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Augsburg

04.07.2018

Jetzt wird Haunstetten unter die Lupe genommen

Die Haunstetter wünschen sich eine neue Mitte für ihren Alt-Stadtteil. Einige Bürger sehen die Hofackerstraße als geeignetes Zentrum.

Bürger und Experten diskutierten die Zukunft des Stadtteils. Gesucht wird eine neue Mitte. Wo diese einmal sein soll, darüber herrscht noch keine Einigkeit.

Eine richtige Stadtteilmitte war wohl einer der am häufigsten geäußerten Wünsche der Haunstetter, wenn es um die Erneuerung ihres Stadtteils geht. Mit einer Bürgerveranstaltung in der TSV Turnhalle hat der Stadtentwicklungsprozess für Alt-Haunstetten begonnen, der parallel zu den Planungen für das neue Quartier Haunstetten-West durchgeführt wird.

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Rund eineinhalb Jahre soll es dauern, bis das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept für Haunstetten (ISEK) über die Bühne ist. Im März hatte der Stadtrat beschlossen, den Stadtteil von Experten untersuchen zu lassen. Anlass ist nicht nur das neue Quartier Haunstetten-West, das mit dem Rest Haunstettens verknüpft werden soll. Auch bekannte Missstände wie die Probleme im Geschäftszentrum an der Hofackerstraße oder entlang der alten B17 haben den Ausschlag gegeben, dass der Stadtrat dem ISEK zugestimmt hat.

Seit einigen Wochen laufen Städteplaner, Handel- und Verkehrsexperten durch den Stadtteil. Sie durchleuchten die Verkehrsflüsse und den öffentlichen Personennahverkehr, sprechen mit Bewohnern, wie es sich in Haunstetten wohnen lässt und ob die Einkaufsmöglichkeiten attraktiv und ausreichend sind, erklärte Projektleiter Tobias Häberle von der Stadt. Auch die Freizeitmöglichkeiten, Natur- und Sportflächen sowie Spielmöglichkeiten für Kinder werden betrachtet. Bei diesem Schritt sind die Haunstetter als „Experten vor Ort“ immer wieder aufgerufen, ihre Meinungen zu Stärken und Schwächen des Stadtteils einzubringen.

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Zur Auftaktveranstaltung hatten die Planer schon die Anregungen aus der ersten Bürgerveranstaltung im Mai dabei, bei der es noch um den gesamten Planungs- und Beteiligungsprozess für den Stadtteil ging. Diese wurden jetzt ergänzt durch Vorschläge, die die Teilnehmer auf Haftnotizen schreiben und thematisch geordnet an große Stellwände kleben konnten.

Schon nach wenigen Minuten entbrannten an den fünf Stationen angeregte Diskussionen zwischen Stadtplanern und Bürgern, wie Haunstetten für die Zukunft aufgestellt werden soll.

Wohnen Bezahlbarer Wohnraum auch in Alt-Haunstetten war der Schwerpunkt der Wünsche aus dem Publikum. Dabei stellte Architekt Ulrich Wieler fest, dass die aktuelle Wohnsituation von allen Teilnehmern positiv beurteilt worden sei – die Sorgen bezogen sich vor allem auf die Zukunft.

Nahversorgung/Einzelhandel Die fehlende Angebotsvielfalt und vielerorts schlechte Nahversorgung ist den Haunstettern ein Dorn im Auge. Auch zum Einkaufen wünscht man sich eine Mitte. Wo die liegen soll, darüber gingen die Meinungen auseinander – die einen sehen den Maibaum als Zentrum, die anderen würden sich die Hofackerstraße als Ortsteilmittelpunkt vorstellen.

Freiraum Haunstetten ist grün und hat viele Erholungsflächen, darüber herrscht Einigkeit. Allerdings könnten die Flächen besser untereinander vernetzt sein. Ältere Kinder und Jugendliche finden im Stadtteil wenig Platz, lautet eine Kritik.

Kultur/Bildung Auch Kultur und Bildung kommt im Stadtteil nicht zu kurz. Allerdings: Jugendliche brauchen nach Ansicht der Haunstetter bessere Anlaufmöglichkeiten. Auch hier wurden fehlende Jugendspielplätze und Treffpunkte abseits der Sportvereine angemahnt.

Verkehr Der Verkehr wurde besonders intensiv diskutiert. Ein Schwerpunkt lag bei der Inninger Straße, schlechten Ampelschaltungen und gefährlichen Situationen beim Abbiegen von der Königsbrunner Straße. Auch die Verlängerung der Linie 3 war Thema. Hier regte Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer an, ob man den geplanten Verlauf nicht stärker nach Westen abschwenkt, um künftig auch die Bewohner von Haunstetten-West bedienen zu können.

Information Der Beteiligungsprozess geht voraussichtlich Ende September mit Stadtteilspaziergängen weiter. Zu Haunstetten-Südwest findet am 14. Juli die erste Bürgerwerkstatt statt, für die es noch Plätze gibt.

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