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Augsburg

15.09.2019

Mit diesen Köpfen will die Linkspartei in den Stadtrat einziehen

Frederik Hintermayr ist Oberbürgermeisterkandidat der Linkspartei. Der 27-Jährige ist schon länger politisch aktiv.
Bild: Silvio Wyszengrad

Der bisherige Augsburger Linken-Stadtrat Otto Hutter hört auf. Wie die Partei bei der Kommunalwahl jetzt mit neuen Gesichtern punkten will.

Mit neuen Gesichtern zieht die Linkspartei in Augsburg in den Wahlkampf für die Stadtratswahl im März kommenden Jahres. Bei einer Versammlung am Samstag wählten die Parteimitglieder die Bewerber für die 60-köpfige Liste. Der bisherige Linken-Stadtrat Otto Hutter steht nicht auf dem Wahlvorschlag. Er hat seinen Rückzug aus der Kommunalpolitik angekündigt. Angeführt wird die Liste von Frederik Hintermayr, 27, der gleichzeitig auch der Kandidat der Linken für die Oberbürgermeister-Wahl ist.

Hintermayr zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis der Wahlversammlung. Die Kandidatenliste sei "bunt und vielseitig". Die Kandidaten stünden auch für die Schwerpunktthemen, mit denen die Partei punkten wolle - dazu zählen unter anderem ein kostenloser Nahverkehr, Sozial- und Kulturpolitik sowie Migration. Frauen und Männer sind auf der Liste der Linken nahezu gleichmäßig vertreten. Es gibt 32 Kandidaten und 28 Kandidatinnen. Die Plätze zwei und drei werden von Frauen belegt - von der Verlagsangestellten Christine Wilholm und Rebecca Lindner, 26, die im Kulturbereich tätig ist. Rebecca Lindner sitzt bereits im Kulturbeirat der Stadt. Sie sagte bei der Versammlung: „Die freie Kulturszene braucht dringend eine Stimme im Stadtrat. Diese muss laut und deutlich sein!"

Ein Gewerkschafter, der mit vielen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht hat

Auf Listenplatz vier steht ein Mann, dessen Gesicht viele Augsburger kennen dürften. Tim Lubecki, 46, arbeitet in Augsburg für die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Er hat die relativ kleine Gewerkschaft mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen in den vergangenen Jahren bekannt gemacht.

Tim Lubecki

Unter anderem ging es dabei um Arbeitsbedingungen bei der Fast-Food-Kette Burger King und um den Kampf der Angestellten der insolventen Großbäckerei Lechbäck in Gersthofen. Neben Wirtschafts- und Sozialthemen will sich Lubecki auch mit Fragen der Mobilität beschäftigen. Dazu gehören der Einsatz für eine autofreie Innenstadt und einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr.

Auf den weiteren Listenplätzen folgen Anke Diron, 52, deren Schwerpunkte die Themen Inklusion und der demographische Wandel sind, und Cengiz Tuncer, 49, der sich mit Integration befassen will.

Auch ein Gesicht der Klima-Bewegung "Fridays for Future" ist bei den Linken vertreten. Johanna Schulz, 24, die sich bei "Fridays for Future" engagiert, steht auf Platz sieben. Sie ist zudem in einem Bündnis aktiv, das die Proteste gegen den AfD-Bundesparteitag in Augsburg maßgeblich mit organisiert hat. Auf Platz acht kandidiert der ehemalige Kreischef der Piratenpartei und Ex-Bezirksrat Fritz Effenberger, 59.

Aktuell hat die Linke nur einen Vertreter im Augsburger Stadtrat

Bei der Linkspartei setzte man darauf, im neuen Stadtrat eine eigene Fraktion bilden zu können. Dazu müssten vier Kandidaten den Einzug in das Stadtparlament schaffen. Bei der vergangenen Wahl eroberte die Partei zwei Sitze. Nachdem Alexander Süßmair nach interen Querelen im Jahr 2017 die Partei verlassen hat und nun als Parteiloser dem Stadtrat angehört, sind die Linken gegenwärtig nur mit Otto Hutter vertreten. Dass sich Otto Hutter zurückziehe, bedauere er, sagt Spitzenkandidat Frederik Hintermayr. Es freue ihn aber, dass Hutter aktiv bleibe und die Linke im Wahlkampf unterstützen werde.

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