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Augsburg

13.03.2019

Mit der St.-Anna-Apotheke in die Zukunft

„Wir haben im Studium die Arzneistoffe rauf und runter gelernt und können auch schwierige Fragen beantworten.“Carolin von (.) die Gögginger St. Anna Apotheke in der Bgm.-- Straße übernommen. Gemeinsam mit Apothekenleiterin Claudia will sie die Gögginger mit Beratung, Naturheilkunde und neuen Ideen überzeugen.

Carolin von Fritschen ist die neue Chefin der Gögginger Traditionsapotheke. Mit Beratung und Kundenservice will sie sich dem Onlinehandel entgegenstellen. Warum der Beruf besonders familienfreundlich ist

Die St.-Anna-Apotheke in der Bürgermeister-Aurnhammer-Straße hat eine neue Chefin. Anfang März hat die Augsburger Apothekerin Carolin von Fritschen die Traditionsapotheke von Ulrike Bagger übernommen. Für die Gögginger ändert sich nicht viel – das vertraute Team ist geblieben und auch die große Auswahl an Homöopathie- und Naturheilmitteln wird es weiterhin geben, verspricht die Apothekerin.

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Carolin von Fritschen führt seit 2004 die Nikolaus-Apotheke in Stadtbergen. Mit der Gögginger Filiale hat sie sich ein zweites Standbein geschaffen. „Ich habe mir die Frage gestellt, ob ich als Einzelapotheke dauerhaft bestehen kann“, berichtet sie. Angesichts der Schwierigkeiten vieler kleiner Apotheken habe sie sich zu diesem Schritt entschlossen. Alleine in Göggingen haben im letzten Jahr zwei Apotheken aufgegeben, auch in der Innenstadt mussten Unternehmen schließen, weiß sie. Diesem Trend will sie sich entgegenstellen. Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen haben Apotheken ein Angebot, das sich nicht einfach ins Internet auslagern lässt. Aus diesem Grund mache sie sich auch trotz der Konkurrenz von Onlineapotheken und Amazon keine Sorgen um ihr Geschäft. „Wenn Ihnen am Freitagabend der Insulin-Pen kaputtgeht – was machen Sie dann?“, fragt sie. Für viele Kunden sei die Apothekerin außerdem eine Vertrauensperson. „Ich begleite Patienten durch diverse Phasen ihres Lebens und kenne manche seit der Kindheit“, berichtet von Fritschen.

Im Gespräch können Probleme erkannt werden

„Unsere Mitarbeiter erklären einer älteren Patientin mit Engelsgeduld, wie ihr neues Asthmaspray funktioniert – so lange bis sie es beherrscht. Das kann keine Online-Apotheke leisten.“ Es komme häufig vor, dass erst im Gespräch herauskommt, wie einem Patienten geholfen werden kann. „Husten kann zum Beispiel die Nebenwirkung eines Medikaments sein. Wenn jemand einfach einen Hustenblocker nimmt, ist ihm damit vielleicht überhaupt nicht geholfen“, ist ihre Erfahrung.

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Das sei auch der Grund, warum im Notdienst immer ein ausgebildeter Apotheker bereitsteht. „Wir haben im Studium die Arzneistoffe rauf und runter gelernt und können auch schwierige Fragen beantworten“, so die Apothekerin. Wie häufig der Notdienst anfällt, hängt von der Apothekendichte in der Gegend ab, erklärt von Fritschen. Von Gesetzes wegen müsste jeder Apotheker rund um die Uhr zur Verfügung stehen – allerdings dürfen sich die Apotheken den Dienst teilen. Im Augsburger Stadtgebiet mit seiner hohen Apothekendichte gibt es ihren Worten zufolge 24 Notdienstgruppen mit jeweils drei bis vier Apotheken. „Dadurch haben wir alle 24 Tage Notdienst.“ Auf dem Land müssten manche Apotheker alle fünf bis sieben Tage ran. Dafür, dass sie am Wochenende und in der Nacht für die Patienten da sind, erhalten Apotheker 2,50 Euro pro Kunde.

Die meisten Mitarbeiterinnen arbeiten in Teilzeit

In Göggingen ist Carolin von Fritschen Chefin von acht Mitarbeitern. Das Geschäft führt die Apothekerin Claudia Zuber, von Fritschen wird den größeren Teil der Zeit in Stadtbergen sein. Dort hat sie weitere sechs Mitarbeiter. Bis auf die Fahrer arbeiten in den beiden Apotheken nur Frauen. „Die Apotheke ist eine echte Frauendomäne“, scherzt sie. Schon im Studium seien in ihrem Jahrgang unter 63 angehenden Pharmazeuten nur fünf Männer gewesen. Apotheker sei ein familienkompatibler Beruf, fast alle ihrer Mitarbeiterinnen sind in Teilzeit tätig. Auch von Fritschen hat zwei Söhne, für die sie neben der Arbeit da sein möchte.

Die St.-Anna-Apotheke ist für ihre Spezialisierung auf natürliche Arzneimittel bekannt. Vorgängerin Ulrike Bagger hatte als Fachapothekerin für Naturheilkunde und Homöopathie den Bereich der alternativen Therapiemöglichkeiten ausgebaut. Dieses Angebot soll es weiter geben – auch Bagger wird mit ihrem Fachwissen weiterhin das Team unterstützen, so von Fritschen.

Anstelle den Onlinehandel als Konkurrenz zu fürchten, nutzt von Fritschen ihn lieber als weiteren Vertriebsweg. Sie hat sich dem Einkaufsverbund „Linda-Apotheke“ (www.linda.de) angeschlossen. Dort kann man Medikamente online bestellen und sogar sein Rezept abfotografieren und online einreichen. Die Bestellung geht dann an eine der angeschlossenen Apotheken, wo man sie abholen oder sich liefern lassen kann.

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