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15.06.2010

Grünes Licht für neue Studie zum Umbau des Lechs

So sieht der Lech im Augsburger Stadtwald aus der Vogelperspektive aus. Im Vordergrund der Auensee und links Kissing. Im Fluss sieht man eine helle Stelle mit der vorhandenen Schwelle, an der Eon ein Kraftwerk bauen will. Foto: Aerobild Augsburg
Bild: Aerobild Augsburg

Eine parteiübergreifende politische Forderung aus Augsburg lautet: Nach der Wertach muss der Lech naturnaher umgestaltet werden. Der Freistaat kommt dieser Forderung nun ein Stück weit entgegen. Vom Umweltministerium wurden Mittel in Höhe von 100 000 Euro bewilligt. Damit sollen vorbereitende Untersuchungen finanziert werden.

Im ersten Schritt geht es um die Frage, wie die Flusssohle, die sich immer weiter eintieft, am besten stabilisiert werden kann. Das berichtete Wolfgang Schilling, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth, im Umweltausschuss des Stadtrates. Die Untersuchungen wird die Technische Universität München im Auftrag des Wasserwirtschaftsamtes durchführen. Die Experten dürften einige Zeit brauchen. Mit Ergebnissen rechnet Schilling nicht vor Ende 2010.

Am Projekt unter dem Titel "Licca liber" (freier Lech) ist das Wasserwirtschaftsamt schon länger dran. In den vergangenen Jahren sei ein verbesserter Hochwasserschutz an anderen bayerischen Flüssen aber dringlicher gewesen als eine naturnahe Umgestaltung des Lechs, der als vergleichsweise hochwassersicher gilt, so Schilling.

Neue Brisanz hat "Licca liber" jedoch durch den Antrag des Stromerzeugers Eon erhalten, der am Lech im Naturschutzgebiet Stadtwald Augsburg ein neues Wasserkraftwerk bauen will. Die Stadt muss jetzt ein Genehmigungsverfahren für den Bau der Anlage durchführen, obwohl das Projekt vom Stadtrat mit Blick auf den Trinkwasserschutz und Naturschutz politisch einhellig abgelehnt wird.

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Schilling versicherte gestern, dass die Überlegungen der Wasserwirtschaft für den Umbau des Lechs nicht von dem laufenden Eon-Antrag für ein Kraftwerk beeinflusst werden. Dass die Planungen unabhängig und unbeeinflusst von Interessen der Energiewirtschaft laufen, spielt für das städtische Genehmigungsverfahren eine wichtige Rolle.

Eine Schlussfolgerung zog gestern Stadtrat Reiner Erben (Grüne): "Wenn das Kraftwerk genehmigt wird, hätten wir eine Festlegung auf die vorhandene Sohlschwelle und die Breite des Flusses." Das sei tatsächlich ein entscheidender Punkt, bestätigte Schilling.

Fluss muss breiter werden

Bei Vorüberlegungen für den Umbau des Lechs hatten alle beteiligten Experten empfohlen, das Flussbett von derzeit rund 80 auf mindestens 100 Meter zu verbreitern, zumindest stellenweise. Eine andere Empfehlung lautet, die vorhandenen Schwellen im Fluss zwischen Staustufe 23 und Hochablass zu beseitigen und den Lech durchgängiger zu gestalten, mit rauen Steinrampen und offenem Steindeckwerk auf der Flusssohle.

Zwar dürfte es noch Jahre dauern, bis tatsächlich das nötige Geld für den Umbau des Lechs da ist, so die Einschätzung von Fachleuten. Augsburgs Umweltreferent Rainer Schaal sprach gestern aber von einem ersten Erfolg für die Stadt, weil der Freistaat immerhin die Mittel für die vorbereitenden Untersuchungen freigegeben hat. Auch aus Sicht des Wasserwirtschaftsamtes ist es wichtig, das Projekt erst einmal zur Planungsreife zu bringen. Stadträtin und Richterin Beate Schabert-Zeidler (Pro Augsburg) sieht unterdessen die Chancen steigen, dass das umstrittene Wasserkraftwerk so schnell nicht kommen kann. Bevor die neue Studie nicht vorliege, könne die Stadt wohl nicht über den Antrag für die Anlage entscheiden.

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