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Augsburg

19.05.2015

Kita-Streik wird verlängert

Die Erzieherinnen und Erzieher wollten ihren Forderungen mit einer demo auf dem Rathausplatz Nachdruck verleihen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der Kita-Streik wird verlängert: Die Erzieherinnen und Erzieher legen ihre Arbeit in Augsburg nun bis zum kommenden Mittwoch nieder. Vielen Eltern reicht es jetzt schon.

Der Streik in den städtischen Kitas in Augsburg wird die Eltern noch einen Tag länger in Atem halten: Die Erzieherinnen und Erzieher haben beschlossen, ihren Arbeitskampf bis einschließlich Mittwoch, 27. Mai, auszudehnen. Eigentlich sollte der Streik nur bis kommenden Dienstag dauern. Doch auf einer Kundgebung heute auf dem Rathausplatz in Augsburg entschieden sich die Kita-Mitarbeiter und die Gewerkschaft Verdi für drei weitere Streiktage. Sie fordern eine Aufwertung und bessere Bezahlung ihrer Arbeit.

Streik an Kitas: Wann Eltern die Gebühren erstattet bekommen

Als Grund für die Verlängerung nannte Verdi den Schließtag für städtische Betreuungseinrichtungen am vergangenen Freitag. Dadurch sei der Streik unterbrochen und die Stadt habe die Rückzahlungen der Gebühren an die Eltern umgangen: „Eine Kostenerstattung wird erst bei zehn Streiktagen am Stück fällig“, sagt Stefan Jagel, Gewerkschaftssekretär vom Verdi-Bezirk Schwaben. Mit der Verlängerung des Streiks wolle man nun rechtlich sicherstellen, dass die Stadt Augsburg auch wirklich Gebühren an die Eltern zurückzahlen muss.

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Die Chefin der städtischen Kitas, Eva Hermanns, weist die Vorwürfe von Verdi klar zurück: „Diese Behauptung ist schlichtweg falsch. Wir werden den 15. Mai genauso als Streiktag behandeln und die Eltern über ihre Erstattungsmöglichkeiten informieren.“ Über die Erstattungen werde nach dem Streik entschieden; sie würden automatisch erfolgen, Anträge seien nicht notwendig. Aus Sicht der Stadt sei die Verlängerung des Streiks daher nur eine weitere Belastung der Eltern völlig ohne Not, so Herrmanns.

„Leider trifft es vor allem die Eltern und Kindern“

Auch die Erzieher wissen um die Schwierigkeiten in den Familien, die ihr Streik mit sich bringt. „Leider trifft es vor allem die Eltern und Kindern“, sagt Martha Stimpfle. Die Leiterin des Kinderhauses Dasing sieht den Staat als Geldgeber in der Pflicht. Wie 500 Angestellte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst, von der Post und aus dem Handel demonstriert sie auf dem Rathausplatz. Für Marco Klein ist eine bessere Lohn-Eingruppierung dringend notwendig. „Dann ist der Beruf auch für mehr Männer interessant“, meint der 31-Jährige von der Kita Eichlerstraße. Seit Beginn des Streiks läuft in vielen Kindertagesstätten nur noch ein verkürzter Notbetrieb für einen Teil der Kinder. Vor allem Praktikanten, Hauswirtschafts- und Verwaltungskräfte sind im Einsatz. „Ich denke, dass wir den Eltern so eine vernünftige Übergangslösung bieten können“, betont Eva Herrmanns von der Stadt. Im Gegensatz zu Städten wie Nürnberg oder München seien noch alle Einrichtungen geöffnet.

Die Streiks an den Kindertagesstätten dauern noch bis zum 26. Mai. In den Kitas herrscht Notbetrieb. Viele Eltern sind verärgert, weil sie eigentlich arbeiten müssten.

Während ein Teil der Eltern Verständnis für den Streik zeigt, gibt es vor der Kita in der Zollernstraße am Dienstag auch kritische Stimmen. „Ich finde den Streik unmöglich“, sagt Janet Köhler. Das Personal im Notbetrieb sei freundlich, aber nicht für die Betreuung ausgebildet. „Außerdem hilft mir das Ganze wenig, wenn ich mein Kind schon um eins holen muss“, so die 44-Jährige. Das gleiche Problem hat Svetlana Wagner, die halbtags arbeitet. „Das ist eine Katastrophe. Mal muss meine Mutter helfen, mal eine Bekannte, sonst schaffen wir das nicht.“ Die 32-Jährige bezweifelt auch, dass der Streik zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führt.

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