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Augsburg

31.03.2019

Gögginger Frühlingsfest: Warum es im Bierzelt so schön ist

Im Binswanger Festzelt auf dem Gögginger Frühlingsfest haben am Wochenende zahlreiche Besucher ausgiebig gefeiert. Rund 2000 passen in das Zelt.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Mit dem Gögginger Frühlingsfest beginnt die Volksfestsaison. Die meisten Besucher feiern friedlich und fröhlich, nur ein Gast rastet am Samstagabend aus.

Keiner will auf den Bierbänken sitzen bleiben. Und viele stehen schon seit Stunden auf den Bänken. Sie grölen, sie tanzen, sie schwitzen in ihren Dirndln und Lederhosen. Auf dem Gögginger Frühlingsfest sieht man kaum Besucher ohne Tracht.

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Zwischen all den Feierwütigen klatscht und trinkt auch Dennis aus Haren. Wo das ist? Im Emsland. Gut 720 Kilometer trennen Augsburg und die Stadt in Niedersachsen. „Ich habe wahrscheinlich den Preis für die weiteste Anreise verdient“, sagt er. Eigentlich besuche er Freunde in Augsburg und meistens dann, wenn das Gögginger Frühlingsfest sei. Und auch der 28-Jährige trägt eine Lederhose und ein blau kariertes Hemd. „Für mich gehört das einfach dazu, bei solch einem Fest in Tracht zu kommen“, sagt Dennis.

Knapp 2000 Feierwütige im Gögginger Festzelt

Die Entwicklung, dass immer mehr der Besucher in Lederhose und Dirndl kommen, hat auch Thomas Kempter, Junior-Chef vom Festzelt Binswanger, beobachtet: „Früher stachen die Leute in der Tracht heraus, heute ist das andersherum.“ Man sehe nur ganz wenige ohne Tracht. Und das soll was heißen bei knapp 2000 Feierwütigen. „Seit sechs oder sieben Jahren sind die Besucher deutlich jünger geworden“, sagt Kempter. Das sei auch auf dem Plärrer zu beobachten. Aber warum das so ist, kann sich der Junior-Chef nicht erklären.

Iara und René aus Augsburg haben eine Erklärung: „Es ist ein kleines Festzelt und man kennt einfach viele Leute.“ Der 22-Jährige geht schon mehrere Jahre hin. Für ihn sei es eine Art Tradition geworden. Beide waren schon am Freitag da, als Oberbürgermeister Kurt Gribl das Zelt mit dem Fassanstich eröffnete und wollen auch am Samstagabend wieder die Stimmung im Zelt genießen. „Hier sind alle ausgelassener als auf dem Plärrer“, sagt die 18-jährige Iara. Vielleicht auch, weil das Zelt ein wenig kleiner sei.

Die Partyband „Freibier“ heizte den Besuchern im Festzelt des Gögginger Frühlingsfestes gut ein.
Bild: Klaus Rainer Krieger

Stimmung im Festzelt: Lied an Lied, Prosit an Prosit

Es ist bereits kurz vor 22 Uhr. Angeheitert und wild fuchtelnd versuchen die Zeltbesucher auf den Bänken, zu „YMCA“ zu tanzen. Die achtköpfige Partyband Störzelbacher spielt nahezu pausenlos. Lied an Lied. Prosit an Prosit. Mal trägt der Sänger eine Panda-Maske, wenn er ein Medley von Cro-Songs singt. Mal trägt er einen Ski-Helm, wenn er das „Bobfahrerlied“ zum Besten gibt. Als die Band „Angels“ von Robbie Williams anstimmt und die Beleuchtung im Zelt aus ist, zückt Generation „Smartphone“ ihre Handys. Mit den Taschenlampen entsteht ein Gänsehautmoment.

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72 Bilder
Bilder: Das Gögginger Frühlingsfest hat begonnen!
Bild: Klaus Rainer Krieger

Frühlingsfest in Göggingen: Polizeistreife holt Betrunkenen ab

„Wir sind total zufrieden mit den ersten beiden Abenden“, sagt Kempter. Das Wetter sei „top“ gewesen. Das Zelt „krachend voll“. „Und alle sind friedlich“, sagt der Junior-Chef. Es habe keine Zwischenfälle gegeben. Und wenn man so herum schaut, bei all den Zeltbesuchern, wie sie auf den Bänken tanzen und singen, dann glaubt man das auch. Zwischen den Bänken huschen die Bedienungen umher und auch sie hupfen und tanzen, wenn sie nicht gerade Maßkrüge schleppen müssen.

Nur einer wollte nicht friedlich bleiben. Wie die Polizei mitteilt, hat am Samstagabend kurz vor Mitternacht ein 36-Jähriger noch nicht genug gehabt. Nach der Zeltschließung musste er vom Sicherheitsdienst vor die Tür gebracht werden. Vor dem Zelt zog er sein Oberteil aus und ging auf den Sicherheitsdienst los. Mit Pfefferspray konnte er davon abgehalten werden. Eine Polizeistreife holte den stark angetrunkenen Mann dann ab.

Und die anderen Besucher? Iara und René wollten nach dem Zeltbesuch auf jeden Fall noch in die Innenstadt schauen. Genau wie Dennis aus Haren. „Wenn ich am Montag nicht arbeiten müsste, würde ich wohl Party machen, bis die Vögel zwitschern“, scherzt er und verschwindet mit seiner Lederhose in die Nacht.

Lesen Sie dazu auch: Mit dem Gögginger Frühlingsfest beginnt die Festsaison

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Die Diskussion ist geschlossen.

01.04.2019

Hat "das" noch mit Bierzelt und "Gemütlichkeit", die es einmal gab, zu tun? Ich kenne 50 Jahre bayerische Bierzelttradition und war auch öfters nicht nur als Gast sondern auch als Mitarbeiter dabei. Aber heute? Danke - nein.

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