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Richtfest

10.10.2019

Für ein normales Leben trotz Handicap

Das Wohnheim, hinter dem eine Elterninitiative steht, kostet rund fünf Millionen Euro. Jetzt wurde Richtfest gefeiert.
Bild: Michael Hochgemuth

Inklusives Wohnprojekt einer Elterninitiative in der Hammerschmiede kommt voran

Die Idee, die vor über fünf Jahren entstanden ist, hat jetzt Gestalt angenommen: Beim Neubau einer Wohnanlage mit 22 behindertengerechten Appartements für Menschen mit Handicap, wurde jetzt Richtfest gefeiert. Der Rohbau steht. Die Initiative für das Fünf-Millionen-Euro-Projekt ging von Eltern aus, die für ihre erwachsenen, behinderten Kinder in Augsburg eine geeignete Wohnform suchten und nicht gefunden hatten.

Peter Senger, Initiator dieser Elterninitiative und Vorsitzender des für das Projekt im Jahr 2017 gegründeten Vereins „Gemeinsam Wohnen mit Handicap e. V.“ war wie andere Eltern ihrer erwachsenen Kinder mit Handicap auch vom Wunsch beseelt, ihnen „ein freies, normales Leben zu ermöglichen“, so individuell wie möglich, aber auch mit so viel Hilfe und Betreuung wie nötig.

Wohnen ist das eine, die Unterstützung der Bewohner mit Handicap ist das andere: Für Letzteres ist die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ein wichtiger Partner. Der Neubau steht nicht nur neben dem AWO-Sozialzentrum Hammerschmiede, die AWO wird dort auch eine Tagespflege einrichten und hat selbst zwei der Appartements gekauft. Die Eltern habe, so Peter Senger, auch die Sorge umgetrieben, was aus ihren Kindern wird, wenn sie mal nicht mehr da sind.

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Der Verein „Gemeinsam Wohnen mit Handicap“, dem aktuell 800 Betroffene und Unterstützer angehören, ist Träger dieses Wohnprojekts. Finanziert werden konnte es durch Einlagen von Eltern mit behinderten Kindern, mit öffentlichen Wohnbaufördermitteln des Freistaats Bayern und der Stadt Augsburg und der finanziellen Beteiligung der Stiftung „Herz zeigen“. Der Bau soll im Sommer 2020 fertig sein.

Beim Richtfest würdigte Bürgermeisterin Eva Weber das Engagement der Eltern: „Sie machen Mut!“ Das Wohnprojekt sei das beste Beispiel für einen „Weg in eine inklusive Zukunft“. Den 22 erwachsenen künftigen Bewohnern werde dadurch „Selbstbestimmung, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit“ gewährt.

Sozialreferent Stefan Kiefer wies darauf hin, dass dieses Haus es ermögliche, dass die erwachsenen Bewohner in der Nähe ihrer Familien in Augsburg wohnen und arbeiten können.

Mit ihrem „richtungsweisenden Bauwerk“, so der Sozialreferent an die Eltern dieser Initiative, würden diese zu „Mitstreitern“ beim „Projekt Inklusion“, an dem die Stadt derzeit arbeitet.

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