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Soziales

07.11.2019

Kinder und Eltern werden durch Erziehung stark

Susanne Zirch, Melanie Mohler und Patricia Friedrich (von links) haben von den Referentinnen des Familienseminars viele Tipps bekommen. Der Testlauf ist abgeschlossen. Demnächst soll es das Angebot auch in anderen Familienstützpunkten geben.
Foto: Annette Zoepf

Im K.I.D.S-Stützpunkt Nord/West gab es den Testlauf für ein Familienseminar. Die Teilnehmer haben dabei auch gelernt, sich selbst zu verstehen. Wie es weitergeht

Ein Kind hat manchmal alle Zeit der Welt. Die Mutter nicht unbedingt, etwa, wenn es gilt, morgens rechtzeitig aus dem Haus zu gehen. Wie umgehen mit einem trödelnden Kind? Dies war nur eine der vielen Fragen, die Mütter und Väter bei einem Familienseminar stellten, das der K.I.D.S Familienstützpunkt Nord/West unter der Trägerschaft des Vereins Graceland insgesamt achtmal im Laufe der vergangenen Monate angeboten hatte.

Unter dem Motto „Stark durch Erziehung“ gab diese Fortbildungsreihe zu acht speziellen Themen Orientierungshilfen für Eltern. Der Kurs ist hervorgegangen aus einer Kampagne des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales. Für die K.I.D.S.-Familienstützpunkte in der Stadt sei die Unterstützung der Eltern in Erziehungsfragen ein wichtiger Teil ihrer Arbeit, begründete Susanne Puhle, im Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Augsburg für die Familienbildung zuständig, dieses Engagement. „Erziehung ist Zeit haben“, war das letzte Modul des Kurses überschrieben, zu dem sich wieder eine Reihe Mütter und auch ein Vater für zwei Stunden an einem Dienstagnachmittag beim K.I.D.S. Familienstützpunkt Nord/West getroffen haben.

Um in das Thema dieses Nachmittages einzuleiten, fragte die Psychologin Prof. Andrea Kerres, die die Seminare im Wechsel mit der Soziologin Karin Hoppe-Köhl geleitet hatte, die Eltern nach ihren Erfahrungen im Umgang mit der Zeit. Wie gehen ihre Kinder mit der Zeit um? Wie haben Sie selbst als Kind die Zeit erlebt? Und was heißt es, wenn etwa die Berufstätigkeit eine straffe Durchorganisation des Tages und Zeitplanung verlangt? Schließlich hieß es, zu schauen, wie Eltern gemeinsame Zeit mit ihrem Kind liebevoll und stressfrei gestalten können. Themen der vorangegangenen Seminare waren unter anderem: „Erziehung ist Liebe schenken“, „Erziehung ist zuhören können“, „Erziehung ist Grenzen setzen“, „Erziehung heißt Mut machen“ oder „Erziehung ist Gefühle zeigen“.

„Ich habe ganz viele Ratschläge mitbekommen“, erzählt Patricia Friedrich, Mutter einer vierjährigen Tochter. Sie war bei den Kursen regelmäßig dabei:„Das gibt mir ganz viel Sicherheit“. Da war etwa der klassische Fall, dass ihre Tochter ihr Abendessen nicht essen wollte – später aber, beim Einkaufen, Hunger bekam. „Soll ich ihr jetzt eine Breze kaufen oder nicht?“, hatte sich die Mutter gefragt. Andrea Kerres griff dieses Beispiel auf, um anzuregen, die eigenen Grundhaltungen anzuschauen: Was ist mir für mein Kind wichtig? Welche Regeln sind mir wichtig? Immer wieder in diesem Kurs hat Kerres darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, bei der Erziehung immer auch die eigene Lebensbiografie im Blick zu haben und sich damit kritisch auseinanderzusetzen. „Bei allen acht Themen dieses Familienseminars ging es auch darum, sich selbst zu verstehen“, so Kerres.

Auch Melanie Mohler, Mutter einer 13-jährigen Tochter, hat in diesen Seminaren viel für sich mitgenommen. Sie nennt als ein Beispiel, wie wichtig ihr der Aspekt geworden ist, dass nicht nur das Kind, sondern auch die Eltern „Gefühle zeigen dürfen“. Dass auch die Eltern einmal sagen können, dass es ihnen nicht gut geht. Nachdem dieses Familienseminar im K.I.D.S. Familienstützpunkt Nord/West nun als Testlauf abgeschlossen ist, wird es zu seinen Inhalten eine Multiplikatoren-Schulung geben. Dann soll es flächendeckend von allen Familienstützpunkten in der Stadt aufgenommen und angeboten werden.

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