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Augsburg

19.04.2018

Halle 116 wird nicht zum Baudenkmal

Die Halle 116 auf dem Sheridanareal wird nicht zum Denkmal. Aber das Landesamt hält einen Erinnerungsort für sehr sinnvoll.
Bild: Marcus Merk

Die Halle 116 auf dem Sheridanareal wird nicht zum Denkmal. Aber das Landesamt hält einen Erinnerungsort für sehr sinnvoll.

Im Vorfeld war es zu vermuten, jetzt steht es fest: Die alte „Halle 116“ auf dem Sheridan-Gelände in Pfersee wird nicht als Baudenkmal in die bayerische Denkmalliste eingetragen. Das teilte das Landesamt für Denkmalpflege mit. Nach Plänen der Stadt soll die Halle 116 zum „Denkort“ werden, der an zwei Kapitel der Augsburger Geschichte erinnert: zum einen an Opfer des Nationalsozialismus, konkret an Zwangsarbeiter, die dort in einem Außenlager des Konzentrationslagers Dachau untergebracht waren. Zum anderen geht es um die Erinnerung an den Wandel nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Amerikaner Deutschland an eine stabile Demokratie heranführten.

Das Landesamt prüfte in den vergangenen Wochen, welche Spuren frühere Nutzer in dem Gebäude hinterlassen haben und ob es als Denkmal eingestuft werden soll. Eine Sprecherin verweist auf das Bayerische Denkmalschutzgesetz. Danach ist ein Denkmal „eine vom Menschen geschaffene Sache aus vergangener Zeit, deren Erhaltung aufgrund ihrer besonderen geschichtlichen, künstlerischen, städtebaulichen, wissenschaftlichen oder volkskundlichen Bedeutung im Interesse der Allgemeinheit liegt“.

Was die Untersuchung ergab

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Die Untersuchung der Halle 116 habe jedoch ergeben, dass diese besondere Bedeutung nicht (mehr) vorhanden sei. „Gestaltung und Konstruktion stechen im bayernweiten Vergleich mit ähnlichen Bauten nicht heraus. An vielen Stellen wurde die Halle durch Umbauten stark verändert“, so das Landesamt. Die Halle habe eine Ausnahmestellung, weil sie von Ende April 1944 bis Ende April 1945 zur Unterbringung von KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern genutzt wurde. Die Häftlinge seien offenbar in den Fahrzeugkompartimenten des Mittelteils untergebracht gewesen, dieser Teil der Halle scheine dafür durch mobile Drahtzäune weiter unterteilt worden zu sein. Dieses Kapitel in der Geschichte der Halle habe jedoch keine heute noch baulich fassbaren Spuren hinterlassen.

Beim Landesamt hält man dennoch die Pläne der Stadt für sinnvoll, in der Halle einen Erinnerungsort einzurichten. Dies sei auch ohne Baudenkmal möglich. Wäre das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt worden, hätte sich das wohl erheblich auf die Vorschriften für Umbau und Nutzung ausgewirkt. Die SPD-Fraktion befürchtete in diesem Fall erhebliche Schwierigkeiten bei der Gestaltung des Denkortes und Verzögerungen. (eva)

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