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30.05.2012

"Fliegende" Fahrräder: Besorgte Augsburger holen die Polizei

Kran Fahrräder Bauzaun Gitter Luft Himmel Haunstetter Straße
3 Bilder
Räder in der Luft: Ein Kran an der Haunstetter Straße hebt Fahrräder, die an einem Bauzaun befestigt sind, in den blauen Himmel.
Bild: Catrin Weykopf

Weil der Chef eines Steinmetzbetriebs nicht mehr zu seiner Baustelle kommt, zieht er Zäune und angekettete Räder mit dem Kran einfach nach oben. Besorgte Anrufer holen die Polizei.

Die „fliegenden Fahrräder“ sorgen für Aufsehen: Weil in der Haunstetter Straße seit Tagen mehrere Räder an einem Kran hängen, haben sich zahlreiche besorgte Anrufer an die Polizei gewandt. In der Stadt sind die Räder Gesprächsstoff, seit am Samstag ein Foto der spektakulären Aktion in unserer Zeitung zu sehen war. Kranbesitzer Andreas Kienzle verrät jetzt, was es damit auf sich hat: Er war genervt, weil die Fahrräder den Zugang zu einer Baustelle behinderten – und zog sie deshalb kurzerhand nach oben.

„Jeder, der sich meldet, bekommt sein Rad wieder"

Andreas Kienzle ist Chef eines Steinmetzbetriebs, der direkt neben den Bahn- und Tramgleisen liegt. Weil die Haltestelle in der Haunstetter Straße immer beliebter wird, stehen dort immer mehr Räder. „Für die Fahrräder gibt es viel zu wenig Platz“, sagt Kienzle. Deshalb würden viele seinen Bauzaun nutzen, um ihre Räder sicher anzuketten. Das Problem: Als Kienzle am vergangenen Freitag zur Baustelle wollte, waren die Räder so miteinander verkettet, dass sich der Zaun nicht mehr verschieben ließ. Seine unkonventionelle Lösung: Er hob die Gitterzäune mit seinem Kran an und lässt, in rund 20 Meter Höhe, die Fahrräder nun am Himmel über Augsburg schweben.

Die Radbesitzer staunten nicht schlecht, als sie wieder auf ihre Zweiräder steigen wollten. Mehrere haben dann bei Andreas Kienzle angeklopft. Der verspricht: „Natürlich bekommt jeder, der sich meldet, sein Rad wieder.“ Es scheint aber einige Radfahrer zu geben, die bis jetzt gar nichts bemerkt haben. Bis gestern Mittag „schmückten“ noch immer vier Räder die Skyline der Stadt. Wütend habe bisher keiner der Radler reagiert, sagt Kienzle. „Sie hatten Verständnis oder mussten sogar selbst schmunzeln.“

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Bei der Polizei habe sich auch noch kein Radbesitzer beschwert, sagt Polizeisprecher Markus Graf. Die Anrufer hätten sich Sorgen gemacht, dass die Fahrräder herabstürzen könnten. Eine Polizeistreife sei vor Ort gewesen. Der Chef des Steinmetzbetriebs habe versichert, dass die Räder sicher hängen und er sie nur über seinem Grundstück baumeln lässt. Mehr hätten die Beamten zunächst nicht tun können.

Die Stadt wollte, dass der Kran verschwindet – scheiterte aber

Nicht nur die Fahrräder, auch der Kran selbst ist manchem ein Dorn im Auge. Die Stadt wollte erreichen, dass die 34 Meter hohe Konstruktion verschwindet. Der Kran, hieß es, verschandle die Stadtansicht. Kienzle liegt deshalb mit der Stadt im Clinch. Er erreichte vor Gericht, dass der Kran bleiben darf. Zumindest der Rad-Frieden dürfte aber bald hergestellt sein. Geplant ist, dass an der Haltestelle zusätzliche Radständer errichtet werden.

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