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28.06.2009

Lok dampft von Tschechien nach Augsburg

Ein besonders exotisches Dampflokomotiv-Original hat den Weg aus Tschechien in den Augsburger Bahnpark gefunden: "Papousek", zu Deutsch "Papagei", heißt das neue Schmuckstück, das vor allem durch seine außergewöhnliche Farbe auffällt: "Sie ist ja blau", stellte Besucher Thomas Lettenbauer staunend fest. In der Tat: Es handelt sich um das erste Ausstellungsstück einer Dampflok, die nicht wie gewohnt schwarz ist.

Als neunte Botschafterlokomotive wird die "Papagei" im Oktober in das "Rundhaus Europa" einziehen. Bis dahin bleibt sie noch in der Dampflokhalle stehen, wo sie auch zu besichtigen ist.

Die Fahrt aus der tschechischen Stadt Komotau war nicht einfach für die 54 Jahre alte Lok, die bis Ende der 1970er-Jahre in Tschechien im Einsatz war. "Sie ist selbst nicht mehr fahrtüchtig und musste von einer Diesellok gezogen werden", berichtet Bahnpark-Geschäftsführer Markus Hehl. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern dauerte die Fahrt nach Augsburg 24 Stunden.

Beim Familienfest im Bahnpark wurde die Lok vom Generaldirektor des technischen Nationalmuseums, Horymir Kubicek, als Leihgabe persönlich übergeben und von Kulturbürgermeister Peter Grab in Empfang genommen. Die Patenschaft hat die Firma Erhard+Leimer Elektroanlagen übernommen. "Das Besondere an dieser Lok ist, dass von den ursprünglich 60 Exemplaren nur noch drei existieren", freut sich Bahnpark-Geschäftsführer Dr. Bernd Dornach über den Neuzugang.

Lok dampft von Tschechien nach Augsburg

Auch die Proportionen dieser Lok sind außergewöhnlich: "Sie ist ein bisschen größer und wuchtiger als andere." Markus Hehl hebt auch die ganz besonderen technischen Finessen der Lok hervor, wie beispielsweise die automatische Feuerungseinrichtung. "Die Tschechen waren damals viel weiter im Dampflokbau als die Deutschen."

Der pensionierte Lokführer Heinz Vögele ist begeistert: "Diese Lok ist bei Eisenbahnfreunden sehr beliebt." Er ist fasziniert von der "völlig anderen Bauart": "Sie muss eine enorme Zugkraft gehabt haben", vermutet er. Der zwölfjährige Janek wirft ebenfalls einen Kennerblick auf die Lok: "Sie ist höher und hat mehr Achsen als andere." Für die Wartung der "Papagei" soll ein eigenes Spezialteam aufgebaut werden, sagt Bernd Dornach. Schließlich soll sie authentisch erhalten bleiben und für die nächsten zehn Jahre im Bahnpark bleiben. Etwa 3 000 Besucher konnten die blaue Lok beim Familienfest schon in Augenschein nehmen. Im Oktober wird ein weiteres europäisches Lokomotiv-Schmuckstück erwartet. Woher dieses kommt, wird noch nicht verraten.

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