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Augsburger Puppenkiste

30.10.2017

Jetzt greift die Räuberhauptfrau ein

Florian Moch inszeniert für die Augsburger Puppenkiste die Bremer Stadtmusikanten. Neu unter seinen Marionetten ist Räuberhauptfrau Jakobinia.
Bild: Fred Schöllhorn

Florian Moch setzt die Bremer Stadtmusikanten in der Augsburger Puppenkiste ganz neu in Szene.

„Etwas Besseres als den Tod findest du überall.“ Der eine Satz genügt, um das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten zu beschreiben. Auch Außenseiter haben ihre Stärken und finden ihren Platz in der Welt, wenn sie zusammenhalten. Diese tröstliche Botschaft will auch die neue Inszenierung der Bremer Stadtmusikanten in der Augsburger Puppenkiste rüberbringen. Allerdings hat sich Florian Moch einiges einfallen lassen, um das Märchen für heutige Zuschauer zu erzählen.

Einen komplett neuen Figurensatz hat der 30-Jährige für die Neuinszenierung geschnitzt und gleich selbst kostümiert. Eine Puppe fügte er hinzu, die es bei den Brüdern Grimm noch nicht gibt: Räuberhauptfrau Jakobinia. „Sie ist der heimliche Star“, verrät Moch. Sprechen wird sie Mechtild Großmann, die Staatsanwältin des Münsteraner Tatorts, mit ihrer Reibeisenstimme. Weitere Prominente wurden für die Dialoge gewonnen: Bela B als Hahn, Gerd Meier als Hund und erstmals Michael Brandner, der im Polizeiruf 110, im Tatort und in der TV-Serie „Hubert und Staller“ zu hören ist, in der Rolle des Esels, der die ganze Gruppe ins Laufen bringt.

Puppenspiel begleitet ihn seit seiner Kindheit

Florian Moch ist selbst ein Bremer Junge und hat in Berlin Theaterwissenschaften studiert. Zur Augsburger Puppenkiste führte ihn zunächst ein Praktikum, ab 2011 sodann eine dauerhafte Anstellung. Seine Feuertaufe hat er mit der Inszenierung „Der Zauberer von Oz“ 2013 glänzend bestanden. Freilich: „Puppenspiel begleitet mich seit der Kindheit. Ich habe immer viel gebastelt, gebaut und Ministücke geschrieben“, erzählt Florian Moch. Seine Harry-Potter-Marionetten, die er 2005 modelliert hat, kann man in der neuen Ausstellung des Puppentheatermuseums bewundern.

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Völlig unbefangen konnte Moch bei der Neuinszenierung vorgehen und dabei einen Dreh suchen, damit das Märchen frisch und modern auf die Bühne gelangt, ohne das Original zu verraten. Es sei ein Stück für Jung und Alt, schon Dreijährige sollen ihre Freude daran haben. Alle Gags im Text werden freilich erst die größeren und ganz großen Kinder verstehen. Er werde die aus der Perspektive der Tiere erzählen und die Schwächen der Menschen leicht überzeichnen, ohne sie unsympathisch zu machen. Neugierig darf man auf die Rolle der Räuberbande sein.

Das Stück ist wieder eine Ensembleleistung: Die Musik schrieb Martin Stefaniak im warmen Sound von Holzbläsern, das Bühnenbild baute Hans Kautzmann. Theaterleiter Klaus Marschall blieb im Hintergrund. „Ich habe noch zu viel Erinnerung an die alte Inszenierung meines Vaters, bei der ich selbst mitgespielt habe“, sagt er. Natürlich hat er das Werden des Stücks begleitet.

ist am Freitag, 10. November, um 16 Uhr in der Puppenkiste. Die Vorstellungen bis 3. Dezember sind bis auf Restkarten ausverkauft. Ab 28. Februar 2018 wird das Stück wieder gespielt. Karten unter www.puppenkiste.com und Tel. 0821/45034540 sowie an der Theaterkasse, Spitalgasse 15.

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