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Landtagswahl

14.10.2018

Hintersberger und Jäckel unangefochten

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Andreas Jäckel (l.) und Johannes Hintersberger (beide CSU) ziehen als Direktkandidaten der beiden Augsburger Stimmkreise in den Landtag ein. Die Grünen-Politiker Cemal Bozoglu und Stephanie Schuhknecht haben am Sonntag auch Grund zur Freude: Beide könnten den Sprung ins Maximilianeum schaffen.

Die CSU-Kandidaten gewinnen ihre Stimmkreise. Die  Gewinner sind jedoch die Grünen, die wohl jetzt zwei Abgeordnete stellen. Die SPD schmiert in Augsburg ab. 

Es war gegen 22.50 Uhr, als das Ergebnis der Landtagswahl in den beiden Augsburger Stimmkreisen offiziell feststand. Die CSU-Kandidaten Johannes Hintersberger, 64, und Andreas Jäckel, 53, lagen vorne. Sie gewannen ihre jeweiligen Stimmkreise. Hintersberger kam im Stimmkreis Augsburg-West auf 33,6 Prozent der Stimmen. Der CSU-Politiker, der seit 2003 im Landtag sitzt, verlor gegenüber der Wahl 2013 im persönlichen Ergebnis 9,1 Prozentpunkte. Im Osten setzte sich ebenfalls der CSU-Mann durch. Jäckel war erstmals angetreten. Er kam auf 30,8 Prozent.

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Zum Vergleich: Landtagsabgeordneter Bernd Kränzle kam 2013 auf 41,7 Prozent. Der 76-Jährige hatte diesmal auf die Direktkandidatur verzichtet. Er trat auf der schwäbischen CSU-Liste an. Hier hat es für ihn nicht gereicht. In wenigen Wochen endet für ihn die Zeit im Maximilianeum. Dem Landtag gehörte Kränzle seit 1990 an.

Der große Sieger in Augsburg an diesem Abend waren jedoch die Grünen, die voraussichtlich ebenfalls zwei Abgeordnete aus Augsburg stellen werden: Stephanie Schuhknecht und Cemal Bozoglu.

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Der Erfolg von Hintersberger und Jäckel hatte sich frühzeitig abgezeichnet. Bei den ersten Hochrechnungen, die um 19.26 Uhr eingingen, lagen sie vorne. Bei der Wahl 2013 hatten die beiden Augsburger Stimmkreise fünf Abgeordnete gestellt: Neben Hintersberger und Kränzle waren es die SPD-Politiker Harald Güller und Linus Förster sowie die Grünen-Abgeordnete Christine Kamm. Kamm war jetzt nicht mehr angetreten. Förster sitzt im Gefängnis. Auf diese Weise endete seine politsche Karriere. Er wurde im September 2017 unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs widerstandsunfähiger Personen zu einer fast vierjährigen Haftstrafe verurteilt. Das Landtagsmandat hatte er zuvor abgegeben, er verließ auch die SPD.

Mindestens sechs Kandidaten aus Augsburg

Nach den ersten Einschätzungen am Wahlabend dürften im neuen Landtag mindestens sechs Kandidaten aus den beiden Stimmkreisen sitzen, die die Belange Augsburgs und der Region im Freistaat vertreten werden. Dies hängt mit dem Wahlsystem zusammen: Hintersberger und Jäckel sind durch. Die Kandidaten Harald Güller (SPD), Stephanie Schuhknecht (Grüne) und Markus Bayerbach (AfD) führten die schwäbische Liste ihrer Partei an. Dies heißt in der Regel, dass sie mit ihrem persönlichen Ergebnis aus Erst- und Zweitstimme den Einzug schaffen werden.

Güller erhielt allerdings im Stimmkreis West nur noch 10,7 Prozent, im Jahr 2013 waren es 24,7 Prozent. Schuhknecht erhielt 24,3 Prozent, Christine Kamm erhielt vor fünf Jahren 11,6 Prozent. Die Personalie Schuhknecht ist deshalb interessant, weil sie bislang als Mitarbeiterin für das Landtagsbüro tätig gewesen ist und nunmehr ihre „Chefin“ Christine Kamm beerben wird.

Da es bei den Grünen eine Ämtertrennung gibt, ist absehbar, dass die 35-Jährige aus dem Stadtrat ausscheidet. Erster Nachrücker bei den Grünen ist Matthias Lorentzen (vormals Strobel), langjähriger Vorsitzender der Augsburger Grünen. Direktkandidat Cemal Bozoglu hat mit seinem Ergebnis im Stimmkreis West ebenfalls hervoragende Chancen, in den Landtag zu wechseln. Auch Bozoglu würde dann im Stadtrat aufhören. Seinen Platz könnte die frühere Bürgermeisterin Eva Leipprand einnehmen, die am Sonntagabend im Rathaus die Ergebnisse des Wahlabends verfolgte.

Markus Bayerbach ist das Gesicht der AfD

AfD-Mann Markus Bayerbach gehört seit 2014 dem Stadtrat an. Er gilt mittlerweile als das Gesicht der AfD in Augsburg. Da die AfD nur noch ihn im Stadtrat sitzen hat, wird Bayerbach wird wohl bis zur Kommunalwahl 2020 auf alle Fälle im Stadtrat bleiben. Bei der Wahl 2014 hatte die AfD vier Stadträte gestellt, drei damalige Mitstreiter von Bayerbach sind jetzt bei anderen Parteien und Gruppierungen gelandet.

Bitter war die Stimmung bei der SPD. Sie hat gegenüber der Landtagswahl 2013 erdrutschartige Verluste in Augsburg erlitten. Für Margarete Heinrich (SPD), die sich Hoffnung auf den Einzug in den Landtag machte, sieht es nicht gut aus. Sie kam im Stimmkreis Ost auf 10,5 Prozent, im Jahr 2013 hatte Förster 26,3 Prozent erreicht. Was die SPD jetzt an Boden verlor, legten die Grünen im direkten Vergleich zu. Das Ergebnis, welche Kandidaten über die Liste in den Landtag einziehen, wird aller Voraussicht nach erst am Montag feststehen. Zwei Kandidaten könnten dabei noch überraschen. AfD-Mann Andreas Jurca muss abwarten, ob er in der Großstadt Augsburg genügend punkten konnte. Anders sieht es bei Maximilian Deisenhofer aus. Der Grünen-Kandidat lebt in Augsburg, Er trat im Kreis Augsburg-Land-Süd an. Der Berufsschullehrer stand auf Platz vier der Liste.

Da Deisenhofer als schwäbischer Grünen-Chef einen vergleichsweise hohen Bekanntheitsgrad hat, könnte er ebenfalls in den Landtag einziehen. Insofern könnte man ihn künftig als Augsburger Abgeordneten führen.

Lesen Sie dazu den Kommentar von Nicole Prestle:

Ein Omen für die nächste Kommunalwahl

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