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Augsburg

30.05.2015

Immobilien: So teuer und so gefragt wie nie

Immobilien sind in Augsburg gesucht – vor allem bezahlbare.
Bild: Anne Wall

Das Interesse an gebrauchten Wohnungen und Häusern in Augsburg ist nach wie vor sehr hoch. Daran ändern auch stark steigende Preise nichts.

Als Andreas Klein vor einigen Jahren im Immobiliencenter der Augsburger Stadtsparkasse angefangen hat, kannte man dort noch noch jeden kaufinteressierten Kunden persönlich. Heute befinden sich bis zu 13000 Interessenten in der Datenbank. Und das obwohl die Immobilienpreise in Bayern einen neuen Höchststand erreicht haben. Das geht aus dem Marktspiegel der bayerischen Sparkassen hervor.

Das hat auch für den Augsburger Markt Konsequenzen. „Im Neubaubereich ist die Vermarktungszeit im Vergleich zu den vergangen zwei, drei Jahren deutlich nach oben gegangen“, so der Leiter des Immobiliencenters.

Hätten die Kaufinteressierten noch vor wenigen Jahren sofort zugegriffen, sind nun Preisregionen erreicht, wo länger darüber nachgedacht wird, ob die Immobilie nun erschwinglich ist oder nicht. Teure Rohstoffe und neue Richtlinien der Energiesparverordnungen würden die Kosten auch weiter in die Höhe treiben. „Der Kunde fragt sich natürlich schon, ob er für eine neugebaute Wohnung so viel zahlen will wie früher für ein Haus“, sagt Andreas Klein.

Auf den Neubauten bleibt dennoch niemand sitzen. „Es dauert zwar ein bisschen länger, aber trotzdem findet jedes Angebot auch einen Käufer. Letztlich sind für die Münchner die Preise bei uns ja immer noch bezahlbar, wohingegen sich in der Landeshauptstadt viele nichts mehr leisten können.“

Bis 450.000 Euro im Schnitt für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser

Das belegt auch der Marktspiegel der bayerischen Sparkassen: Während Käufer für gebrauchte, frei stehende Ein- und Zweifamilienhäuser im Kreis Augsburg im Schnitt 350.000 bis 450.000 Euro bezahlen, werden in der Stadt Augsburg bis zu 550000 Euro fällig. In München hingegen sei es schwierig, solch eine Immobilie unter einer Million Euro zu bekommen.

Während sich die Nachfrage nach Neubauten in Augsburg etwas beruhigt hat, ist die Suche nach gebrauchten Immobilien ungebrochen hoch, so Klein: „Die Interessierten in unserer Datenbank erhalten alle neuen Angebote unseres Hauses in einem Newsletter. Wenn die gebrauchten Immobilien innerhalb einer Woche nicht weg sind, kommen die Angebote in unsere Online-Portal. Allerdings sind die meisten tatsächlich innerhalb dieser einen Woche bereits vergriffen und kommen so gar nicht mehr ins Internet.“ Auch wenn die Preise in den vergangenen Jahren „massiv“ gestiegen sind, seit 2010 bis zu 50 Prozent, seien Immobilien als Kapitalanlage nach wie vor sehr beliebt. „Da gibt es immer noch gute Renditechancen. Die Lage ist das A und O beim Immobilienerwerb. Außerdem sollte auf eine gute Vermietbarkeit geachtet werden“, so Klein. Das Betongold habe eine unheimlich Renaissance erlebt, die immer noch andauern würde. Klein: „Der Markt ist trotz der hohen Nachfrage nicht dicht. Viele Erben verkaufen ihre Häuser, beispielsweise die Siedlerhäuschen im Bärenkeller oder der Hammerschmiede, weil sie selber schon versorgt sind.“

Finanzexperte rät zur Vorsicht

Wolfgang Borcherts, Geschäftsführer Finanzen des Verbraucherservice Bayern, rät bei all der Euphorie über niedrige Zinsen allerdings zur Vorsicht. „Die meisten Kredite laufen über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren. Es ist davon auszugehen, dass die Zinsen für Darlehen steigen werden“, sagt er. Das würden viele Käufer verdrängen.

Das Resultat: „Dann fliegt denjenigen, die ohne viel Eigenkapital kalkuliert haben, die Finanzierung um die Ohren, weil sie ohnehin schon auf Kante genäht war.“ Borcherts rechnet damit, dass sich der überhitzte Markt am Ende wieder selber bereinigen wird. „Die Frage ist nur wann?“, sagt er.

So lange hofft er, dass sich viele Kaufinteressierten im Vorfeld genau über ihre Kapitalanlagen informieren. „Zu uns kommen die meisten erst, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.“

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