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Augsburg

17.07.2013

Kulturpark West: Politik treibt den Umzug voran

Kulturstandort Gaswerk: Am Samstag fand das große Fest der Stadtwerke statt. Noch viel größer sind die Pläne für die künftige Nutzung des Areals. Ab Mitte 2017 soll der Kulturpark West hier eine neue Bleibe finden.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Politik will am Donnerstag den Umzug des Kulturparks West auf das Gaswerksgelände beschließen. Doch es regt sich Widerstand

Der Kulturpark West (Kupa) spielt am morgigen Donnerstag eine Hauptrolle im städtischen Leben. Nachmittags will die Politik den Grundsatzbeschluss fassen, die Einrichtung aus der Reese-Kaserne ins Gaswerk zu verlagern. Nicht von heute auf morgen, sondern bis spätestens Mitte 2017 sollen die Kulturschaffenden ausziehen. Seit fünf Jahren gibt es den Kulturpark, auf dem 1500 Kreative eine Bleibe gefunden haben. Das Ereignis „Fünf Jahre Kulturpark West“ wird morgen Abend ab 18 Uhr groß gefeiert.

Gegen die Umzugspläne regt sich Protest. Daher ist bei der Veranstaltung in der „Garage Bombig“ und dem angrenzenden Biergarten mit Kritik zu rechnen. Es gibt Künstler, die unter keinen Umständen gehen wollen. Sie hoffen auf einen dauerhaften Verbleib. Sie fürchten sich vor möglichen Altlasten auf dem Gelände des Gaswerks in Oberhausen.

Protest kommt von SPD, Grünen und Freien Wählern

Unterstützung erhalten die Künstler, die bleiben wollen, von SPD, Grünen und Freien Wählern. Sie könnten sich ein Fortbestehen der Einrichtung in Kriegshaber sehr wohl vorstellen. Die CSU-geführte Stadtregierung hat anderes vor. Bürgermeister Hermann Weber (CSM) sieht keine Möglichkeit, dass der Kupa in Kriegshaber bleibt. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass es sich um eine Übergangslösung handelt. Sollte die Stadt ihre Entscheidungen ändern, drohen Schadensersatzzahlungen in Millionenhöhe. Grund: Auf dem Areal ist ein großes Wohngebiet vorgesehen.

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Peter Bommas, Chef des Kulturparks West, sagt, dass „eine endgültige Entscheidung nur auf der Basis gesicherter Fakten stattfinden kann“. Dazu gehöre das Ergebnis der Feinuntersuchungen.

Stadtwerke-Chef Claus Gebhardt bezeichnet das Areal beim Gaswerk als ideal für eine weitere Kulturnutzung. Es gebe keine Probleme mit dem Schallschutz. Auf den Freiflächen könnten zudem weitere Container errichtet werden, um Künstlern eine Unterkunft zu bieten.

Die Stadtwerke hatten das Areal am Wochenende für eine eigene Veranstaltung genutzt. Zum Open Air mit vielen Aktionen kamen 7000 Gäste. Wenige Wochen zuvor fand das zwölftägige Grenzenlos-Festival auf dem Gelände statt. Knapp 100000 zahlende Besucher wurden registriert. Grenzenlos, das zum dritten Mal stattgefunden hatte, wird allgemein als Bereicherung für den Standort gesehen.

Problem sind derzeit noch die Altlasten

Zunächst gibt es eine Machbarkeitsstudie, die untersucht, welche Rolle die Altlasten spielen. Gebhardt sagt: „Es wird wohl Jahre dauern, das Grundwasser sauber zu bekommen.“ Jedoch würde dies den Einzug des Kulturparks nicht behindern oder ausbremsen. Teils sei der Boden bereits ausgetauscht worden.

Baureferent Gerd Merkle (CSU) jedenfalls will am Donnerstag die Zustimmung des Ausschusses für das abgestimmte Verfahren. Drei wesentliche Punkte sind es.

Gaswerk Das Areal ist als industriegeschichtlich europaweit bedeutsames Denkmalensemble überwiegend für eine kulturelle sowie kultur- und kreativwirtschaftliche Nutzung vorgesehen.

Umzug Zur dauerhaften Bestandssicherung soll der Kulturpark West am 31. Juli 2017 aus der Reese-Kaserne in das Gaswerk verlagert werden. Der Zwischennutzungsvertrag läuft zu diesem Zeitpunkt aus.

Umsetzung Die Stadtwerke werden beauftragt, gemeinsam mit der Stadtverwaltung die planungsrechtlichen und wirtschaftlichen Grundlagen zu erarbeiten.

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