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Gala

11.12.2012

Musikalische Wohltaten

Solistin Judith Müller mit dem Augsburger Ärzteorchester.
Bild: Fred Schöllhorn

Augsburger Ärzteorchester bot im Parktheater Vertrautes und Überraschendes

Es gab sogar eine Warteliste – die traditionelle Weihnachtsgala des Ärzteorchesters hatte im ausverkauften Parktheater wieder großen Zuspruch. 25000 Euro, davon 17500 vom Lions-Club Neuburg, brachte das Benefizkonzert ein, dessen Erlös auf sechs soziale Einrichtungen verteilt wird. Doch wer im musikalischen Bereich erfolgreich wohltätig sein will, muss Qualität bieten; das Orchester wird besonders im Bläserbereich durch Profis ergänzt. Sie kommen gern, was für das Amateurensemble unter der Leitung von Christian Echl spricht.

Die Gala bot eine Mischung aus vertrauten Klängen und Überraschungen. Nach Mozarts Titus-Ouvertüre und Dvoˇráks ebenso frisch gespieltem Furiant präsentierten die „Ärzte“ zwei Solisten der Augsburger Philharmoniker mit Raritäten. Die Traviata-Fantasie von Giulio Briccialdi ist ein Streifzug durch Verdis Oper, in dem Violettas tragisch-schöne Momente und die Hoffeste aufleuchten. Judith Müller spielte geschmeidig und präzis – das Potpourri atmete. Wie Briccialdi war Jean-Delphin Alard ein berühmter Virtuose des 19. Jahrhunderts – als Geiger. Seine Fantasie über Gounods Faust fordert der Violine alles ab.

Agnes Malich ließ die süßen Romanzen (Margarethe, Siebel) ebenso blühen wie den berühmten Walzer, schleuderte die wahrhaft „mephistophelischen“ Virtuositäten à la Paganini vehement aus. Christian Echl hatte den Klavierpart zum fein abgestuften Orchesterarrangement erweitert, das zusätzlich Farbe einspeiste.

Zwischen den Fantasien beruhigte Händels „Largo“ (Solist: Wolfgang Tressel, Violine), unsterblicher Händel war auch mit „Tochter Zion“ zu hören. Als Höhepunkt erklang die Pastoralmesse G-Dur des einstigen Augsburger Domkapellmeisters Karl Kempter (1819–1871). Dieses Werk, das man sonst eher in eisigen Kirchen mit klammen Amateur-Geiger-Fingern hört, formte Echl mit dem Chor „Vox Augusta“ und dem Orchester mit perfekt-noblem Ton. Auf der Basis einfacher Harmonik und pastoral-hirtenhafter Couleur zauberte der Schwabe nicht ohne Raffinement wunderschöne Romantik mit schon leichten Bruckner-Anmutungen.

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