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Frauenhaus: Die Hilfe bleibt zum Teil auf der Strecke

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Kommentar Von Miriam Zissler
14.08.2018

Die Augsburger Einrichtung musste vergangenes Jahr Bewerberinnen abweisen. Dies liegt an fehlendem Personal. Eine Situation, die nicht sein darf! Ein Kommentar.

Frauenhäuser sind keine Wellnesstempel. Wer übergangsweise in solch eine Einrichtung zieht, befindet sich in einer akuten Notsituation und flüchtet vor einer Beziehung, in der es psychische aber auch physische Gewalt gibt. Im Schnitt befinden sich die Frauen und ihre Kinder einige Wochen bis Monate in der Augsburger Einrichtung und müssen dort erst einmal zu sich kommen, Erlebtes verarbeiten, neue Kraft sammeln. Das schaffen sie nicht ohne Hilfe.

Die sozialpädagogische Unterstützung ist ihr Weg heraus aus der Krise, hinein in ein neues Leben. Wenn sich aber die Sozialpädagoginnen während ihrer Arbeitszeit gleichzeitig auch noch um jede Menge Anträge und Papierkram, durchlaufende Toilettenspülungen und andere Kleinigkeiten kümmern müssen, bleibt die sozialpädagogische Hilfe auf der Strecke.

Eine umfassende und auch begleitende Beratung wäre dagegen sinnvoll – eine ausreichende finanzielle Ausstattung durch den Freistaat notwendig. Denn auch wenn die Frauen aus der Einrichtung ziehen, benötigen sie weiter Unterstützung, um die ersten Schritte in ihrer Eigenständigkeit zu meistern. Wenn der Neuanfang nicht glückt, dann geht es schnell wieder in die Abwärtsspirale und die Frauen werden wiederum weitere Anträge stellen und wieder im Frauenhaus oder andernorts um Hilfe bitten. Damit ist letztlich niemandem geholfen.

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