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Augsburg

25.04.2019

Immer mehr Hühner landen im Augsburger Tierheim

Hahn Costa Cordalis ist ein Fundtier. Er wurde beim Tierschutzverein Augsburg abgegeben.
Bild: Sabina Gaßner

In Augsburg werden zunehmend herrenlose Nutztiere beim Tierschutzverein abgegeben. Etwa der Hahn Costa Cordalis. Was steckt dahinter?

Hahn Costa Cordalis irrte Ende März im Osten Augsburgs umher. Er wurde als Fundtier im Tierheim abgegeben. Nur zwei Wochen später tauchte im Süden der Stadt das herrenlose Huhn Gudrun auf. Es landete ebenfalls in der Obhut des Tierschutzvereins. Dort häufen sich die Fälle, in denen Nutztiere ihren Besitzern verloren gehen.

Die Geschäftsführerin der Tierschutzvereins Augsburg, Sabina Gaßner, sagt, „gefühlt bekommen wir immer mehr Nutztiere als Fundtiere“. Das sei in einer Großstadt wie Augsburg schon ungewöhnlich. Denn Hühner, Enten, Schafe oder Ziegen werden normalerweise auf dem Land gehalten, meistens auf Bauernhöfen. Und dort kümmern sich Besitzer in der Regel darum, dass sie entlaufene Tiere zurückbekommen.

Das Kamerun-Schaf Cinderella war ein spektakulärer Fall

In den vergangenen Jahren haben verloren gegangenen Nutztiere im Augsburger Tierheim kaum eine Rolle gespielt. Pro Jahr seien nur etwa zwei bis vier als Fundtiere abgegeben worden, so Gaßner. Im vergangenen Jahr ging die Zahl dann sprunghaft nach oben. Ein spektakulärer Fall war das herrenlose Kamerunschaf Cinderella. Das Jungtier wurde im Sommer auf einer außen liegenden Kellertreppe eines großen Wohnhauses in Gersthofen gefunden. Keiner konnte sich erklären, wie es dort hingekommen war. Der Besitzer war nicht ausfindig zu machen. Cinderella wurde schließlich von der Gersthofer Feuerwehr beim Tierschutzverein abgegeben.

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2018 musste das Tierheim zwei Schafe, eine Gans, einen Hahn und fünf Enten beherbergen – alle waren herrenlos aufgefunden worden. In diesem Jahr scheint sich der Trend fortzusetzen. Im März und April landeten ein weiterer Hahn und eine Henne unabhängig voneinander als Fundtiere im Tierheim. Das Problem: „Bei Nutztieren, die in der Stadt gefunden werden, lässt sich der Besitzer in der Regel nur schwer ermitteln“, sagt Gaßner. Im Tierschutzverein beobachtet man aber auch einen anderen Trend. Danach halten immer mehr Städter Federvieh oder Weidetiere.

Was passiert mit herrenlosen Hühnern, Schafen und Co.?

Insbesondere Hühner sind groß in Mode. Tierfans seien sich aber sehr häufig nicht darüber im Klaren, wie viel Arbeit es macht, Nutztiere daheim zu halten, sagt Gaßner: „Hühner machen viel Schmutz, sie haben häufig Parasiten und der Rasen im Garten sieht auch nicht mehr schön aus.“

Der Vorsitzende des Tierschutzvereins, Heinz Paula, appelliert: „Wer Nutztiere halten will, sollte sich diese Anschaffung vorher gut überlegen.“ Für Neulinge biete der Tierschutzverein deshalb regelmäßig Seminare an, in denen Fachleute ausführlich über die Bedürfnisse der jeweiligen Tiere und die Anforderungen an eine gute Tierhaltung informieren.

Doch was passiert mit Hühnern, Schafen und Co., die von ihren Besitzern nicht mehr aus dem Heim abgeholt werden? Gaßner sagt, dass solche Nutztiere auf Gut Morhard in Königsbrunn eine neue Heimat bekommen. Das Gut gehört dem Tierschutzverein. Dort fühlt sich nicht nur nur das Kamerunschaf Cinderella unter Artgenossen wohl. Auch Hahn Costa Cordalis hat sich eingelebt. Er ist Chef einer Hühnerschar und kann dort so oft und laut krähen, wie er will.

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