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Augsburg

18.07.2019

Kita St. Elisabeth wandelt sich zum Familienzentrum

„Einrichtungen müssen heute bei ihren Öffnungszeiten flexibler sein.“Kita-Leiterin Maria Marberger (links hinten) mit Krippenkindern, Kindergartenkindern und Hortkindern will die Kindertageseinrichtung St. Elisabeth zum Familienzentrum weiterentwickeln.
Bild: Annette Zoepf

Tageseinrichtung St. Elisabeth stellt sich auf unterschiedliche Bedürfnisse der Eltern ein. Künftig soll auch Erziehungsberatung angeboten werden.

Wer von einem Kindergarten spricht, denkt oft in erster Linie an die „Betreuung“ der Kinder – allein schon, damit die Eltern Beruf und Familie miteinander vereinbaren können. Hier geschieht auch frühe Bildung und Förderung.

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Für Maria Marberger, Leiterin der katholischen Kindertageseinrichtung St. Elisabeth in Lechhausen, reicht das allerdings nicht. Eine Kindertagesstätte, meint sie, müsse heute ein „Kinder- und Familienzentrum“ sein. Mit ihrer Einrichtung ist sie auf dem Weg dazu, in nicht allzu ferner Zukunft soll dies auch im Namen der Kita so auftauchen. In der Kita St. Elisabeth, eine der größten kirchlichen Einrichtungen ihrer Art in Bayern, werden derzeit rund 260 Kinder betreut, in der Krippe angefangen, über den Kindergarten bis hin zum Hort.

Marberger beobachtet, dass sich in den vergangenen 15 Jahren im Hinblick auf die Familien vieles verändert hat, vor allem in der Stadt. Hatte es damals nur eine von sieben Gruppen gegeben, in der Kindergartenkinder halbtags betreut wurden, ist es heute umgekehrt. Die wenigsten Eltern holen ihr Kind schon mittags ab. „Die Bedarfe der jungen Familien haben sich verändert“, sagt Marberger, „ganz unterschiedlich sind die Familien- und Berufssituationen.“

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Einrichtungen müssen flexible Öffnungszeiten haben

Da gibt es Familien, die eine Betreuung ihres Kindes von halb sieben Uhr morgens bis drei Uhr Nachmittag brauchen; andere von halb neun bis halb sechs – weil so die Arbeitszeiten sind, oft noch in Schicht. „Einrichtungen müssen heute bei ihren Öffnungszeiten flexibler sein“, ist Marberger überzeugt.

Die Kita St. Elisabeth hat von halb sieben Uhr morgens bis halb sechs Uhr abends geöffnet. Noch an mehr Stellschrauben hat die Kita gedreht: So bringen die Kinder nicht mehr ihre eigene Brotzeit mit. „Eltern haben oft nicht daran gedacht, den Kindern etwas mitzugeben.“ Inzwischen funktioniere es hervorragend, dass alle Kinder die in der Einrichtung frisch zubereiteten Mahlzeiten, entsprechend den Kriterien einer gesunden Ernährung, gerne essen.

Schon einige Jahre bewährt hat sich ein „All-inclusive-Wochenende“, bei dem elf Mal im Jahr Kinder von Freitag bis Samstag in der Kita übernachten, verbunden mit besonderen Aktionen, zum Beispiel einem Spieleabend oder einer Dschungelwanderung am Lech. Eine Idee, die vor allem den Familien entgegenkommen soll. Marberger weiß, wie dankbar Eltern, darunter viele Alleinerziehende, sind, wenn sie etwa einmal einen Abend für sich genießen können. Oder ihrem Chef, etwa im Einzelhandel, einen Freitagabend als Schicht anbieten können. „Was nützt es einem Kind, wenn die Eltern gestresst sind?“, fragt Marberger.

Ein großer Umbau steht an

Übrigens: Elternabende sind hier längst keine Abende mehr. Einfach deshalb, weil sich früher Eltern schwertaten zu kommen, da sie ja zu Hause die Kinder nicht allein lassen konnten. Jetzt werden alle Elternabende zwischen 17 und 19 Uhr angesetzt – die Kinder, auch ihre Geschwister, werden mitgebracht und betreut, und alle bekommen noch in der Kita ein Abendessen.

Neben diesen schon bestehenden Bausteinen auf dem Weg zum „Kinder- und Familienzentrum“ ist noch Weiteres angedacht: Dass Eltern etwa hier einmal wöchentlich eine Erziehungsberatung vorfinden, oder dass es Kooperationen mit Fördereinrichtungen gibt. „Wir wollen das immer am Bedarf der Familien festmachen“, erläutert die Kita-Leiterin.

Jetzt steht erst einmal ein großer Umbau an: Es soll unter anderem der Eingangsbereich vergrößert und freundlicher gestaltet werden. So soll die Zukunft der Kita auch äußerlich sichtbar werden: hin zum Begegnungsort der Familien.

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