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Augsburg

11.11.2020

Königspython am Lech entdeckt – wem gehört die Würgeschlange?

Die Königspython-Schlange Lola wurde am Lech gefunden und badet jetzt in sicherer Obhut.
Foto: Hermann Kempf

Eine Spaziergängerin findet in einem Gebüsch am Lech eine Königspython-Schlange. Der Augsburger Tierschutzverein sucht nach dem Halter. Warum "Lola" nicht ins Tierheim kam.

Einen ordentlichen Schrecken dürfte eine Spaziergängerin bekommen haben, als sie am vergangenen Wochenende am Lech in der Firnhaberau einer ausgewachsenen Würgeschlange begegnete. Die Frau entdeckte den Königspython nahe der Schillstraße in einem Gebüsch am Stefan-Höpfinger-Weg. Das teilte der Augsburger Tierschutzverein am Mittwoch mit. Das Reptil wurde von der Feuerwehr eingefangen. Nun wird der Eigentümer der Schlange gesucht.

In der Regel läuft es so, dass Fundtiere aus dem Stadtgebiet ins Augsburger Tierheim gebracht werden. Allerdings ist die Haltung exotischer Tiere an Auflagen geknüpft, deshalb können im Heim keine solchen Reptilien gehalten werden. "Zurzeit absolvieren zwei Tierpflegerinnen eine entsprechende Zusatzausbildung", sagt Sabina Gassner, Geschäftsführerin des Tierschutzvereins. Parallel kann Gassner auf ein Netzwerk von Tierschützern zurückgreifen, die eng mit dem Verein zusammenarbeiten.

Am Lech gefundene Schlange wurde Lola genannt

Auch der Königspython, der von der Feuerwehr eingefangen wurde, befindet sich nun in der Obhut eines Experten: Tierarzt Hermann Kempf hat die Würgeschlange aufgenommen. Sie bekam inzwischen den Namen Lola. Gemeinsam mit dem Exotenexperten sucht der Tierschutzverein nun den Halter oder die Halterin des Python. Das Tier ist weiblich und etwa fünf bis zehn Jahre alt. Nach Angaben des Tierarztes hat die Schlange Hautprobleme. "Sie genießt es, warm zu baden", so Kempf.

Die Grüne Mamba ist in einigen afrikanischen Ländern zuhause und lebt bevorzugt in Bäumen und Sträuchern. Das Gift der scheuen Tiere hat es in sich: Ein Biss verursacht bei Menschen tödliche Herzrhythmusstörungen.
12 Bilder
Diese Schlangen sind gefährlich
Foto: Armin Weigel, dpa

Wer den Königspython vermisst oder weiß, woher er stammt, wird gebeten, sich beim Tierschutzverein oder in der Tierarztpraxis zu melden. "Sollte sich niemand melden, müssen wir leider davon ausgehen, dass die Schlange ausgesetzt wurde", sagt Gassner. Nach ihren Erfahrungen kommt das mittlerweile häufiger vor. Auch Kempf kennt das Problem. "Langweilig oder lästig gewordene Reptilien werden dann tierschutzwidrig entsorgt", sagt er. Falls die afrikanische Würgeschlange absichtlich bei kühlen Temperaturen im November im Freien ausgesetzt wurde, fehle ihm dafür jedes Verständnis. Gemeinsam mit dem Tierschutzverein verweist er darauf, dass es immer Möglichkeiten gibt, Tiere in kundige Hände weiterzugeben. Der gemeinsame Appell lautet: "Sprechen Sie mit uns."

Augsburgs Tierschutzverein sucht nach Besitzer der Schlange

Kontakt zum Augsburger Tierschutzverein in der Holzbachstraße 4a gibt es unter der Telefonnummer 0821/455290-0 oder unter info@tierschutz-augsburg.de, die Tierärztliche Praxis für Exoten in der Neuburger Straße 30 ist erreichbar unter der Nummer 0821/9072995-0.

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