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07.02.2018

Frenzel soll die Fahne tragen

Entscheidung Fünf Kandidaten standen zur Wahl. Heute wird das Ergebnis offiziell bekannt gegeben. Schon gestern sickerte aber durch, wer der Glückliche ist

Pyeongchang Eric Frenzel erhält die größte olympische Ehre, die einem Sportler zuteilwerden kann: Der Nordische Kombinierer trägt wohl die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier der Winterspiele am Freitag ins Olympiastadion von Pyeongchang. Wie mehrere Medien am Mittwoch berichteten, hat sich der Oberwiesenthaler unter den fünf Kandidaten durchgesetzt. Zur Wahl bei Sportfans und deutschen Athleten standen auch Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, Skirennfahrerin Viktoria Rebensburg, Rodlerin Natalie Geisenberger und Eishockey-Nationalspieler Christian Ehrhoff.

Der deutsche Chef de Mission Dirk Schimmelpfennig wollte die Wahl von Frenzel gestern nicht bestätigen und verwies auf die Pressekonferenz heute um 9 Uhr im Deutschen Haus in Pyeongchang.

Frenzel hatte nach seiner Nominierung erklärt: „Es würde mich freuen und stolz machen, wenn es klappen würde. Ich fühle mich sehr geehrt, unter diesen fünfen zu sein. Das ist schon eine gewisse Anerkennung für unsere Sportart und für meine Person.“ Frenzel ist nach Georg Thoma vor 54 Jahren der erste Kombinierer, der eine gesamtdeutsche Mannschaft anführt. 1980 trug Kombinierer Urban Hettich die bundesdeutsche Fahne.

Frenzel hatte als Favorit bei der bis vergangenen Sonntag gelaufenen Abstimmung gegolten. Der 29-Jährige ist bei Athleten wie Sportfans beliebt. Der Sotschi-Olympiasieger ist bescheiden, äußerst fair und mit seiner Art, seinen Sport in der Öffentlichkeit zu repräsentieren, ein Vorbild für viele. Nicht umsonst wurde der fünffache Weltmeister und fünfmalige Gesamtweltcup-Sieger von den deutschen Top-Athleten 2014 zum „Champion des Jahres“ gewählt und von den Auswahl-Athleten des Deutschen Skiverbandes 2016 als DSV-Sportler des Jahres gekürt – noch vor der damals zweimaligen Biathlon-Weltmeisterin Laura Dahlmeier.

Bundestrainer Hermann Weinbuch hatte schon die Nominierung Frenzels sehr stolz gemacht. „Damit erhält unsere Sportart eine noch höhere Wertschätzung. Wir stellen den aktuellen Sportler des Jahres, waren vor zwei Jahren Mannschaft des Jahres. Das ist für eine Randsportart schon ziemlich viel“, sagte Weinbuch beim Weltcup in Seefeld vor anderthalb Wochen.

Für Frenzel dürfte die hohe Ehre ein zusätzlicher Motivationsschub sein. Nach einer durchwachsenen Saison mit nur einem Weltcup-Erfolg kommt er mit seinen Sprüngen immer besser zurecht. Der Familienmensch erhält in Pyeongchang zusätzliche Unterstützung. Seine Frau Laura und der zehnjährige Sohn Philipp, der als Asien-Fan extra „bildungsfrei“ von seiner Schule erhielt, kommen am Montag in die Olympiastadt.

Überraschend kommt die Wahl des Kombinierers nicht. Claudia Pechstein trug die Fahne 2006 in Turin bei der Schlussfeier. Umstritten war, ob sie es nun zum Olympia-Auftakt machen sollte: Aufgrund erhöhter Blutwerte war die 45-Jährige vor einigen Jahren gesperrt und kämpft seitdem für die Wiederherstellung ihres Rufes. Viktoria Rebensburg wäre nach Maria Höfl-Riesch die zweite Alpine hintereinander gewesen, die das deutsche Team ins Stadion geführt hätte. Auch Rodel-Star Natalie Geisenberger ging gehandicapt durch Sportart-Mitstreiter Felix Loch in die Ausscheidung: Er hatte das nationale Banner am Ende der Sotschi-Spiele vor vier Jahren geschwenkt.

Einen Vorteil hatte lediglich Eishockey-Nationalspieler Christian Ehrhoff: Bei der Athleten-Wahl kam ein erheblicher Anteil der Stimmen vom 25 Spieler großen Eishockey-Kader. Trotzdem machte Frenzel das Rennen. (dpa)

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