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Augsburg

11.02.2015

In Kriegshaber entsteht ein neues Hospiz

Den letzten Lebensabschnitt in Würde gestalten wollen die Mitarbeiter im St.-Vinzenz-Hospiz. Die Einrichtung in Hochzoll ist immer voll belegt. In Kriegshaber wird das Angebot erweitert.
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Den letzten Lebensabschnitt in Würde gestalten wollen die Mitarbeiter im St.-Vinzenz-Hospiz. Die Einrichtung in Hochzoll ist immer voll belegt. In Kriegshaber wird das Angebot erweitert.
Bild: Anne Wall

Weil am Standort in Hochzoll zu wenig Platz ist, zieht die Einrichtung auf ein Grundstück der Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit. Künftig werden dort bis zu 14 Schwerstkranke betreut

Seit 1997 werden im St.-Vinzenz-Hospiz in Hochzoll schwerstkranke und sterbende Menschen gepflegt und betreut. Jetzt will der Trägerverein sein Angebot ausbauen. Weil die Erweiterung am bisherigen Standort nicht zu verwirklichen ist, war er auf der Suche nach einem neuen Grundstück. Gefunden hat er es auf dem Areal der Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit an der Ulmer Straße in Kriegshaber. Mit dem Hospiz-Neubau soll 2016 begonnen werden. Als Einzugstermin peilt Pfarrer Armin Zürn, Vorsitzender des Trägervereins, Frühjahr 2017 an. So lange kann die Einrichtung in der Hochzoller Nebelhornstraße zur Miete bleiben.

Der Entschluss zur Erweiterung kommt nicht von ungefähr: Das Haus in Hochzoll, das Schwerstkranke und Sterbende aus dem Großraum Augsburg betreut, hat permanent eine Warteliste. Die 133 Frauen und Männer, die dort 2013 versorgt wurden, verweilten im Schnitt 25 Tage im Haus. Mit einer Kapazitätserweiterung von bisher neun auf künftig 14 Plätze soll der Engpass gemildert werden. „Die Krankenkassen haben für Augsburg und Umgebung einen erhöhten Bedarf an Hospizbetten anerkannt und dem St.-Vinzenz-Hospiz die Genehmigung in Aussicht gestellt“, sagt Zürn.

Der Neubau soll 16 Einzelzimmer mit Terrassen und Balkonen beherbergen. Damit können 14 Gäste stationär betreut werden. Gleichzeitig gibt es Räume, in denen Angehörige in Ruhe und Würde Abschied von einem Verstorbenen nehmen können. Ebenso wie die Gästezimmer befindet sich der Veranstaltungs- und Schulungssaal für bis zu 75 Personen, den auch die Pfarrei unentgeltlich nutzen kann, im Erdgeschoss. Im Obergeschoss finden unter anderem die Verwaltung sowie ambulante Dienste und Beratungsangebote Platz.

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Auch wenn der Trägerverein ursprünglich einen Standort in der Innenstadt gesucht hatte, ist er mit dem Grundstück in Kriegshaber unter anderem wegen der guten Anbindung und der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr zufrieden.

Die Kosten für das neue Hospiz belaufen sich nach ersten Schätzungen auf rund vier Millionen Euro. Zürn erwartet von der Diözese erhebliche Zuschüsse. Neben Eigenmitteln sei der Verein aber auch auf Spenden von rund einer Million angewiesen, sagt er. Angesichts der aktuellen Diskussion über Sterbehilfe und -begleitung sieht er in der Hospizerweiterung einen „deutlichen Akzent für das Leben“.

Für den Neubau müssen bestehende Gebäude weichen: Sowohl das Pfarrheim als auch das ehemalige Mesnerhaus mit zwei Mietwohnungen werden abgerissen. Auch wenn die Gemeinde den Saal des Hospizes mitbenutzen darf und das Pfarrhaus für ihre Bedürfnisse umgebaut werden soll, nahm sie die Nachricht mit gemischten Gefühlen auf. Sie sieht ihr Pfarrleben beeinträchtigt.

Dass sich die Kirchenstiftung dazu entschloss, dem Vinzenz-Hospiz das Grundstück auf Erbpacht zu überlassen, hat finanzielle Gründe: Der Unterhalt des rund 50 Jahre alten Pfarrheims in der Ulmer Straßestellt längst ein wirtschaftliches Problem dar. Die Diözese musste in der Vergangenheit zum Unterhalt kräftig dazubuttern. Durch den Abbruch fällt nicht nur diese Last weg. Die Gemeinde kann aus den Pachterlösen auch Rückstellungen leisten.

Zürn machte bei der Diskussion darüber, wie Pfarrleben künftig in unmittelbarer Nachbarschaft der Schwerstkranken stattfinden soll, auch eines klar: „Hospiz bedeutet nicht Totenstille.“ Auch heute schon fänden im Hochzoller Haus Veranstaltungen statt. Dass sich direkt neben dem Neubau die Kirche Heiligste Dreifaltigkeit befindet, begrüßt Zürn: „Die Seitenkapelle wird zur Hospizkapelle.“

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