28.07.2014

Furiose Facetten

Jan Prax Quartett und Instant Composers

Es war eine kuriose Mischung, die da am Freitagabend den Botanischen Garten beschallte. Zum Stelldichein zweier Newcomer-Formationen, die den klaren Beweis lieferten, dass der Jazz heute mehr denn je innovative Wege auf hohem Niveau beschreitet, hatte der Internationale Augsburger Jazzsommer geladen.

Lokal anzusiedeln war das Instant Composers Ensemble, kurz ICE (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ensemble für Neue Musik aus New York). Mit Kay Fischer (Saxofone), Andi Rosskopf (Gitarre) und Harry Alt (Schlagzeug) hatten sich drei Studienkollegen zusammen gefunden, die dem Jazz in vielen abstrakten Facetten huldigten. Unterstützt durch den Münchener Bassisten Ludwig Leininger ließ das Quartett eigene Kompositionen im Rosenpavillon hören, die vom sphärischen Klangschalen-Trio mit Viertelton-Legati vom Kontrabass über eine lateinamerikanisch-arabische Mixtur und völlig freiem Spiel bis zur polyrhythmisch-kompakten Groove-Nummer reichten. Ein großartiger Ausflug in den Kosmos reinen Klang-Geschehens, dargeboten von vier hochkarätigen Musikern der lokal-überregionalen Szene.

Der Modern Jazz des in Karlsruhe angesiedelten Quartettes um den jungen Saxofonisten Jan Prax bildete einen interessanten Kontrast zum vorhergehenden Space Jazz des ICE. Hier zeigten sich vier Musiker von Weltklasse, die bereits bei den Leverkusener Jazztagen 2013 für Furore gesorgt hatten und kürzlich erst mit dem „Sparda Jazz Award“ und dem 1. Platz des „Czech Jazz Contest“ ausgezeichnet worden waren.

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Ein Quartett mit großer Intensität

Auch Prax und seine Mannen geizten nicht mit Ideenreichtum, ließen Uptempo Hard Bop, Balladen und einen Funky Tune im Fünfachtel-Metrum gleichberechtigt nebeneinander existieren. Den vielen Facetten gemein war die ungemeine Intensität, die das Quartett ausstrahlte. Mit Hannes Göller am Kontrabass und Michael Mischl am Schlagzeug hatte sich eine Rhythmusgruppe gefunden, die mit unbändiger Kraft vorwärtstrieb, während der frisch diplomierte Pianist Martin Sörös in der Begleitung wie in der Improvisation gleichermaßen glänzte. Frontmann Prax heizte mit atemraubender Technik über seine anspruchsvollen Kompositionen hinweg, als sei es die Leichteste aller Übungen. Ein energiegeladenes Furiosum erster Güte.

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