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Entwicklung

21.06.2014

Lebenseinstellung: Vegan

Der Schriftzug in der Bahnunterführung an der Haunstetter Straße spricht sich mit „Go vegan“ für ein veganes Leben aus, im Restaurant von Sandra Lichtenberg (unten) wird es bereits gelebt.

Immer mehr Menschen verzichten auf tierische Produkte wie Fleisch, Eier und Milch. Darauf reagieren auch Gastronomiebetriebe. In Augsburg gibt es immer mehr Angebote und aufgeschlossene Menschen

Ein vegetarisches Restaurant, mit Zutaten aus der Region, das wollte Mona Ridder eröffnen. Die Idee der „Lokalhelden“ war geboren. Doch schnell wurde sie von ihren Gästen überrascht: Viele wünschten vegane Speisen, ganz ohne tierische Produkte. Seit rund einem halben Jahr stehen sie bei ihr zusätzlich auf der Speisekarte, so wie in immer mehr Imbissen, Cafés und Restaurants. Die Anzahl an Veganern ist in den letzten Jahren in Augsburg gestiegen. Die Toleranz ihnen gegenüber auch, so deren Erfahrung. Am heutigen „Earth Peace Day“, dem Tag der Friedens-, Menschenrechts-, Umwelt und Tierrechtsorganisationen, treten sie besonders in den Vordergrund.

Vorurteile vonseiten der „Alles-esser“, wie sie in der Sprache der Veganer genannt werden, sind der Neugier gewichen, sagt Konrad Harle, der einen veganen Stammtisch leitet und seit vier Jahren auf tierische Produkte verzichtet. Er freut sich über die Entwicklung. „Die Menschen denken um.“ Wer beispielsweise gegen Massentierhaltung sei, müsse irgendwann vegan werden. Und gesund sei es zudem. Der Markt reagiere darauf.

Das Henry’s, das Café am Kö, die Schwarze Kiste, das K41, das Nuno – die Liste an Restaurants mit veganer Gerichten auf der Karte werde immer länger. Tofu, Sojamilch und Co. finden sich nicht mehr nur in speziellen Biomärkten, sondern auch beim Discounter. „Das gefällt mir gut“, sagt Hannelore Rieger, die vor drei Jahren der Gesundheit wegen auf vegane Ernährung umgestiegen ist. Seit einiger Zeit ist sie einmal die Woche Stammgast bei den „Extraveganten“ in der Frauentorstraße, ein rein veganer Imbiss. Sie freut sich, dass er im März aufgemacht hat, denn so groß sei die Auswahl in der Stadt dann doch nicht. Der Meinung ist auch die Inhaberin Sandra Lichtenberg. „Ich bin selbst Veganerin und hatte Lust auf ein rein veganes Lokal“, sagt sie. Da sie nichts gefunden habe, habe sie sich entschlossen, selbst etwas aufzumachen. Sie übernahm die Räume des früheren veganen Restaurant Ihlanis. Zu ihr kommen aber auch viele gemischte Gruppen.

Lebenseinstellung: Vegan

Barbara Höpper probiert derzeit vegane Ernährung aus, um die Wirkung auf ihren Körper zu testen und ihre Mutter zu unterstützen, die aus gesundheitlichen Gründen auf tierische Produkte verzichtet. „Mich freut, dass ich viele neue Lebensmittel entdecke, zum Beispiel Chia-Samen“, sagt sie. Ihr Mann Jürgen Höpper, der Fleisch isst, hat nichts dagegen, Neues zu testen, beispielsweise Chili mit Grünkernen statt Hackfleisch. Aber stets auf Fleisch oder Milch zu verzichten, sei nichts für ihn. „Was mich stört, ist die Übertreibung in vielen Medien, die Vegan als Modetrend benutzen.“

Bei Christian Stiller sind es extreme Meinungen von Veganern, die ihn aufregen. „Ich finde es schlimm, wenn sie sich als etwas Besseres fühlen und alle anderen verdammen.“ Er hofft, dass in seine Bioclub-Imbisslounge vor allem tolerante Gäste kommen. Derzeit sind seine Räume in der Jakoberstraße noch im Umbau. Da er einen Bedarf sah und selbst schon veganes Essen probiert hatte, entschloss er sich, einen rein veganen Imbiss zu eröffnen. Er selbst testet diese Ernährungsweise seit einigen Monaten und ist hin- und hergerissen: „Der Mensch ist nicht als Vegetarier oder Veganer geschaffen worden. Mangelerscheinungen können da nicht ausbleiben.“ Dem widerspricht Harle. Heutzutage gebe es viele Lebensmittel, die den Bedarf an Nährstoffen liefern könnten, die der Mensch brauche. Im Internet könne man sich informieren, daher steige derzeit auch die Gruppe der Veganer. Der Facebook-Gruppe „Augsburg Vegan“ beispielsweise gehören über 600 Mitglieder an, Tendenz steigend. „Es ist kein Trend, sondern eine Entwicklung, die sich nicht mehr aufhalten lässt“, sagt Harle.

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