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Augsburg

14.06.2019

Haunstetten: An der Eichendorff-Schule fällt das Geräteturnen aus

Die Tür zum Geräteraum der Eichendorff-Schule ist verschlossen.
Bild: Annette Zoepf

Die Stadt verweist auf Sicherheitsmängel bei einer Tür. Weitere Bildungsstätten sind betroffen.

Turngeräte wie der Barren oder der Kasten gehören nicht unbedingt zu den angenehmen Erinnerungen des Autors an den Sportunterricht seiner Schulzeit. Daher nahm er den Anruf einer Mutter zweier Schüler der Eichendorff-Grundschule auch mit gemischten Gefühlen entgegen, die ihm berichtete, dort sei seit Längerem kein richtiges Turnen mehr möglich, weil der Geräteraum der Turnhalle nicht geöffnet werden könne.

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Auch andere Schulen haben derartige Geräteräume

Im Wesentlichen hat jedoch die Mutter, Alexandra Lacher, Recht: Der Leiter des Schulverwaltungsamts der Stadt, Wolfgang Färber, teilt auf Anfrage mit, die Tore zum Geräteraum würden von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung nicht mehr als sicher eingestuft und seien daher gesperrt worden, bis sie ausgetauscht werden. Ein solches Holztor ähnelt in seiner Bauart einem Garagentor, das heißt, es ragt halb geöffnet in die Turnhalle hinein, es kann hin und her schwingen und etwa einen Fuß einklemmen, und die Federn an den Torscharnieren stehen unter Spannung und können, wenn sie brechen sollten, zum Geschoss werden. Insgesamt acht der 70 Augsburger Schulen haben Geräteräume mit solchen Toren.

Das bedeutet jedoch offenbar nicht, dass nun kein richtiger Turnunterricht mehr stattfinden kann. Alexandra Lacher räumt ein, dass ihre Kinder sich nicht darüber beklagt haben, dass sie sich nun nicht mehr am Barren betätigen oder über den Kasten springen können. Die Leiterin der Eichendorff-Grundschule, Ute Guggemos, betont im Gespräch mit unserer Zeitung, Geräteturnen mache im Lehrplan nur einen kleinen Teil des Sportunterrichts aus. Weitere Lehrinhalte seien Gesundheit und Fitness, Fairness, Selbstkompetenz, Laufen, Springen und Werfen und das Spielen mit und ohne Ball. Da komme man ohne den Geräteraum aus.

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Kinderturnen ist betroffen

Eher betroffen ist die Abteilung für Kinderturnen des FC Haunstetten. Übungsleiterin Beate Kraus, die in der Turnhalle der Eichendorff-Schule zwei Gruppen mit drei- bis fünf- und mit fünf- bis zehnjährigen Kindern trainiert, meint, dass ihre Schützlinge immer sehr gern mit dem Kasten und der Langbank geübt hätten.

Dazu seien jeweils Gerätebahnen aufgebaut worden. Kleinere Geräte konnten außerhalb des Geräteraums untergebracht werden, andere sind nun tatsächlich nicht mehr zugänglich. Die beiden Gruppen verlassen laut Kraus zum 1. August die Turnhalle. Das liege aber nicht am verschlossenen Geräteraum, sondern an generell zurückgehenden Teilnehmerzahlen.

Rektorin Guggemos verweist im Übrigen darauf, dass die Tore an der Eichendorff-Schule zeitnah ausgetauscht werden, nämlich bereits nach Pfingsten. Das Schulverwaltungsamt bestätigt die Aussage. Die übrigen Schulen seien zwischen Mitte Juli und Ende August dran. Pro Tor kostet das die Stadt als Sachaufwandsträger zwischen 8000 und 12000 Euro.

Eichendorff-Schule wurde generalsaniert

Im vergangenen Jahr wurde die Eichendorff-Grundschule mit hohem Aufwand generalsaniert. Bei der Turnhalle wurden allerdings nur der Außenputz und die Elektronik erneuert.

Lesen Sie dazu auch: An einer Schule in Pfersee fällt seit Wochen Unterricht aus

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