1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Fünffingerlesturm: Stadt kippt Baugenehmigung für Treppe

Augsburg

13.02.2015

Fünffingerlesturm: Stadt kippt Baugenehmigung für Treppe

Die Außentreppe am Fünffingerlesturm hat es schon zu Berühmtheit gebracht. Sie ist seit 2008 weitgehend errichtet – nur das letzte Stück fehlt.
Bild: Anne Wall

Neue Episode im Augsburger Treppenstreit: Die ausgelaufene Erlaubnis für den Anbau am Fünffingerlesturm wird nicht verlängert. Was passiert jetzt mit dem halbfertigen Werk?

Es sind die umstrittensten Stufen Augsburgs und die Fronten bleiben hart: Die Stadt hat es abgelehnt, die Baugenehmigung für die unvollendete Außentreppe am Fünffingerlesturm zu verlängern. Die Treppe endet bislang auf halber Höhe und sorgt schon seit Jahren für Streit zwischen der Altaugsburg-Gesellschaft, die sie bauen wollte, der Stadt und einer Bürgerinitiative. Alle Vermittlungsversuche blieben bislang erfolglos.

Gestern debattierte der Bauausschuss über den Antrag der Gesellschaft, die Genehmigung für den Treppenbau zu verlängern. Sie wäre die Grundlage dafür, das noch fehlende Stück zu bauen und einen Zugang von außen zum Turm zu schaffen.

Baureferent Gerd Merkle plädierte für ein Nein: „Die Planungsunterlagen wurden falsch erstellt“, sagte er. Anders als auf den Plänen dargestellt, würde der Treppenfuß zu weit in den Gehweg hineinreichen. Die Juristin der Stadt, Carolin Rößler-Schick, sagte: „Die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs wären nicht gewährleistet.“ Es wäre aus Sicht der Stadt zu eng. Damit erreichte die Debatte wieder das juristische Zentrum des Streits.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Treppenstreit am Fünffingerlesturm: Baustopp wurde im Mai 2008 verhängt

Nachdem der Treppenbau im Jahr 2007 begonnen hatte, wurde Widerstand laut. Im Mai 2008 verhängte die Stadt einen Baustopp. Den erklärte das Verwaltungsgericht aber für rechtswidrig, weil die Altaugsburg-Gesellschaft die Treppe so gebaut habe wie geplant. Dass hinterher klar wurde, dass sie zu weit in den Gehweg ragt, sei nicht das Problem der Treppenbauer.

Dass die Stadt diesen Punkt wieder als einen Grund für die Ablehnung ins Feld führt, klingt zunächst überraschend. Laut Carolin Rößler-Schick aus dem Baureferat ist die Stadt bei der Verlängerung nicht an Aussagen aus der ersten Genehmigung gebunden, sondern kann wieder neu und frei entscheiden. Daher die Absage. Wie es mit der Treppe und dem Turm nahe der Kahnfahrt nun weitergeht, ist völlig offen.

"Treppenwitz" machte bundesweit Schlagzeilen

Seit dem Baustopp ist vor Ort nichts mehr passiert. Als „Treppenwitz“ machte das Werk bundesweit Schlagzeilen. Die Altaugsburg-Gesellschaft, die mit der Treppe den Turm erschließen wollte, hatte trotz des juristischen Erfolgs nicht weitergebaut. Sie wollte sich nach der gestrigen Entscheidung des Bauausschusses zunächst nicht äußern. Man wolle mit den Anwälten sprechen, so Vorsitzende Anne Voit. Auch die Stadt prüft noch, wie es weitergeht. Denkbar wäre es, die Altaugsburg-Gesellschaft aufzufordern, die gesamte Treppe zu entfernen. Das müsse erst geprüft werden, sagte Rößler-Schick. Laut Baureferent Merkle hat die Stadt schon früher angeboten, eventuell einen Abbau zu übernehmen.

IMG_1200.jpg
54 Bilder
Die Treppe am Fünffingerlesturm wächst
Bild: Wyszengrad, Wall, Kaya, Wall

Einer verfolgte die kurze Debatte, an deren Ende bis auf Stefan Quarg (SPD) alle gegen die Verlängerung stimmten, still: Stadtheimatpfleger Hubert Schulz. Er hatte in Gesprächen nach einer Lösung gesucht: „Ich bin inzwischen in gewisser Weise ratlos“, sagte er später: „Die Fronten waren nicht bereit, sich zu bewegen.“ Nach der Entscheidung der Stadt, die Genehmigung nicht zu verlängern, glaubt er, dass die Altaugsburg-Gesellschaft am Zug ist: „Das wird die Erbauer dazu veranlassen, sich etwas einfallen zu lassen.“

In der Debatte tauchten kurz andere Varianten auf: Die Treppe könnte etwa in der Grünanlage enden. Doch auch hier könnte es Probleme geben, weil ein Baum im Weg wäre, so Merkle.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
wohnungsnot.jpg
Interview

Exklusiv Caritas-Chef: "Wohnungsnot trifft längst die Mitte der Gesellschaft"

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen