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Augsburg

30.08.2019

Im Augsburger Textilviertel entsteht ein besonderes Hotel

In diesem denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Kammgarnspinnerei soll ein Hotel entstehen. Damit die Bausubstanz nicht angegriffen wird, wird im Bauwerk ein neues Haus entstehen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Das Hotel mit 159 Zimmern in einem denkmalgeschützten ehemaligen Fabrikgebäude soll Ende 2020 eröffnen. Die Bauarbeiten laufen schon.

Die Pläne für ein Hotel im ehemaligen Kesselgebäude auf dem früheren Fabrikareal der Kammgarnspinnerei im Textilviertel gibt es schon seit 2011. Nach mehreren Planänderungen laufen die Bauarbeiten inzwischen aber auf vollen Touren. „Wir peilen Ende 2020 als Fertigstellungstermin an“, sagt Wolfgang Wagner von der Firma AKS Business Hotel, die das Projekt initiierte.

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Die Arbeiten sind aufwendig: Damit die denkmalgeschützte Substanz des alten Kesselhauses so wenig wie möglich angegriffen wird, wird innerhalb der alten Hallen ein modernes Gebäude hochgezogen, das die Hotelzimmer beherbergt. Mit dem Hotelbau geht die Entwicklung der früheren Industriebrache allmählich auf ihren Abschluss zu.

Vor 15 Jahren endete der Betrieb der AKS

Vor 15 Jahren stellte die Augsburger Kammgarnspinnerei (AKS) – eine der traditionsreichen Augsburger Textilfabriken – ihren Betrieb ein; die Konkurrenz aus Fernost hatte der Augsburger Textilindustrie seit den 1980er Jahren zunehmend zugesetzt. Es entstanden neue Mehrfamilien- und Reihenhäuser, in historische Gebäude zogen das staatliche Textilmuseum sowie das Stadtarchiv ein. Inzwischen haben sich auch Supermärkte angesiedelt – sie wurden teils unter bestehende sogenannte Shed-Dächer eingebaut, die mit ihren Glaselementen früher für Tageslicht in den Fabrikhallen sorgten. Doch an der zentralen Achse des neuen Quartiers, das sogar einen Preis für Baukultur bekam, sind aktuell noch die Bauarbeiter zugange.

In alten Fabrikhallen entlang der denkmalgeschützten Fabrikstraße entstehen aktuell 42 Wohnungen und Lofts. Mit 5000 Euro pro Quadratmeter müssen die neuen Eigentümer für eine Wohnung im Industrie-Ambiente aber tief in die Tasche greifen. Und auf der gegenüberliegenden Seite entsteht gerade das Hotel.

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Im Augsburger Textilviertel entsteht ein besonderes Hotel
Bild: Silvio Wyszengrad

Über eine Wohnnutzung habe er anfangs auch nachgedacht, so Heinz Schnürch von der AKS Business Hotel, die nach dem AKS-Ende das Areal kaufte und entwickelte. Allerdings wäre dies unter anderem wegen der Lichtverhältnisse schwierig umzusetzen gewesen. So sei die Idee eines Hotelbetriebs entstanden. Im ehemaligen Kesselhaus, 1893 von Architekt Jean Keller entworfen, wurde früher die Energie für den Fabrikbetrieb erzeugt. Ein 80 Meter hoher Schornstein, der aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten bleibt, zeugt noch von dieser Vergangenheit, ebenso wie mehrere Stockwerke hohe Dampfkessel, die ebenfalls unter Denkmalschutz stehen. Überhaupt bleibt ein großer Teil des Gebäudeinnenlebens auf Geheiß der Denkmalschützer erhalten. Für einen Teil gab es Abrissgenehmigungen, um das Gebäude überhaupt nutzen zu können, doch der gesamte Keller wird nach wie vor von historischen Rohrleitungen durchzogen. Durch Glaseinsätze im Fußboden werden die Hotelgäste vom Gastro-Bereich aus künftig auf die alte Maschinerie blicken können, über ihren Köpfen wird ein alter Kran schweben.

Neues Hotel: Ein aufwendiges Bauprojekt im Augsburger Textilviertel

Um das fünfstöckige Haus im Haus bauen zu können, bekam das Gebäude praktisch ein neues Fundament, indem erst Zement ins Erdreich gespritzt wurde, auf den dann neue Stützen gestellt werden konnten. Mehr als 30 Millionen Euro werden ins Gebäude gesteckt, um es fit für den Hotelbetrieb zu machen, so Wagner und Schnürch.

Das Augsburger Star Inn soll als gehobenes Drei-Sterne-Haus künftig sowohl Geschäftskunden als auch Touristen ansprechen. Die Lage in einem denkmalgeschützten Gebäude mit gleichzeitig moderner Ausstattung sei etwas Besonderes, so Andreas Grottke von Star Inn. Man sehe in Augsburg Potenzial, etwa aufgrund des Welterbe-Titels. Eigentümer des Hotelgebäudes sind mehrere Investoren, die zimmerweise Anteile am Gebäude kaufen konnten. Die Verwaltung übernimmt das Augsburger Unternehmen Peter Wagner Immobilien AG.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Stefan Krog: Wie der Wandel im Textilviertel ausstrahlen kann

Hier lesen Sie mehr: Wie das Textilviertel zum schicken Wohngebiet wurde

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