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Augsburg

27.09.2019

Fridays for Future: Wenn Klima-Aktivisten auf Politiker treffen

Am Freitag demonstrierte Fridays for Future wieder in Augsburg.
Bild: Annette Zoepf

Die Augsburger Gruppe von Fridays for Future diskutierte mit einigen OB-Kandidaten. Das Interesse war groß, lokale Themen kamen aber kaum zum Zug.

Die Runde war hochkarätig: Als die Augsburger Aktivisten von Fridays for Future über die Frage „Vertrauen in die Regierung...?“ diskutieren wollten, kamen unter anderem die drei Oberbürgermeisterkandidaten, denen im März 2020 die wohl größten Chancen eingeräumt wurden: Eva Weber (CSU), Martina Wild (Grüne) und Dirk Wurm (SPD). Das Interesse war so groß, dass im Musiksaal einige der gut hundert Zuhörer stehen mussten. Dennoch lief die Diskussion nicht so wie geplant. „Es war etwas zu viel Rumgeeiere“, lautete das Fazit von Moderator Deniz Adler, der sich selbst bei Fridays for Future engagiert.

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Vielleicht lag es an der Größe des Podiums, dass sich die Debatte teils etwas verlor. Mit dabei waren auch die OB-Kandidaten Christian Pettinger (ÖDP) und Bruno Marcon (Augsburg in Bürgerhand) sowie Roland Wegner (V-Partei) und Christine Wilholm (Linke). Für Fridays for Future war der 16-jährige Schüler Leon Ueberall auf dem Podium, Michael Motzge beteiligte sich als Bürger an der Debatte.

Moderator Deniz Adler hielt eingangs einen Vortrag zum Vertrauen in die Politik. Mit der Frage, ob Parteispenden begrenzt werden sollten, eröffnete er die Diskussion. Im ersten Teil sollten die Anwesenden weder Partei noch Namen verraten, sondern alleine mit Inhalten überzeugen. In der folgenden Diskussion wurden die Themen „Lobbyismus“, „Verlängerung der Legislaturperiode“ und „Volksentscheide auf Bundesebene“ diskutiert.

Fridays for Future: Ernüchterung bei der Diskussion

Die Debatte zerfledderte aber auch durch die Vielzahl an Themen etwas. Es kam kein inhaltlicher Austausch zustande, weil einzelne Wortmeldungen nicht diskutiert wurden. Vielmehr entwickelte sich die Debatte – auch durch Beiträge aus dem Publikum – zu einem Aufsummieren an vermeintlichem Politikversagen. Anregungen, für das Klima und Augsburg blieben aus. Dirk Wurm (SPD), der sich lange zurückhielt, meldete sich mit einer konkreten Aufforderung zu Wort: „Es wird hier die ganze Zeit darüber geredet, dass Parteien schlecht sind und ihre Funktion nicht wahrnehmen. Gehen Sie in eine Partei und kämpfen Sie da für ihr Anliegen. Man kann da was ändern.“

Auch in der aktuellen Folge unsere Podcasts "Augsburg, meine Stadt" geht es um das Thema Klimaschutz. Die Augsburger Schülerinnen Aylin Yildiz und Emma Schwaiger erzählen unter anderem, wie sie ihren Alltag zugunsten des Klimas umgekrempelt haben.

Nächstes Thema: das Klimapaket der Bundesregierung und die Frage, was die Anwesenden der Bewegung Fridays for Future raten würden. Davor hatte Leon Ueberall von einem „katastrophalen Abkommen“ gesprochen. „Wie sollen wir als Fridays-for-Future-Bewegung jetzt weitermachen?“, fragte Deniz Adler in die Runde. Der Konsens lässt sich mit „Weiter so!“ zusammenfassen.

Im zweiten Teil sollte es konkret um Augsburg gehen. Doch die Zeit lief dem Moderator davon. So sprach die Runde kurz über den Nahverkehr, blieb dann beim Thema Ernährung in Kindertagesstätten hängen, streifte die Massentierhaltung und endete mit dem Versuch, doch noch kurz auf den Verkehr zu sprechen zu kommen, was aus Zeitgründen aber bei einem Versuch blieb. So konnten auch einige vorgebrachte Vorwürfe von den Politikern nicht mehr eingeordnet oder richtiggestellt werden.

Die Chance, inhaltlich mit den Politikern über Wege und Maßnahmen für Augsburg zu sprechen, verstrich. Und auch einige Beteiligte wirkten nach zweieinhalb Stunden ernüchtert. Moderator Deniz Adler sagte: „Themen wie Verkehr, Hauptbahnhof, Königsplatz und Siebentischwald konnten wir aus Zeitgründen leider nicht mehr ansprechen.“ Zumindest saßen nach der Veranstaltung noch viele zusammen und diskutierten weiter.

Klimaprotest in Augsburg zum Abschluss der Climate Week

Am Freitag gab es auch wieder einen Klimaprotest in Augsburg: Zum Abschluss der Climate Week machten sich am Abend rund 1000 Menschen auf, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. „Auch zukünftige Generationen wollen leben. Wir werden hier sein, bis ihr handelt", lautete die Botschaft der Fridays-for-Future-Bewegung an die Politik.

Damit drückten die Demonstranten ihre Unzufriedenheit mit dem Klimaabkommen aus, das die Bundesregierung vor einer Woche beschlossen hatte. Der Protestzug zog um kurz nach 18 Uhr vom Königsplatz Richtung Blaue Kappe und weiter am Fronhof vorbei und den Leonhardsberg herunter, weiter auf den Oberen Graben und zurück zum Königsplatz.

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28.09.2019

Wieviele der Teilnehmer sind denn mir dem Auto zur Demo gefahren. Genau diejenigen sollten schon mal nicht mitreden.

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