03.06.2011

Irische Seele

Quartett Fàinne spielt

Biete ein Konzert mit irischer Musik an, und deine Hütte wird voll sein. Das ist ein Phänomen, das jeder Veranstalter bestätigen wird. Ein Phänomen, das sich zum Konzert des Quartettes Fàinne im prall gefüllten Raben wieder einmal bestätigt zeigte.

Doch nicht jedes Konzert irischen Stils ist gleich interessant. Hier bildete Fàinne eine große – und angenehme – Ausnahme, konzentrierte sich das Repertoire der vier Musiker doch auf weitgehend unbekanntes Material irischer Herkunft.

„Warum sollten wir die bekannten Stücke spielen?“ fragte der aus Irland stammende Gitarrist und Sänger Roy O’Sullivan. Er wolle vielmehr weniger geläufige Songs, die doch so viel mehr von der Vielschichtigkeit der irischen Seele Preis geben, auf die Bühne bringen. Das führte ihn zu Stücken aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die neben Jig, Reel, Hornpipe oder Polka auf einnehmend-zurückhaltende Weise zu Gehör gebracht wurden.

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Die Liebe zu seiner Heimat war dem Iren anzusehen, der gemeinsam mit seiner Frau Anne O’Sullivan (Bodhran, Tin Whistle, Gesang), Eva Eidenmüller (Akkordeon, Mandoline, Tin Whistle) und Michael Saller (Kontrabass) den Balladen und Gauner-Moritaten, den Trink-, Tanz- und Liebesliedern authentisches Leben einhauchte. Doch die Musik war nicht alles.

Hinrichtung in D-Dur

„Du musst auf die Texte achten“, erklärte Bassist Michael Saller. „Da wird vom irischen Freiheitskämpfer gesungen, der von den Engländern geköpft wird, während die Musik im fröhlichen D-Dur dahin plätschert. Das ist phänomenal!“

Phänomenal war auch der Gastauftritt seines Sohnes Ferdinand, der sein Lieblingsstück auf der Bühne singen durfte.

Fàinne ist das gälische Wort für Kreis, und einen Kreis wollen die vier Musiker gemeinsam mit ihrem Publikum bilden, was im Raben gelang. Begeistert klatschten die Besucher von Anbeginn der Darbietung freudig mit und blieben bis zum Ende des Konzertes in bester Stimmung. Ein anregendes Konzert, das trotz düsterer Texte für ausgelassene Stimmung sorgte. (eric)

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