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02.01.2012

Gotteslob im Goldenen Schnitt

Neujahr in St. Anna mit einer Bachkantate

Eine Tournee von A bis Z startete im Festgottesdienst am Sonntag in der Augsburger Kirche St. Anna: Bis zum 31. Dezember in Zittau findet „366 + 1 – Kirche klingt 2012“ täglich an einem anderen Ort statt. Die „musikalische Stafette“ vom Kulturbüro der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland), die sich im Rahmen der Lutherdekade zum Jahresthema Reformation und Musik nach dem „Dominoprinzip“ mit Konzerten bundesweit durch alle Landeskirchen zieht, begann in der Augsburger Lutherkirche mit der Bachkantate „Nun danket alle Gott“ (BWV 192) nach dem Kirchenlied von Martin Rinckart von 1636.

Wie vom Himmel herab stiegen dabei eingangs die hohen Streicher, die durch den Einsatz ihrer tiefen Verwandten „geerdet“ wurden. Der Anlass des im Herbst 1730 entstandenen Dreiteilers mit dem Goldenen Schnitt in den Proportionen und seiner symmetrischen Besetzung ohne da capo ist unbekannt. Trotzdem passen ihr Lobpreis an den Schöpfer, die Bitte um eine günstige Zukunft und die festlich-höfische Freude besonders zu Neujahr.

Getragener Choral über quirligem Männerchor

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Stadtdekanin Susanne Kasch kombinierte die Teile mit ihrer Predigt. So waren Wort und Klang in einem Sinne eng verflochten. Für die Musiker dürfte es allerdings nicht leicht gewesen sein, nach den Unterbrechungen an Spannung und Konzentration anzuknüpfen. Es gelang, wie schon bei der Kantate zum Weihnachtsfest. Vor allem der Madrigalchor war bei diesem Werk gefordert und bewältigte die Vielstimmigkeit „Nun danket alle Gott“, die sich zum allgemeinen Dank einigte, den getragenen weiblichen Choralgesang über quirligem Männerchor in beiden Endteilen gut ausgehört und abgestimmt. Als lyrische und souveräne Solisten im Mittelpart „Der ewig reiche Gott“ brillierten wieder Sopranistin Susanne Simenec und Bassist Werner Rollenmüller, die sich vom tänzelnden Orchesterwogen miteinander oder im Wechsel tragen ließen. Dazu leitete Kirchenmusikdirektor Michael Nonnenmacher die Capella St. Anna luftig, farbig, federnd und alle Ausführenden zur vieleinigen Dankbarkeit.

Ein wirklich gelungener Auftakt.

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