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18.10.2016

Heide: Kritik an Regierung

Naturschützer bemängeln das Ja zur Wohnbebauung

Die Augsburger Naturschutzallianz von Umweltverbänden wirft der Regierung von Schwaben vor, mit irreführenden Informationen zur alten Flugplatzheide zu arbeiten. Streitfall ist die Wohnbebauung des Freistaats auf wertvollen Naturflächen in Haunstetten nahe dem Landesamt für Umwelt, die kürzlich von der Regierung genehmigt wurde. Regierungssprecher Karl-Heinz Meyer weist die Kritik zurück.

Die Regierung hat dort rund 80 Wohneinheiten des Freistaates für 300 anerkannte Flüchtlinge baurechtlich zugestimmt. Parallel hat sie angekündigt, der Rest des naturschutzfachlich wertvollen Grundstücks am Bischofsackerweg solle nach Absprache mit der Stadt als „geschützter Landschaftsbestandteil“ ausgewiesen werden.

Die Umweltverbände beanstanden, dass die Regierung das vier Hektar große Grundstück als Mischgebiet einstuft. Stattdessen handele es sich um ein Gewerbegebiet, auf dem Wohnbebauung nicht zulässig sei. Regierungssprecher Meyer teilte auf Anfrage mit, das Gebiet sei im rechtswirksamen Flächennutzungsplan der Stadt (zuletzt geändert mit Bekanntmachung vom 9. September 2016) als gemischte Baufläche ausgewiesen.

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Weiterhin werfen die Umweltverbände der Regierung vor, Naturschutzrecht nicht ernst zu nehmen: Zwar erkenne sie den hohen naturschutzfachlichen Wert der Flugplatzheide an, sie weigere sich aber, die Konsequenzen zu ziehen. „Hier wäre der Schutz der Natur nämlich vorrangig“, sagt Günther Groß, Sprecher der Allianz. Durch die neue Bebauung werde auch – entgegen der Behauptung der Regierung – biotopkartierter lückiger Magerrasen auf Kies zerstört. Regierungssprecher Meyer dazu: „Im Wesentlichen geht es darum, dass gerade die besonders wertvollen Bereiche nicht beeinträchtigt werden und die zuständigen Behörden Maßnahmen für einen dauerhaften Erhalt der verbleibenden Biotopstrukturen in die Wege leiten. Dieser Vorgabe wurde Rechnung getragen.“

In der Heidelandschaft geht es um über 80 gefährdete und vom Aussterben bedrohte Arten, darunter zahlreiche, die nur wenige Vorkommen in Bayern haben. „Zumindest wäre zu klären gewesen, für welche der wertbestimmenden Tier- und Pflanzenarten eine Verkleinerung der Fläche zu einer bestandsgefährdenden Situation führen kann und welche Kompensationsmaßnahmen zur Aufwertung des Gebietes in Frage kommen“, so Groß.

Weiter wird beanstandet, dass die Regierung die Restfläche nicht als Naturschutzgebiet ausweist. „Dann hätte sie das Verfahren selbst in der Hand gehabt“, so Groß. Für die Ausweisung eines „geschützten Landschaftsbestandteils“ sei die Stadt zuständig. Laut Regierungssprecher ist diese Vorgehensweise mit der Stadt abgesprochen. Die Regierung werde beim Naturschutz ihrer Vorbildfunktion nicht gerecht, so die Naturschutzallianz, dies liege aber nicht an der Fachabteilung der Behörde, sondern an der Leitung. (eva)

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