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Keine Preiserhöhung im Nahverkehr: Der AVV zieht die Notbremse

Keine Preiserhöhung im Nahverkehr: Der AVV zieht die Notbremse
Kommentar Von Stefan Krog
12.08.2020

Plus Die Aussetzung der nächsten turnusgemäßen Preiserhöhung verhindert, dass dem AVV in der Coronazeit noch mehr Fahrgäste verloren gehen.

Für die Fahrgäste ist es eine gute Nachricht, dass die Fahrpreise zum Ende des Jahres stabil bleiben werden und nicht wie sonst erhöht werden, weil Energie- und Personalkosten gestiegen sind. Denn in Zeiten der Corona-Krise ist es kaum erklärbar, dass Preise trotz dünnerem Angebot erhöht werden.

AVV-Tarif: Fast hätte es zwei Preiserhöhungen in einem halben Jahr gegeben

Ein Fehler war es, dass die Politiker die letzte turnusgemäße Preiserhöhung vom Januar 2020 in den Juli geschoben haben. Das erste Halbjahr fuhren die Fahrgäste mit Fördermitteln, die eigentlich für Innovationen im Nahverkehr gedacht waren, weiter zu alten Preisen, obwohl die neuen höheren Preise angemessen gewesen wären. Die offizielle Begründung war, dass man so die Evaluierung der „Cityzone“ ermöglichen wollte. Doch womöglich spielte auch eine Rolle, dass Teile der Politik vor der Kommunalwahl keine Preiserhöhungen haben wollten – wohlwissend, dass im zweiten Halbjahr 2020 dann zwei Erhöhungen kommen würden (wovon die zweite jetzt ja ausfällt).

Nahverkehr in Augsburg: Wie holt man verloren gegangene Fahrgäste zurück?

Neben der Tarifreform und der teilweisen Neukonzeptionierung des Nahverkehrs auf dem Land hat die neue AVV-Geschäftsführerin Linda Kisabaka eine große Aufgabe vor sich. Die Nutzerzahlen sind im Zuge der Corona-Krise in den Keller gegangen und dürften bis auf Weiteres dort bleiben.

Sich mit anderen Personen auf begrenztem Raum bei mäßiger Durchlüftung aufzuhalten, ist aus gutem Grund nicht so angesagt und wird es bei einem Anstieg der Corona-Zahlen noch viel weniger sein. Wenn das alles hoffentlich einmal vorbei ist, müssen AVV und Stadtwerke Ideen haben, wie sie Fahrgäste wieder zurückholen, die sich ein oder zwei Corona-Jahre lang an andere Verkehrsmittel gewöhnt haben.

Lesen Sie den zugehörigen Artikel: Nahverkehr: Die nächste Preiserhöhung fällt aus

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13.08.2020

>> Wenn das alles hoffentlich einmal vorbei ist, müssen AVV und Stadtwerke Ideen haben, wie sie Fahrgäste wieder zurückholen, die sich ein oder zwei Corona-Jahre lang an andere Verkehrsmittel gewöhnt haben. <<

Es gibt da keinen finanzierbaren Weg mehr - man hat den ÖPNV in Augsburg die letzen 30 Jahre mit wenigen Ausnahmen nur langsamer und teurer gemacht. Der Individualverkehr ist heute wesentlich wettbewerbsfähiger gegenüber dem ÖPNV wie vor 30 Jahren. Viele aussichtsreiche Möglichkeiten zur Optimierung des Tramnetzes wurden geradezu systematisch verbaut.

Es gab vor 30 Jahren praktisch in der ganzen Stadt einen 10 Minuten-Takt im Busnetz. Das sicherte auch kurze Umsteigezeiten.
Es entstanden seither viele neue Wohn- und Gewerbegebiete die heute endlos Zeit mit dem ÖPNV erfordern.
Es entstanden Straßen für schnelle Querverbindungen.
Bei der Tram wurden 3 mal 2 Km Stecke in die Außenbezirke dazugeschnipselt, die einmal vor dem als Ziel gedachten Bahnhof Hochzoll endet und im anderen Fall eine uferlos lange Fahrzeit zur Uniklinik belässt.
Die 3er wird nun nach Jahrzehnten bis Königsbrunn "fertig" gebaut und zwingt dort wegen der weiteren Siedlungsentwicklung wieder zum Umsteigen.
Die 6er endet auf der grünen Wiese und bietet durch den Umsteigezwang nach Hochzoll-Süd praktisch keinen Zeitvorteil für den Bevölkerungsschwerpunkt in Hochzoll-Süd.
Die Fahrpreise stiegen weit oberhalb der allg. Preissteigerungsrate.
Geradezu trottelige Tarifstrategen schafften kein Angebot für immer mehr Teilzeitkräfte.

Und dafür gibt es nun ein 250 Mio Loch unter dem HBF wo man nun am Ende zu dämlich und zu arm für eine neue Tramlinie in den Augsburger Westen ist. So bleibt ein Tunnel, der nur ganz wenigen Fahrgästen Vorteile bringen wird.

Dazu folgen nun Verschlechterungen im Bahnverkehr - der quasi 15 Minuten Takt nach Friedberg wird mit dem Deutschlandtakt enden.

Der ÖPNV in Augsburg ist fertig. Die bejubelten Fahrgastzuwächse kommen nur aus spottbilligen Tickets für Studenten und Schüler und dem nennenswerten Einwohnerzuwachs der Region Augsburg. Praktisch niemand steigt in Augsburg auf den ÖPNV um - Corona treibt die Entwicklung nun sogar ganz deutlich in die Gegenrichtung.

Auch ich habe nun mein Abo nach 30 Jahren gekündigt. Eine Fahrt in einer komplett überfüllten 3er in den Pfingstferien hat mir gereicht. Jammert nur weiter über die "geringe Auslastung" aka "die warme Luft in fast leeren Bussen", die langsam durch 30er Zonen Zick-Zack fahren.

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13.08.2020

Ab 2021 das Klimaticket. Für nur 1095€ im Jahr kann man alle Öffis in Österreich benutzen. Angeblich soll dadurch nur ein Defizit von 250 Millionen Euro entstehen, also gerade mal 30 Euro pro Österreicher. Zugegeben das ist ein optimistisches Versprechen.
Für das selbe Geld bekommt man gerade mal ein Jahresabo für den gesamten AVV- Bereich. Es sieht so aus, als würde man hier an vielen Stellen noch mit Konzepten aus dem letzten Jahrtausend arbeiten. Man bekommt es nicht einmal hin, mit der Nachbarstadt München ein venünftiges gemeinsames Tarifsystem aufzustellen.

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