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Augsburg

15.06.2017

Modular 2017: Diese Bands sollten Sie nicht verpassen

Das Modular-Festival findet das letzte Mal in und an der Kongresshalle statt.
Bild: Miriam Zissler (Archiv)

Am heutigen Donnerstag startet das Modular-Festival. Ihnen sagen viele Bands nichts? Kein Problem. Wir verraten, wen Sie sehen und vor allem hören sollten.

Empfehlungen für Donnerstag:

Wir starten mit einer der noch jungen Bands, die in den vergangenen Monaten den Staub von der Marke „Augsburg Popcity“ geblasen haben: Zimt. Schlagzeug, Keyboard, Bass und die Stimmen der Frontfrauen, schon hat man den rumpelnden Neue-Deutsche-Welle-Pop, der so charmant ist, weil er immer ein bisschen unperfekt wirkt. (Den gesamten Timetable findet ihr hier)

Wütend und gegen den Strich gebürstet geht es weiter mit der jungen Kölner Band Sparkling: Nach London ausgewandert und mit reinstem britischem Akzent auf Deutschlands Bühnen zurückgekehrt, packen die drei Schwarzgekleideten all ihre Enttäuschung über die eigene Generation und das vermeintliche Paradies Erde in zackige Post-Punk-Zwei-Minüter.

Impala Ray ist ein angenehm entspanntes Kontrastprogramm. „Geschmeidig“ ist das Lieblingswort des langhaarigen Münchners und seiner vielen Musikantenfreunde. BayFolk nennt Ray seine Musik. Das passt in zweierlei Hinsicht, erstens steht Bay für Bayern und zweitens für die Bay Area in San Francisco, dem Ursprungsort der Hippiemusik.

Zum Höhepunkt des ersten Festivalabends betritt die potenzierte Kraft des deutschen Liedermachertums die Bühne: Die höchste Eisenbahn, bestehend aus Francesco Wilking, dem lakonischen Sänger der Band Tele und dem Berliner Songschreiber Moritz Krämer. Am Schlagzeug sitzt Max Schröder (Tomte, Olli Schulz und der Hund Marie). „Ich war erst dreimal verliebt“, singen sie, untermalt vom Klavier. Viele Festivalgänger dürften an diesem Abend auch ihr Herz verlieren.

Empfehlungen für Freitag:

Wie könnte man besser in einen freien Nachmittag starten als mit entspannter Musik und einem Getränk auf der Terrasse? Genau. Deshalb ist ein Besuch auf eben dieser sehr empfehlenswert, egal an welchem Festivaltag. Am Freitag geht es los mit Diskomusik von Benchmark, zum Abend hin wird es dann technoider mit David Gold und Dominik Marz.

Eins der aufregendsten Augsburger Musikprojekte ist Das Ding ausm Sumpf, kurz DAS DAS. Hinter dem kryptischen Namen steckt der Augsburger Franz Brenninger - ein aufmerksamer Beobachter des Alltags, meist messerscharf treffend in seinen Worten und immer poetisch, die Reime untermalt von seiner funkigen Band. (künftig sollen mehr regionale Bands beim Modular spielen)

Auf der Bühne am Turm spielt zum Hauptabendprogramm Megaloh: Der Rapper aus Berlin legt sein ganzes Herzblut in seine Texte. So mutet sein aktuelles Album "Regenmacher" an manchen Stellen wie ein öffentliches Tagebuch an. Das wahre Leben, Familie, Freundschaft und Liebe sind dabei seine Themen - aber auch Rassismus, Flüchtlingspolitik und Integration. Dazwischen gibt es immer wieder einen Song mit derben Beats, bei dem er, Hip-Hop typisch, auf dicke Hose macht.

Die Hamburger Band Fotos bewegt sich inzwischen auf deutlich experimentierfreudigeren Pfaden. Mit dem eben erst erschienenen Album „Kids“ hat die Formation um den Augsburger Sänger Tom Hessler nach sechs Jahren Pause jede Festlegung auf ein Genre hinter sich gelassen: Die Musik ist eine homogene Mischung aus Krautrock, Shoegaze und Synthesizern, die Refrains bohren sich in die Erinnerung. Garantiert auch, wenn die Band die Bühne längst verlassen hat.

Empfehlungen für Samstag:

Am letzten Festivaltag besteht die Gefahr, dass man sich schon am späten Nachmittag die Seele aus dem Leib tanzt und erschöpft ins plattgetretene Gras vor der Bühne sinkt. Schuld ist Fräulein Brecheisen aus Augsburg. Mit viel Lippenstift und Kleidchen verausgabt man sich auch auf der Bühne zum selbst fabrizierten Diskofunk und nur eins lässt sich vorhersagen: Diese Show wird unberechenbar.

Weitere Lokalhelden sind die Herren von Endlich Blüte. Manche sprechen auch von den jungen Tocotronic, ergänzt mit der Melancholie der 80er-Jahre Band The Smiths. Wenn alles mit rechten Dingen zugeht, darf man für die Zukunft dieser Band viel erwarten.

Wild feiern oder gemütlich chillen auf dem Modular 2016. Das Festival in Bildern.
36 Bilder
Modular 2016 in Bildern: Wild feiern und gemütlich chillen
Bild: Annette Zoepf

Maeckes muss man gar nicht mehr empfehlen, gerade in der Altersklasse um die 20 kennt den Rapper jeder. Dass er kein Gangster ist, sieht man schon am Cover seines Albums „TILT“. Darauf hält er sich eine blaue Blume ans Herz, das Symbol der Romantiker. Er wirft auch nicht mit Schimpfwörtern um sich, sondern hinterfragt die Welt in einem angenehm dahin fließenden Plauderton.

Kakkmaddafakka ist norwegisch für „Partytiere“. Und in genau die verwandelt sich das Sextett aus Bergen mit dem ersten Ton auf der Bühne. Auf ihrem neuen Album präsentieren sie sich zwar weniger ungestüm als vielmehr etwas melancholisch und einfühlsam, doch diese Mischung aus Alt und Neu macht Kakkmaddafakka aufregend für Neulinge und Fans der ersten Stunde.   

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