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Region Augsburg

17.02.2020

Immobilien-Preise: Auf dem Land ist Wohnen noch relativ günstig

In Augsburg steigen die Immobilienpreise rasant. Doch wie sieht es im Umland aus?
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Plus Zuletzt sind die Preise für Grundstücke und Immobilien im Raum Augsburg kräftig gestiegen. Zwischen Stadt und Land gibt es aber immer noch große Unterschiede.

Wer auf der Suche nach Bauland oder einer Immobilie ist, erlebt harte Zeiten. Die Preise klettern und klettern vor allem in Augsburg – das Angebot ist teils gering. Lohnt sich der Blick ins Umland? Die Antwort: Jein.

„Angesichts des Marktgeschehens in Augsburg wird in die Außenbereiche ausgewichen“, sagt der Augsburger Makler Florian Schreck, stellvertretender Vorsitzender des Immobilienverbands IVD-Süd. In direkt angrenzenden Umlandgemeinden wie Friedberg, Stadtbergen oder Neusäß ist das Preisniveau teils ähnlich wie in Augsburg.

Je weiter man wegkommt, heißt es in einem Papier von Stadt, Landkreisen und IHK zu den Auswirkungen der Uniklinik-Werdung des Augsburger Klinikums für die Region, desto stärker sinken Kauf- und Mietpreise mit Ausnahme von Mering und Adelzhausen (Kreis Aichach-Friedberg), die entlang der Bahnlinie bzw. Autobahn nach München liegen. Das Thema Wohnraum werde für die Region insgesamt zur Herausforderung, so eine zentrale Botschaft des Papiers.

Wohnungsmarkt: Hohe Preise in München strahlen auf Augsburg ab

Was im Raum Augsburg im Kleinen abläuft, findet in Bayern im größeren Maßstab statt. Augsburg, das mit seinen Preisen ins eigene Umland ausstrahlt, sei seinerseits längst in den Preissog von München geraten, sagt Professor Stephan Kippes, Leiter des IVD-Instituts. „Das hohe Niveau aus München geht an den Ästen entlang nach außen“, beobachtet Kippes. Augsburgs gute Verkehrsanbindung an München befördere diesen Effekt.

In Augsburg bezahlte man 2017/2018 für ein gebrauchtes Ein- oder Zweifamilienhaus im Durchschnitt 584.000 Euro, so der Immobilienbericht des städtischen Gutachterausschusses. 2014 zahlte man für ein Haus noch 353.000 Euro in der Stadt.

Auch bei Wohnungen gibt es eine Preissteigerung in der Stadt. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis lag im Jahr 2014 für eine gebrauchte Wohnung bei 1900 Euro, im vergangenen Jahr bereits bei 3040 Euro. Bei Neubauwohnungen liegt der Quadratmeterpreis inzwischen bei rund 5000 Euro (2014 waren es noch 3500 Euro).

Auch beim Bauland wird es in Augsburg immer teurer: Von 2014 auf 2018 stiegen die Preise laut Gutachterausschuss um 50 Prozent. Je nach Lage im Stadtgebiet gibt es aber deutliche Unterschiede im Preis: Während die Bodenpreise in Inningen noch relativ gering sind (ab 290 Euro pro Quadratmeter für Einfamilienhäuser), geht es im Spickel oder in Göggingen mit Quadratmeterpreisen von über 500 Euro los.

In Augsburg wird viel gebaut. Aber auch die Nachfrage ist hoch. Unser Foto zeigt ein Wohngebiet im Reese-Areal, wo viele neue Wohnungen entstehen.
Bild: Ulrich Wagner

Im Landkreis Augsburg bezahlte man 2017/18 für ein durchschnittliches Einfamilienhaus 406.000 Euro. Zu beachten ist allerdings, dass die Spannweite enorm ist. Während im Augsburger Speckgürtel laut Grundstücksmarktbericht Durchschnittswerte von um die 3500 Euro je Quadratmeter erreicht wurden, ist es in den Staudengemeinden rund um Fischach nur die Hälfte. In der Zwischenzeit hat sich die Preisspirale munter weitergedreht. Experten gehen von einer jährlichen Preissteigerung von fünf bis zehn Prozent aus. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern ging es zwischen 2014 und 2017/18 und 40 Prozent nach oben, bei Eigentumswohnungen sogar um 50 Prozent.

Eine durchschnittliche Gebrauchtwohnung (75 Quadratmeter) kam 2017/18 auf 227.000 Euro. Noch rasanter ging es bei den Grundstückspreisen nach oben. Bauland verteuerte sich zwischen 2016 und 2018 in manchen Gemeinden laut Bodenrichtwerttabelle um 50 Prozent. Teuerstes Pflaster ist Stadtbergen mit fast 600 Euro für den Quadratmeter, günstigstes Langenneufnach in den Stauden mit weniger als 100 Euro.

Der offizielle Grundstücksmarktbericht für den gesamten Landkreis wird erst erarbeitet und soll laut Landratsamt zur Jahresmitte veröffentlicht werden. Die Entwicklung ist aber vergleichbar mit den Preissteigerungen in der ganzen Region. Speziell an den beiden Hauptverkehrsachsen des Wittelsbacher Landes in Richtung München geht es noch stärker nach oben. Hier wird der Markt durch Neubürger aus der extrem teuren Großstadt angeheizt.

Immobilien werden teurer: Es trifft auch kleine Gemeinden

Zum einen trifft das die vergleichsweise kleinen Gemeinden und Ortsteile an der Autobahn A8. Zum anderen die größeren Siedlungsschwerpunkte Kissing und Mering im südlichen Landkreis an der Bahnlinie Augsburg–München. Laut einem Immobilienmarktreport der Wirtschaftsregion Augsburg A3 zahlte man 2018 für eine Doppelhaushälfte oder Reihenhäuser im Durchschnitt 473.000 Euro und maximal bis zu 686.000 Euro. 2015 waren es im Mittel noch 337.000 Euro. Auch bei Eigentumswohnungen gibt es eine deutliche Preissteigerung im Wittelsbacher Land. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis lag im Jahr 2015 für eine gebrauchte Wohnung bei 2017 Euro, im Jahr 2018 bereits bei 3050 Euro. Bei Neubauwohnungen lag der Quadratmeterpreis 2018 bei rund 4150 Euro (2015 waren es noch 3160 Euro).

Bauland wird im Wittelsbacher Land deutlich teurer

Zahlen gibt es auch zur Baulandpreis-Entwicklung. In nur zwei Jahren ist der Durchschnittspreis laut Gutachterausschuss für einen Quadratmeter Wohnbauland im Landkreis um 70 Euro gestiegen. Das teuerste Pflaster bleibt Friedberg mit bis zu 760 Euro pro Quadratmeter (Stand: Ende 2018). Zwei Jahre zuvor waren es 600 Euro. In Aichach verlief die Steigerung moderater von 550 auf 590 Euro. Die höchsten Preise werden erfahrungsgemäß für Innenstadtlagen bezahlt. Grundlage für diese sogenannten Bodenrichtwerte sind die Immobiliengeschäfte im Jahr 2018.

Lesen Sie dazu auch einen Kommentar von Redakteur Stefan Krog: Wohnraum in Augsburg: Regelt’s der Markt oder die öffentliche Hand?

Lesen Sie auch: Wie Augsburg für mehr bezahlbare Wohnungen sorgen will

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Die Diskussion ist geschlossen.

17.02.2020

Solange die Menschen immer noch bereit sind, für solch überteuerten Immobilien so viel Geld auszugeben , wird sich hier nichts ändern. Es ist beschämend, dass hier die Politik immer noch nicht tätig geworden ist. Auf was wartet sie?

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18.02.2020

Wir brauchen endlich eine Lohnobergrenze für Bauhandwerker und Beschäftigte der Baustoffindustrie.

Gewinne in der Bauindustrie werden zu 100% besteuert - denn das ist sozial und motiviert!

Flächenschutz bremsen - mehr Menschen haben mehr Recht auf mehr Bauplatz!

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