchen Verstecke

In dem Bereich geht es um ein Projekt, das Menschen helfen soll, in Augsburg eine bezahlbare Wohnung zu finden. Die städtische Wohnbaugruppe baut am nördlichen Ende der ehemaligen Reese-Kaserne 141 geförderte Wohnungen. Zum Projekt gehören ein Supermarkt, ein Bäckerei-Café und ein Drogeriemarkt als Nahversorgung für die Bürger in Kriegshaber und das Quartier um den Reesepark.

Die Amsel oder auch Schwarzdrossel gehört zur Familie der Drosseln. Die Männchen sind schwarz gefärbt und haben einen gelben Schnabel. Dagegen ist das Gefieder der Weibchen größtenteils dunkelbraun.
13 Bilder
Heimische Wintervögel
Bild: dpa, Lechner, Waizenegger, Schneider, Wattolik, Eder, Ernst, NABU, delpho

Dass aber auch die Natur in der Stadt eine Chance haben sollte, wünscht sich Eberhard Pfeuffer vom Naturwissenschaftlichen Verein. Denn er sieht auch noch einen anderen problematischen Trend, der deutschlandweit zu beobachten ist. Wildtiere zieht es zunehmend in die Städte, weil sie auf dem flachen Land auf intensiv bewirtschafteten Wiesen und Feldern kaum mehr Lebensräume finden. Das gilt auch für Feldhasen. Sie fressen Wildkräuter und brauchen Verstecke für ihren Nachwuchs. Feldhasen stehen in Deutschland auf der Roten Liste bedrohter Arten. In Bayern sieht es noch etwas besser aus, aber auch hier ist die Prognose für die Überlebenschancen nicht gut.

Feldhasen gibt es an mehreren Stellen in Augsburg

Eberhard Pfeuffer beobachtet im Augsburger Süden, dass es Feldhasen vom Land in die Stadtteile zieht. In Haunstetten setzen sie sich beispielsweise im Gewerbegebiet am Unteren Talweg fest. Auch auf der Alten Flugplatzheide beim Landesamt für Umwelt kann man Hasen hoppeln sehen. Einen Lebensraum ohne Gefahren gibt es für sie dort aber auch nicht. Naturschützer finden auf der Heide immer wieder tote Hasen, die offenbar von nicht angeleinten Hunden gehetzt wurden. Pfeuffer hofft nun auf die neue Ausweisung der Alten Flugplatzheide als Schutzgebiet und darauf, dass die Stadt die Aufklärung der Bevölkerung über diesen wertvollen und artenreichen Naturraum verstärken wird. „Kleine Schilder mit der Aufforderung, Hunde an die Leine zu nehmen, genügen nicht.“

Toter Feldhase in Augsburg Haunstetten. Feldhasen sind auch im Augsburger Stadtgebiet zu beobachten.
Bild: Eberhard Pfeuffer

Der Naturforscher ist davon überzeugt, dass dann auch andere Wildtiere bessere Überlebenschancen hätten. Gerade für Stadtbewohner könne es faszinierend sein, Wildtiere vor der Haustüre zu beobachten, sagt er. „Hasenkämpfe oder spielende junge Hasen sind immer ein Erlebnis.“ In Neubaugebieten schwinde jedoch in der Regel der Lebensraum für wilde Tiere und Pflanzen. Umso wichtiger sei es, genügend artenreiche Naturflächen anzulegen und diese zu vernetzen. „Wenn man Angebote schafft, haben Feldhasen in begrenztem Umfang einen Lebensraum in der Stadt.“

Feldhasen auch im Sheridan-Park und am Kobelcenter Süd

Was plant die Wohnbaugruppe in Sachen Grün beim Projekt „Reesepark I“? Sprecherin Andrea Wolf teilt mit, dass keine zum Gebäude gehörenden Außenflächen angelegt werden, da der Park direkt an der Wohnanlage ausläuft. Es wurden und werden aber im Zuge der Gestaltung der gesamten Grünanlage Reesepark neben Rasenflächen auch extensive Wiesen angelegt, auf denen Blumen und höhere Gräser wachsen. Diese seien für den Erhalt der Artenvielfalt und den Artenschutz förderlich, sagt Wolf.

Die Wohnbaugruppe entwickelt im Auftrag der Stadt drei ehemalige Kasernenflächen. Sowohl im Sheridan-Park als auch am Kobelcenter Süd (früher Flak-Kaserne) seien nach wie vor Feldhasen zu beobachten – auch zum jetzigen Zeitpunkt, zu dem die Bebauung weitgehend abgeschlossen ist, so die Sprecherin.

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