Newsticker
Gesundheitsminister entscheiden: Biontech oder Moderna für Zweitimpfung nach Astrazeneca
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Fußballspieler schlägt drei Gegner: Jetzt muss er zahlen

Prozess in Augsburg

21.01.2020

Fußballspieler schlägt drei Gegner: Jetzt muss er zahlen

Gewalt auf dem Fußballplatz: Eine Schlägerei bei der Partie zwischen dem FC Alba II und der TSG Hochzoll II hatte nun ein Nachspiel vor Gericht.
Foto: Georg Fischer (Symbolbild)

Plus Bei einem B-Klassen-Spiel in Hochzoll attackierte ein Kicker mit den Fäusten drei andere Spieler. Nun landete die Sache vor Gericht. Die Folge: eine saftige Geldstrafe.

Fußball kann extreme Freude bereiten und pure Leidenschaft sein. Große Emotionen auf dem Platz können aber auch schnell ins Negative kippen: Üble Fouls, Rudelbildung und dann fliegen die Fäuste. Ein bitteres und überdies sehr teures Nachspiel hatte der Ausraster eines 30-jährigen Kickers beim B-Klassenspiel Augsburg-Mitte zwischen dem FC Alba II und der TSG Hochzoll II am 24. März 2019. Wegen mehrfacher Körperverletzung stand der Mann jetzt vor Amtsrichter Thomas Müller-Froelich.

Das Spiel beider Teams war ein reines Derby, denn beide Mannschaften trainieren auf demselben Platz. So wurde hart um den Ball gekämpft, es gab kleinere Rempeleien. Beim Stand von 1:0 für Alba entwickelte sich offenbar ein Wortgefecht zwischen dem jetzt Angeklagten und einem Hochzoller Gegenspieler, einem 34-Jährigen. Als der Alba-Spieler den Kontrahenten wenig später foulte, kam es zum Eklat. Der jetzt Angeklagte ohrfeigte den Hochzoller, anschließend versetzte er dessen Bruder und einem weiteren Gegenspieler sogar einen Faustschlag. Der Schiedsrichter brach die Begegnung schließlich in der 30. Minute ab. Die Polizei ermittelte nach den Angriffen.

Gewalt auf Fußballplatz in Hochzoll: Geldstrafe für Spieler

Inzwischen habe sich die Stimmung zwischen beiden Teams wieder normalisiert, war im Prozess zu erfahren. Und auch die damals beteiligten Kicker haben inzwischen Frieden geschlossen. Schon vor dem Prozess hatte Anwalt Ulrich Swoboda wertvolle Vorarbeit für seinen Mandanten geleistet. Der Angeklagte zahlte den betroffenen drei Gegenspielern insgesamt 1200 Euro Schmerzensgeld. Der größte Teil floss in einen neuen Trikotsatz für den FC Hochzoll. Die bei der Prügelei leicht verletzten Spieler zogen ihre Strafanträge danach offiziell zurück und signalisierten so, dass sie persönlich kein Interesse an einer Bestrafung haben. Der Angeklagte hatte sich zudem freiwillig zu einem Anti-Aggressions-Training gemeldet, das er bereits sei längerer Zeit absolviert.

Der Prozess wegen der Rauferei ging deshalb schnell über die Bühne. Der Angeklagte gestand, entschuldigte sich bei den gewatschten Gegenspielern und dem Schiedsrichter, sodass Richter Müller-Froelich alle Zeugen ungehört nach Hause schicken konnte.

Weil die Staatsanwaltschaft ein öffentliches Interesse an der Strafverfolgung in der Sache bejaht hatte, kam der Angeklagte trotz allem nicht ungeschoren davon. Auch weil „die Gewalt im Amateursport immer mehr zunimmt“, wie Staatsanwalt Gregor Hohenadl betonte. Vor allem wegen einer Vorstrafe des 30-Jährigen fiel die Geldstrafe dann auch ziemlich saftig aus: Der Mann muss 9750 Euro berappen (150 Tagessätze zu je 65 Euro).

Lesen Sie mehr über weitere spannende Prozesse in Augsburg und Umgebung:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren