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Mietpreise: Augsburg benötigt mehr geförderten Wohnraum

Kommentar Von Stefan Krog
17.08.2020

Plus Bei bestehenden Wohnungen steigt die Miete nur noch moderat, für Neubauwohnungen gehen die Preise hingegen steil nach oben. Das sorgt für Probleme.

Für das Geld, das man heute für eine mittelgroße Neubauwohnung in Augsburg hinlegen muss, hätte man vor 15 Jahren noch ein schickes neues Einfamilienhaus mit Garten bekommen. Ein Grund dafür, dass die Preise nach oben gehen, ist, dass die Grundstücke rar und teuer geworden sind. Eine Folge ist, dass Bauträger zunehmend luxuriöse Wohnungen bauen, weil sie auf teurem Boden entsprechend bauen wollen – das treibt die Preise weiter in die Höhe. Und entsprechend hoch sind die Mieten, denn wer eine Wohnung als Kapitalanlage vermietet, wird sich bei der Kalkulation zwangsläufig am Kaufpreis orientieren, um den Kauf zu refinanzieren.

Mietpreise in Augsburg steigen weiter

Die Frage ist aber, welche Mieten in Augsburg durchsetzbar sind und ab wann der Durchschnitts-Augsburger einfach nicht mehr Geld für eine höhere Miete hat. Diese Frage betrifft den sozialen Frieden in der Stadt. Denn die verfügbaren Einkommen hier sind trotz des Strukturwandels nach wie vor unterdurchschnittlich (und werden durch die Corona-Folgen im Schnitt vermutlich sinken).

Dass Mieten nicht endlos erhöht werden können, hat sich in den vergangenen Jahren schon abgezeichnet, als zumindest bei Bestandswohnungen ein Abflachen der Kurve deutlich wurde. Das hängt womöglich mit dem städtischen Mietspiegel zusammen, aber auch damit, dass höhere Mieten schlicht und ergreifend nicht erzielbar sind.

Mehr geförderte Wohnungen sind ein Lösungsansatz

Was sich abzeichnet, ist womöglich eine zunehmende Zweiteilung des Wohnungsmarktes. Das Leben in einer Neubauwohnung wird für immer weniger Augsburger erschwinglich sein, weil deren Preise und Mieten massiv steigen. Neuer Wohnraum in einer wachsenden Stadt muss aber auch für die Bevölkerung entstehen, die nicht zum oberen Drittel gehört. Hier werden mehr geförderte Wohnungen nötig werden, bei denen der Staat je nach Einkommen einen Teil der Miete bezuschusst.

Der Stadtrat hat im Frühjahr kurz vor der Wahl auf Drängen von SPD und Grünen beschlossen, künftig in Neubaugebieten 30 Prozent geförderte Wohnungen vorzuschreiben. Aus der Immobilienwirtschaft kam damals schon die Befürchtung, dass dies zu Preissteigerungen bei den frei finanzierten Wohnungen führen würde, doch die seit Herbst eingesetzten Teuerungen lassen sich damit wohl nicht erklären. Das Bekenntnis zu mehr geförderten Wohnungen kam spät, aber es kam immerhin noch. Nun wird man sehen müssen, ob sie ausreicht.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel: Neubauwohnungen werden deutlich teurer

Außerdem haben wir eine Podcast-Folge zu dem Thema:

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