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Augsburg

05.08.2019

Mit einer Flatrate lassen sich künftig Tram und Carsharing nutzen

Mit einem neuen Angebot wollen die Stadtwerke unter anderem Carsharing und Nahverkehr auch preislich verknüpfen.
Bild: Annette Zoepf

Plus Die Stadtwerke starten ein Pilotprojekt: Kunden können mit einer Pauschale für Nahverkehr, Carsharing und Leihräder zahlen. Wie das funktioniert.

Mit einem neuen Verkehrskonzept übernehmen die Stadtwerke (SWA) Augsburg nach eigenen Angaben eine Vorreiterrolle in Deutschland: Ab 1. November bündeln sie ihre Verkehrsangebote und bieten eine sogenannte Mobilitätsflatrate an. Kunden können dann sowohl Bus und Tram nutzen, sich aber zusätzlich ein Auto ausleihen (Carsharing) und ein Rad mieten. Das Ganze gibt es zu zwei unterschiedlichen Tarifen, die wegen des Carsharings nötig sind.

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Wer häufig mit einem Auto der Stadtwerke unterwegs ist, muss mehr bezahlen. Der Preis für die Tarife steht noch nicht fest. Mitte September soll der Verkauf beginnen. Im Vorjahr hatten die Stadtwerke einen Testlauf mit 50 teilnehmenden Personen gemacht. Die Teilnehmer zahlten damals 75 Euro im Monat. Dieser Preis kann als Orientierungsgröße dienen.

Mobilitätsflatrate in Augsburg: Es gab einen Testlauf

Der Sprecher der Stadtwerke, Jürgen Fergg, sagt: „Das Angebot im Testlauf wurde durchweg gut angenommen.“ Nach dieser positiven Erfahrung habe die Geschäftsführung entschieden, die Mobilitätspauschale einzuführen. Sie ist nicht auf eine bestimmte Nutzerzahl begrenzt. Wer den Pauschaltarif der SWA nutzen will, sollte allerdings digital gut ausgestattet sein: Die Buchung von Autos und Rädern erfolgt über eine Online-Plattform und eine Anwendung (App) fürs Handy.

Intern haben sich die Stadtwerke darauf verständigt, welche Angebote die Flatrate beinhaltet. Ein MobilAbo Innenraum für Bus und Tram gehört dazu. Beim Carsharing sind es Kontingente an Zeit und Kilometern. Feinheit am Rande: Die zusätzlichen Elektroautos, die neuerdings zum Carsharingangebot zählen, fallen auch darunter. Bei diesen Fahrzeugen ist es so, dass sie überall im Stadtgebiet abgestellt werden dürfen. Beim normalen Carsharing muss das gemietete Fahrzeug wieder zum Ausgangspunkt zurückgebracht werden. Kostenlos ist zudem die Nutzung des SWA-Rades.

Lesen Sie auch: Fünf Gründe, warum die Tarifreform im Augsburger Nahverkehr kaum zu retten ist

Wie gut das Angebot jetzt angenommen wird, lässt sich schwer vorhersagen. Vergleichbare Zahlen aus anderen Städten gibt es nicht, da Augsburg den Startschuss für das Produkt macht. Fergg erläutert, warum das Tarifangebot überhaupt zum Zug kommen könne: „Wir bieten Nahverkehr, Carsharing und Rad aus einer Hand an, da wir die einzelnen Systeme selbst betreiben.“

Das ist das Ziel der Augsburger Mobilitätsflatrate

Ab Mitte September werde mit dem Verkauf gestartet, wobei der erste Nutzungsmonat dann der November ist. Hinter der Mobilitätsflatrate steckt laut Fergg ein Verkehrskonzept, das auf den Umweltschutz eingehe: „Ziel ist, Mobilität in allen Variationen jenseits des eigenen Autos anzubieten und zu fördern. Das eigene Auto ist heute bei vielen, vor allem auch jungen Menschen nicht mehr das Nonplusultra der Mobilität.“ Es gehe darum, flexibel mit dem Verkehrsmittel ans Ziel zu kommen, das jemand für seinen Zweck brauche. Es gehe ferner um Luftreinhaltung und Schonung von Ressourcen.

Noch nicht eingebunden ins neue Angebot sind E-Scooter, also die kleinen Elektroroller. Sie werden bislang nur vom skandinavischen Unternehmen Voi in Augsburg angeboten. Die Stadtwerke prüfen gegenwärtig, ob sie auch in dieses Geschäft einsteigen wollen. „Wir sind an dem Thema dran, wollen aber zunächst die Entwicklung beobachten, wenn die erste Euphorie vorbei ist“, sagt Fergg.

7000 Carsharing-Fahrten in Augsburg

Wie sich das neue Geschäftsmodell finanziell auswirkt, bleibe abzuwarten. Bekannt ist, dass das Verkehrsgeschäft ein teures Draufzahlgeschäft ist. Das jährliche Defizit im Verkehrsbereich liegt bei mehr als 40 Millionen Euro. Um die zahlenmäßige Dimension von Carsharing und Leihräder einzuordnen, verweist Fergg auf die Zahl von zuletzt 67 Millionen Fahrgästen im Stadtgebiet Augsburg, die Bus und Tram im Jahr nutzen: „Bei aktuell 176 Autos im Carsharing haben wir 7000 Fahrten monatlich. Das ist schon sehr viel. Bei 150 Rädern sind es rund 1600 Ausleihen im Monat. Das könnten mehr sein.“

Lesen Sie dazu den Kommentar: Stadtwerke: Der Energiesektor muss die Bilanz retten

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05.08.2019

Mich würde mal die Gesamtrechnung interessieren?
Was kostet der öffentliche Nahverkehr in Augsburg gesamt?
Die Betrachtung dürfte heute - ökologisch (wie bei der Diskussion um die Tarifreform angesprochen) - eine andere sein?
Wieviel kann eingespart werden, wenn man den öffentlichen Nahverkehr kostenlos anbietet? Der Umstieg vom persönlichen Verkehrsmittel in der Stadt würde plötzlich so attraktiv, dass es fast alternativlos ist nur den ÖPNV zu nutzen?
- Kein Ticketverkauf incl. Verwaltung Beschaffung etc. - wie viele Arbeitskräfte können eingespart werden?
- Keine Kontrollen mit all dem Verwaltungsaufwand und Juristereien?
- Keine Kosten für Beschaffung und Wartung von Ticketautomaten und Tarifverwaltung, Anzeigetafeln etc.
- Wie kann man die Einsparung durch die Verringerung der Umweltbelastung berechnen - bei den Schadensrechnungen ist man immer flott dabei?
- Was kann im Straßenbau eingespart werden?

Dazu gehört natürlich die zügige Freisetzung (oder produktive Verwendung) des davon betroffenen Personals!
Man kann nicht eine (evtl. unnötige) Beschäftigung von Mitarbeitern den Kosten des ÖPNV zurechnen - will man diese Variante mal betrachten.

Noch günstiger wird es, wenn man zügig das autonome Fahren der Busse und Bahnen umsetzt.
Es gilt nur noch die zuverlässige Funktion der Verkehrsmittel sicher zu stellen, was heute schon ein bestehender Faktor ist.

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