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Augsburg

16.02.2018

Jusos werben bei Nahles-Auftritt für Ablehnung der GroKo

Die Jusos aus Augsburg und dem Umland warben beim Nahles-Auftritt in der Kälberhalle für eine Ablehnung der GroKo. Links im Bild: Augsburgs Juso-Vorsitzende Silke Högg.
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Die Jusos aus Augsburg und dem Umland warben beim Nahles-Auftritt in der Kälberhalle für eine Ablehnung der GroKo. Links im Bild: Augsburgs Juso-Vorsitzende Silke Högg.
Bild: Högg

Beim Auftritt von Andrea Nahles haben sich die Jusos mit Shirts und Plakaten gegen eine Große Koalition ausgesprochen. Warum Augsburgs Juso-Vorsitzende von Nahles enttäuscht war.

Bei dem Auftritt der SPD-Fraktionschefin Andrea Nahles in der Kälberhalle Donnerstagabend haben rund 25 Jusos aus Augsburg und dem Umland vor dem SPD-Mitgliederentscheid für eine Ablehnung einer Neuauflage der Großen Koalition geworben. Mit bedruckten T-Shirts und Plakaten machten sie deutlich, dass sie gegen eine weitere GroKo sind. "Auch ältere Genossen haben bei uns angefragt, ob sie so ein T-Shirt haben können und haben sie getragen", berichtet Silke Högg, Vorsitzende der Jusos in Augsburg. Den Jusos sei wichtig gewesen, sichtbar zu machen, dass es nicht nur Befürworter für eine Neuauflage der Koalition gibt.

"Von Andrea Nahles haben die Mitglieder gehört, warum sie für eine GroKo stimmen sollen. Da wollten wir für eine gewisse Ausgewogenheit sorgen und haben einen Flyer mit den wichtigsten Gründen dagegen verteilt“, erklärt Högg. Einige ihrer wichtigsten sozialdemokratischen Forderungen hätten es nämlich nicht in den Koalitionsvertrag geschafft. "Weder gibt es eine humane Regelung beim Familiennachzug von Geflüchteten, noch werden die sachgrundlosen Befristungen abgeschafft. Auch eine Bürgerversicherung kommt nicht." Welchen Sinn habe also der Eintritt in eine Regierung, wenn von dieser Regierung keine sozialdemokratische Politik zu erwarten sei?, fragt sie sich.

Jusos werben bei Nahles-Auftritt für Ablehnung der GroKo
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Politischer Ascherdonnerstag der Augsburger SPD mit Andrea Nahles
Bild: Silvio Wyszengrad

Andrea Nahles sei auf die Aktion der jungen Sozialdemokraten in keinster Weise eingegangen. Das habe Högg auch nicht unbedingt erwartet, sagt sie.

Enttäuscht sei die Vorsitzender der Augsburger Jusos allerdings gewesen, dass Nahles die Auseinandersetzung innerhalb der Partei nicht thematisierte. "Sie sollte für alle Mitglieder in der SPD da sein." Die Augsburger Jusos selbst würden derzeit die verschiedenen SPD-Ortsvereine besuchen, um inhaltlich zu diskutieren.

"Glaubwürdigkeit geht anders"

Für Anna Rasehorn, die schwäbische Juso-Vorsitzende und Stadtratsmitglied in Augsburg, bekäme die SPD beim Eintritt in eine weitere GroKo ein großes Glaubwürdigkeitsproblem. Ihnen sei es wichtig gewesen beim Nahles-Auftritt darauf hinzuweisen. "Man kann nicht direkt nach der Wahl sagen, dass man in die Opposition geht und dann doch einknicken. Glaubwürdigkeit geht anders."

Geht durch Augsburgs SPD vor dem Mitgliedervotum ein Riss? Weder Silke Högg noch Augsburgs SPD-Fraktionsvorsitzende Margarete Heinrich sehen das so. "Ich akzeptiere freie Meinungsäußerungen", betont Heinrich. "Jemand, der für eine GroKo ist, ist genauso von Herzen ein Sozialdemokrat, wie jemand, der dagegen ist." Sie fände es schlimm, wenn SPD-Anhänger sich untereinander beschimpfen würden. "Leider gibt es so etwas auf Facebook", sagt sie und fügt hinzu: "Aber nicht im Augsburger Raum."

Alle sind gespannt auf das Ergebnis des Mitglieder-Votums. In Augsburg-Stadt ist die Mitgliederzahl zuletzt spürbar gestiegen. Im Zeitraum vom ersten Januar bis jetzt verzeichnet die örtliche SPD 99 Neueintritte, davon sind fünf neue Mitglieder Ausländer. Im vergleichbaren Zeitraum vergangenes Jahr waren es hingegen nur 24 Neueintritte, heißt es aus dem Wahlkreisbüro der SPD-Bundestagsabgeordneten Ulrike Bahr. Aktuell verzeichnet die SPD in Augsburg-Stadt 1343 Mitglieder.

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