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Kino

20.12.2013

Mit der Religion hat sie so ihre Schwierigkeiten

Anne Wild über ihren neuen Film „Schwestern“ – und ihren Glauben an Wunder

„Sind Sie religiös?“, war die erste Frage eines Zuschauers im Thalia-Kino an Regisseurin Anne Wild. Die Frage war verständlich, spielt ihr Film „Schwestern“ doch ausschließlich in und vor den Mauern eines Nonnenklosters. „Ich bin gläubig. Ich glaube an Wunder. Aber mit der Religion habe ich so meine Schwierigkeiten.“ Mit dieser Antwort hatte Wild auch den Konflikt beschrieben, den ihre amüsante Komödie erzählt.

In „Schwestern“ entschließt sich die jüngste Tochter Kathi ins Kloster zu gehen. Diese Entscheidung wollen weder Mutter noch Geschwister akzeptieren, zumindest können sie nicht begreifen. Jesus wird für den Ex-Freund von Kathi, wie er sagt, zum Nebenbuhler. Ihre älteste Schwester Saskia (Maria Schrader) fühlt sich hintergangen. Der Film besticht mit einer Vielzahl an atmosphärisch verdichteten Naturszenen wie Obstgarten oder Klosteranlage. Der thematischen Ausformung fehlt jedoch an manchen Stellen das packende Moment. So verwunderte auch die Frage nach dem Beweggrund für den Film nicht. „Ich wollte diese andere Welt mit filmischen Mitteln erforschen.“

Gedreht wurde in Schwaben, Württemberg und Südtirol und das über Jahre. „Wir hatten alles bis ins Detail vorbereitet, wollten loslegen und dann erkrankte die Hauptdarstellerin. Das war ein Schock.“ Also wurde die Produktion abgebrochen. Vielleicht half ja der Glaube an Wunder, denn Jahre später konnte die gebürtige Augsburgerin Wild ihre Geschichte realisieren. Religionskritische Kinogänger werden „Schwestern“ wahrscheinlich nicht allzu viel abgewinnen können, auch wenn Regisseurin Wild das Thema wichtig ist. „Die Problematik ist realistisch. Vor allem Väter haben mit solch radikalen Entscheidungen ihrer Töchter ein Problem.“ Lässt man die Frage nach der Relevanz außer Acht, wird man sich amüsieren über Szenen einer bürgerlichen Familie von heute, in die immer wieder Augenblicke poetischer Magie eindringen.

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