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Augsburg: Fujitsu-Mitarbeiter machen ihren Sorgen über die Schließung Luft

Augsburg

Fujitsu-Mitarbeiter machen ihren Sorgen über die Schließung Luft

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    Die Fujitsu-Mitarbeiter bei ihrer Kundgebung beim Fujitsu-Forum in München. Sie wollen den Standort nicht kampflos aufgeben.
    Die Fujitsu-Mitarbeiter bei ihrer Kundgebung beim Fujitsu-Forum in München. Sie wollen den Standort nicht kampflos aufgeben. Foto: Silvio Wyszengrad

    „Das einzige Computerwerk in Deutschland wird zusammengeklappt - wie ein Notebook.“ So beschreibt ein Mitarbeiter die geplante Standortschließung des Fujitsu-Werks in Augsburg. Niedergeschrieben hat er den Satz auf einer braunen Packpapierbahn, wie sie die Gewerkschaft nach der ersten Betriebsversammlung Mitte November auf dem Werksgelände aufgehängt hat. Sie sollen den Beschäftigten Raum für ihre Sorgen, Nöte und auch ihre Wut geben.

    Das Angebot ist gut angekommen, viele der „Wandzeitungen“ sind mittlerweile dicht beschrieben, erzählt die IG Metall-Beauftragte Angela Steinecker und schickt unserer Redaktion einzelne Beispiele zu. Veröffentlicht haben will sie die Schriftstücke nicht. „Niemand soll anhand der Schrift erkennen können, wen welches Thema umtreibt. Es soll keinem zum Nachteil werden, dass er sich hier äußert“, sagt sie. So schreibt einer der Beschäftigten: „Wo das Geld regiert, da schweigt der Verstand.“ Auf einem Zettel steht „Bin 60, wer will mich noch?“. Andere werden konkreter und schreiben: „Ob es ausreichend Jobs in Augsburg für die Mitarbeiter geben wird?“ oder „Ich wünsche mir den Fortbestand des sehr innovativen Werks. Sich in Deutschland aus der IT-Produktion und IT-Entwicklung zu verabschieden, ist überaus dumm.“

    Die gesammelten Gedanken und Wünsche sollen übergeben werden

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    Die Beauftragte der IG Metall lässt das, vor allem kurz vor Weihnachten, nicht kalt. „ Es macht einen bedrückt und traurig und macht einem bewusst, dass wir alle eine große Verantwortung bei den Gesprächen mit der Arbeitgeberseite für die Beschäftigten und ihre Familien haben“, sagt sie. Für Erwin Helmer, Leiter der Betriebsseelsorge bei der KAB in Augsburg, ist das Angebot der IG Metall zum Gedankenaustausch daher ein guter Ansatz: „Es ist wichtig, in einem solchen Fall über die eigenen Ängste und Gefühle zu sprechen." Nur so könne man sich aus der der eigenen Isolation befreien und aktiv mit dem Thema umgehen. „Toll“ findet er auch, dass die gesammelten Gedanken und Wünsche am Ende anonymisiert an die Betriebsleitung übergeben werden sollen. „Schön wäre es, wenn man hier erkennen würde, dass es sich nicht nur um Zahlen dreht, sondern um Menschen“, äußert Helmer zaghaft einen einen eigenen Wunsch.

    Den hegt auch Angela Steinecker. Doch derzeit sieht die Realität anders aus. Vor gut fünf Wochen hat die Fujitsu-Unternehmensleitung verkündet, das letzte Computerwerk in Europa bis Ende 2020 zu schließen. Der jahrelange Kampf um den Erhalt des Augsburger Standorts scheint damit verloren. Die Gewerkschaft IG Metall will dies so jedoch nicht hinnehmen und kämpft zusammen mit dem Betriebsrat und den Mitarbeitern um eine Abkehr von den Schließungsplänen. Erste Gespräche zwischen Arbeitnehmervertretern und Unternehmensleitung haben bereits stattgefunden, Steinecker beschreibt sie als „konstruktiv“. Nun warten die Verantwortlichen auf ein Gutachten eines Wirtschaftssachverständigen, das zeigen soll, inwieweit die Schließung des Werks tatsächlich alternativlos ist. Erst dann kann in konkrete Verhandlungen eingestiegen werden. Gerüchte um einen Möglichen Plan B, der bis zu 500 Mitarbeitern den Job retten könnte, kommentiert Steinecker wie folgt: „Ich kenne keinen Plan B. Daher kann ich mich dazu nicht äußern.“

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