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Augsburg

03.06.2010

Königsplatz: OB und Referent werben für ihren Kurs

Oberbürgermeister Kurt Gribl. Bild: Anne Wall

Der autofreie Königsplatz in Augsburg wird in einer Sondersitzung im Stadtrat behandelt. Oberbürgermeister Kurt Gribl und Baureferent Gerd Merkle traten vor die Medien und informierten über ihr weiteres Vorgehen. Von Michael Hörmann

Gemeinsam traten Oberbürgermeister Kurt Gribl und Baureferent Gerd Merkle (beide CSU) vor die Medien, um aus ihrer Sicht über den autofreien Königsplatz, ihr weiteres Vorgehen und die anstehende Sondersitzung des Stadtrates zu informieren. Gribl und Merkle, die zuletzt von Gegnern der Planung angegriffen wurden, nahmen ausführlich Stellung.

Warum wird die Öffentlichkeit, wie Kritiker es zuletzt geäußert haben, nur scheibchenweise über die Planung informiert?

Gribl und Merkle verweisen auf das vorgegebene Verfahren. Der Baureferent will erst dann in Bürgerversammlungen umfangreich informieren, wenn er den politischen Beschluss des Stadtrates für einen bestimmten Vorschlag hat.

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Welcher Beschluss wird in der Sondersitzung am kommenden Donnerstag gefasst?

Es ist ein Billigungs- und Auslegungsbeschluss für den Bebauungsplan Nummer 500 "Königsplatz und Augsburg-Boulevard (zwischen Kennedy- und Theodor-Heuss-Platz)". Es wird darin eine Verkehrsführung festgelegt.

Ist der Beschluss bindend?

Nein. Entscheidend ist ein Satzungsbeschluss, der voraussichtlich im Herbst vom Stadtrat getroffen wird.

Welche Einflussnahme hat der Bürger nach der Entscheidung des Stadtrates am Donnerstag?

Er kann im anstehenden Verfahren nochmals Einwände erheben. Unabhängig davon läuft das Bürgerbegehren, das den Bau eines Tunnels am Königsplatz fordert.

Worüber die Stadträte jetzt zu entscheiden haben, wurde schon mal als "Merkle-Planung" bezeichnet. Stimmt das?

Gegen diese Aussage wehren sich Gribl und Merkle vehement. Nach ihrer Aussage waren 25 bis 30 Fachleute beteiligt. Gribl stellt sich dabei voll hinter seine Verwaltung: "Es ist mir ein großes Anliegen. Die Leute in der Verwaltung haben Unglaubliches geleistet."

Was ist eigentlich vom Ergebnis des Siegerentwurfs beim Ideenwettbewerb übrig geblieben?

Die Idee des autofreien Königsplatzes in Verbindung mit dem Augsburg-Boulevard stammt von einem Architektenteam. Das Konzept basiert auf den Plänen der Architekten Eberhard Wunderle und Klaus Stumpf, des Verkehrsplaners Horst Billinger und der Landschaftsarchitektin Julia Zimmer. Laut Gribl sind 80 bis 85 Prozent des Siegerentwurfs umgesetzt. Betont wird, dass es sich um Ideen gehandelt habe. Die Ausarbeitung war Sache der Stadtverwaltung, die dazu vom Stadtrat beauftragt wurde.

Wie läuft die Sondersitzung am Donnerstag ab?

Beginn ist um 14.30 Uhr im Rathaus. Die Sitzung ist öffentlich. Wegen des großen Andrangs an interessierten Besuchern wird auch der Obere Fletz geöffnet und bestuhlt, damit die Bürger die Debatte im Sitzungssaal verfolgen können.

Wie sieht das weitere Vorgehen aus?

Es gibt nur einen Tagesordnungspunkt. Es geht um den Bebauungsplan zum Kö. Was die Stadtverwaltung ausgearbeitet hat, wird zunächst in allen Details vorgestellt. In einem zweiten Schritt werden Alternativvorschläge dargestellt.

Welche sind dies?

Es gibt Anträge von mehreren Fraktionen. Die Grünen fordern ein generelles Tempo 30 in der Umweltzone. Die SPD will eine Stufenlösung (eine Fahrspur zwischen Konrad-Adenauer-Allee und Fuggerstraße soll bleiben). CSU und Pro Augsburg hatten eine Prüfung beantragt, ob eine Einbahnstraßenregelung im Oberen Graben möglich sei. Die Freien Wähler sind für einen Ringverkehr, um die Innenstadt anzufahren. Die Variante basiert auf Überlegungen des Architekten Volker Schafitel. Denkbar ist zudem, dass über die Tunnellösung gesprochen wird, die allerdings von keiner Fraktion bislang beantragt ist.

Und dann kommt es zur Entscheidung?

Nein. Experten werden gehört. Externe Fachberater, die das Verfahren begleitet haben, nehmen Stellung. Anschließend wird abgestimmt.

Ist klar, in welcher Reihenfolge über einzelne Anträge abgestimmt wird?

OB Gribl lässt sich als Sitzungsleiter nicht in die Karten blicken. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Entscheidung erst am späten Abend erfolgt. Michael Hörmann

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