1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Mann erschießt Ehefrau und tötet sich selbst

Augsburg

07.04.2017

Mann erschießt Ehefrau und tötet sich selbst

Ein Mann hat in Augsburg seine Frau erschossen und danach sich selbst getötet.
Bild: Bernhard Weizenegger (Symbolfoto)

Die Kripo spricht von einer Verzweiflungstat, die sich in Augsburg abgespielt hat. Ein 88-Jähriger tötet seine Frau und bringt dann sich selbst um.

Ein 88-jähriger Mann hat im Augsburger Stadtteil Siebenbrunn nach Angaben der Polizei zuerst seine Ehefrau erschossen und sich danach selbst getötet. Die Polizei spricht von einer Verzweiflungstat, die sich entweder in der Nacht zum Freitag oder am Freitagmorgen in einem Anwesen im kleinsten Augsburger Stadtteil abgespielt hat.

Die Ermittler der Kriminalpolizei gehen davon aus, dass die Eheleute die Tat vorher vereinbart haben. Sie wollten demnach offensichtlich beide aus dem Leben scheiden.

Die beiden wollten wohl sterben

Die Polizei erfuhr von der Tat, als sich eine besorgte Anwohnerin am Freitag gegen 10.15 Uhr bei der Polizei meldete. Die Frau teilte mit, dass sie einen Abschiedsbrief ihrer betagten Nachbarn gefunden habe. Polizeibeamte eilten zu dem Haus nahe des Stadtwalds und fanden im Wohnzimmer das Paar. Der 88-jährige Mann und seine drei Jahre jüngere Frau waren diesem Zeitpunkt bereits leblos, so ein Polizeisprecher. Per Hubschrauber wurde noch ein Notarzt zu dem Tatort geflogen. Er konnte aber nichts mehr tun und nur noch ein Tod des Rentner-Paars feststellen.

Die Erkenntnisse der Ermittler, dass beide Eheleute sterben wollten, seien „eindeutig“, heißt es bei der Polizei. Nach Informationen unserer Redaktion geht das auch aus dem Abschiedsbrief des Paares hervor, den sie der Nachbarin zukommen ließen. Eine Beteiligung anderer Personen an der Tat könne ausgeschlossen werden, sagt Polizeisprecher Siegfried Hartmann. Dennoch würden die Ermittlungen zu den Hintergründen des Falles nach andauern. jöh

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

08.04.2017

Wahnsinn. Da erschießt ein 88jähriger Ehemann seine Frau und anschließend sich selbst, weil sie ihrem Leben ein Ende setzen wollen und unser Staat eine andere sanftere sozialverträglichere Möglichkeit nicht anbietet. Aufmerksam wird man auf den Umstand durch einen Abschiedsbrief, den die Nachbarin gefunden hat...

...und dann wird doch tatsächlich noch ein Notarzt herbeigeflogen.

Gott sei Dank konnte dieser nichts mehr tun und das alte Ehepaar konnte seinen festen Willen umsetzen.

Wann wird man endlich lernen am Lebensende den Wunsch der Betroffenen zu respektieren.

Permalink
11.04.2017

Da haben Sie leider Recht.

Jedem Tier wird der "Gnadentod" gewährt, dem Menschen (in Deutschland) nicht.

Permalink
11.04.2017

Unsinn. Wo kommen wir denn hin, wenn jeder er sterben will, sich die Spritze staalicherseits verordnet, geben lassen kann?

Aus einer Bierlaune heraus, weil man Schulden hat oder oder ... .

Das einzige was Sinn macht wäre eine unheilbare Krankheit. Aber auch da kann man rechtzeitig selbst vorsorgen. Stichwort: Patientenverfügung.

Permalink
12.04.2017

Wo wir da hinkommen?

Daß diejenigen, die ihrem Leben ein Ende setzen wollen (und zwar nicht "aus einer Bierlaune heraus" sondern nach reiflicher Überlegung, i. d. Regel sehr alte Menschen, denen das Siechtum droht, wie in dem Artikel, oder unheilbar Kranke), nach wie vor gezwungen sind, sich von einem Zug überfahren zu lassen (und dabei die Lokführer zu traumatisieren), von einem Gebäude zu springen (auch kein schöner Tod bzw. Anblick), oder sich zu erhängen (und dabei die Angehörigen zu traumatisieren, die sie finden), sich zu erschießen, sofern sie über eine Waffe verfügen, oder eben ins Ausland zu reisen, sofern sie sich das leisten können, und das alles, solange sie noch in der Lage dazu sind.

Man muß das Zeug ja nicht ins Regal vom Drogeriemarkt stellen, aber der jetzige "Gouvernantenstaat", der den Bürger vor seinen eigenen "Dummheiten" beahren will, ist nicht das, was ich mir als "mündiger Bürger" vorstelle, ebensoweinig, daß eine "Ethikkommission" darüber entscheidet, ob ich meinem Leben ein Ende setzen darf.

In der Patientenverfügung ist, soweit ich weiß, aktive Sterbehilfe oder "Beihilfe zu Lebenbeendigung" nicht vorgesehen.

https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2015/kw45_ak_sterbebegleitung/392446

Mir sind die Spannungsfelder zwischen Interesse von Ärzten, Patienten und Angehörigen durchaus bewußt. Aber daß ich als Patient u. U. gezwungen bin, Monatelang vor mich hin zu "verrecken", da seh ich das Haustier in Deutschland klar im Vorteil.

Permalink
12.04.2017

Ich habe den Eindruck, Sie wissen nicht wovon Sie schreiben. Was genau, meinen Sie bei einer unheilbaren Krankheit in der Patientenverfügung regeln zu können, was Ihnen einen vorzeitigen sanften Tod beschert - es sei denn, Sie hängen an Geräten, die abgestellt werden können? Selbst die Gabe von hohen Dosen von Morphin, um unerträgliche Schmerzen in den Griff zu bekommen, kann einem Arzt schon wieder als aktive Sterbehilfe ausgelegt werden.

Soweit ich weiß, sind Sie generell sehr darauf bedacht, dass niemand in Ihre Handlungsfreiheit und Ihre Willensbildung eingreift. Warum halten Sie das dann auf einmal für einen Freitod am Lebensende oder bei schweren Krankheiten für zulässig? Nur weil Sie sich für sich nicht vorstellen können, diesen Weg zu beschreiten? Wenn einer aus einer Bierlaune heraus aus dem Leben scheiden möchte, dann tut er das eben. Er kann aus dieser heraus schließlich auch gegen einen Baum fahren oder als Geisterfahrer auf die Autobahn und damit noch Dritte gefährden oder schädigen.

Sicherlich gilt es die grundsätzliche Einstellung desjenigen vorher schon festzulegen. So wie man Testamente errichten kann, kann man ja auch schon frühzeitig entsprechende Verfügungen zu einem möglichen Freitod notariell beurkunden lassen. Wenn jemand dann den Wunsch nach einem entsprechenden Mittel kund tut, stellt man ihm dies für einen Zeitpunkt in einer Woche oder vierzehn Tagen in Aussicht. Solange hält der dann schon noch durch. Oder überlegt es sich wieder anders. Gezwungen wird ja keiner.


Es wäre schon ein Segen für sich, zu wissen, dass es diese Möglichkeit gibt. Und genau sie ließe viele alte und kranke Menschen vllt. noch länger leben, die meinen, sich vom Acker machen zu müssen, bevor es zu spät ist, bevor sie es nicht mehr können oder weil sie die Verantwortung für ihr Handeln nicht mehr tragen wollen ( vgl. der Fall, wo sich der Vater mit seinem schwerstbehinderten Sohn selbst mit Abgasen vergiften wollte)


Vllt.auch im Fall dieses alten Ehepaars in Haunstetten. Sie war, wie ich gehört habe, schwerst krank. Vllt. wollte sie nicht mehr und der Mann hat ihr einen letzten Dienst erwiesen und wollte dann aber nicht als Straftäter dastehen, sich verantworten müssen. Vllt. hätte er noch ein paar Jahre gelebt, hätte sie mittels Natriumpentabarbital legal aus dem Leben scheiden können.

Permalink
13.04.2017

Klasse Kommentar, Frau S. Daumen hoch!

Permalink
Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20_WYS7865.tif
Spende

Ein Weihnachtsgeschenk für St. Anna

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen