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Augsburg

25.01.2021

Gögginger Milchhof wird Treffpunkt mit Bürgerbüro und Stadtteilbibliothek

So soll nach den Plänen des Architekturbüros Walcher der Alte Milchhof einmal aussehen. In ihm kommen Bürgerbüro und Bücherei unter.
Foto: Wolfgang Walcher (Entwurf)

Plus Über einen Standort für ein Bürgerbüro und die Stadtteilbibliothek wurde in Göggingen jahrelang gestritten. Jetzt hat ein Architekturbüro den Alten Milchhof neu geplant.

Seit Jahren wünschen sich die Menschen in Göggingen ein Bürgerbüro. Auch für die Stadtteilbibliothek werden schon lange neue Räume gesucht. Jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Anfang Februar wollen Bildungsreferentin und Bürgermeisterin Martina Wild (Grüne) und Ordnungsreferent Frank Pintsch (CSU) im Bildungsausschuss konkrete Pläne vorlegen, wie die beiden Einrichtungen künftig im Alten Milchhof, direkt neben dem Kurhaustheater, aussehen könnten. Wenn nichts dazwischenkommt, könnte das neue Gebäude bereits Ende 2022 eröffnen.

Im Juli 2019 hatte laut Pintsch der Augsburger Stadtrat beschlossen, dass die Einrichtungen künftig im Alten Milchhof untergebracht werden sollen. Vorangegangen war eine lange Suche nach einer geeigneten Immobilie, bei der unter anderem auch das Alte Gögginger Rathaus favorisiert wurde. Die Stadtteilbibliothek sollte in die ehemaligen Räume des "Picks Raus"-Marktes neben der Stadtsparkasse ziehen. Aus Sicht der Stadt bot sich dann aber von der Lage und den Räumlichkeiten der Alte Milchhof als neuer Standort für beide Einrichtungen an.

Bürgerbüro und Stadtteilbibliothek im Alten Milchhof in Göggingen

Das Gebäude gehört einer Investorengruppe, mit der die Stadt einen langfristigen Mietervertrag abgeschlossen hat. Der Investor übernimmt auch die kompletten Baukosten für das Projekt, wie Ordnungsreferent Pintsch sagt. Er sieht das positiv: "Wir haben mit etwaigen Baukostensteigerungen nichts zu tun und zahlen nur die vereinbarte Miete."

Der ehemalige Milchhof in Göggingen wird abgerissen. Hier entstehen das neue Bürgerbüro und die Stadtteilbücherei.
Foto: Silvio Wyszengrad

Ursprünglich war geplant, den Alten Milchhof nach den Vorstellungen der Stadt umzubauen und zu sanieren. Das Projekt wird von Architekt Wolfgang Walcher, der auch schon für die Stadtteilbibliothek in Lechhausen verantwortlich war, umgesetzt. Nach einer genaueren Untersuchung der Bausubstanz habe man sich vom Umbau verabschiedet und werde den Alten Milchhof abreißen und komplett neu bauen, so der Architekt. Entgegen des Namens hat der Alte Milchhof nichts mehr mit der historischen Bebauung des Grundstücks zu tun und steht auch nicht unter Denkmalschutz, erklärt Walcher. Von der ursprünglichen Bebauung eines hufeisenförmigen Gutshofs ist nur ein Gebäude stehen geblieben, in dem heute ein Fahrradgeschäft untergebracht ist. Das Gebäude gegenüber, in dem sich eine Metzgerei befindet, stammt aus den 70er-Jahren, der Alte Milchhof wurde wohl kurz nach dem Krieg errichtet.

"Das Gebäude ist völlig wertfrei und die Bausubstanz schlecht", begründet Walcher die Planänderung. Auch die Denkmalpflege sei mit Abriss und Neugestaltung einverstanden, so der Architekt. "Auf diese Weise bekommen wir ein für die Nutzung optimiertes Gebäude mit hoher Flexibilität", sagt er.

Stadtheimatpfleger spricht von einem guten Weg

Stadtheimatpfleger Hubert Schulz sagte auf Anfrage, es gehe jetzt darum, in dem anspruchsvollen Ambiente eine zeitgemäße Lösung zu finden. Das vorgelegte Konzept berücksichtige sowohl den Bestand wie das historische Gebäude in der unmittelbaren Nachbarschaft, habe aber auch etwas mit der Neuzeit zu tun. Dass künftig Gebäude aus drei verschiedenen Bauepochen den Innenhof umschließen werden, nannte er einen guten Weg.

Das neue Gebäude wird nach den Plänen von Walcher ein moderner Bau mit viel Glas. Es werde im Inneren an das Erscheinungsbild der Stadtbücherei und auch der Lechhauser Stadtteilbibliothek angeglichen. Laut Martina Wild habe man darauf geachtet, dass es sich in das Umfeld aus Kirche, Roncallihaus und Kurhaus einfügt. Dazu wird auch der Vorplatz gestaltet und begrünt. Der Platz soll künftig, bis auf wenige Stellflächen, nicht mehr als Parkplatz dienen.

Die Räume von Picks Raus waren für die Stadtbücherei im Gespräch.
Foto: Peter Fastl

Bürgerbüro und Stadtteilbibliothek sollen sich ergänzen und während der Öffnungszeiten auch gemeinsam genutzt werden können, so Wild. So könnten beispielsweise Besucher, die im Bürgerbüro warten müssen, den Lesesaal der Bücherei nutzen oder einen Cappuccino im Büchereicafé trinken. Auf der Rückseite des Gebäudes soll ein Lesegarten entstehen, von dem aus man das Kurhaus sehen kann.

Bürgerbüro und Bücherei können getrennt genutzt werden

Das Bürgerbüro wird in einem Teil des Erdgeschosses untergebracht und hat einen verschließbaren Durchgang zur Bibliothek, so Pintsch. Auf diese Weise könne flexibel auf die unterschiedlichen Öffnungszeiten der Einrichtungen reagiert werden und Teile der Bibliothek beispielsweise für Abendveranstaltungen geöffnet werden, während das Bürgerbüro bereits geschlossen hat.

 

Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich ein Lesecafé der Bibliothek sowie Sozialräume. Im ersten Stock befindet sich der Kernbereich der Bücherei - im Dachgeschoss soll eine gemütliche Leselounge untergebracht werden. Nach dem neuen Konzept soll es in der Stadtteilbücherei nicht nur Bücher geben, es wird ein Gaming-Bereich entstehen und beispielsweise ein Kreativraum. "Wir schaffen ein Umfeld, in dem sich die Menschen aus dem Stadtteil vernetzen können", so Wild.

Sofern der Stadtrat den Plänen zustimmt und keine unvorhersehbaren Ereignisse den Baubeginn verzögern, rechnen Wild und Pintsch mit einer Fertigstellung des Gebäudes Ende 2022.

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