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22.07.2010

Mysterien unterm Abendhimmel

Vor der Volksschule Firnhaberau füllten sich die Sitzplätze zum "Jedermann". Auch Zaungäste fanden sich ein. Fotos: Plössel
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Vor der Volksschule Firnhaberau füllten sich die Sitzplätze zum "Jedermann". Auch Zaungäste fanden sich ein. Fotos: Plössel

Firnhaberau Mit rund 80 Aktiven auf und hinter der Bühne lieferte Regisseur Rainer Lechner von den "Theaterleut'" des TSV Firnhaber-au seine bislang größte und herausragendste Inszenierung ab. Passend zu den Zeichen der Zeit ging es unter freiem Himmel vor der Volksschule Firnhaberau um den schnöden Mammon - das Raffen und Sich-Gut-dabei-fühlen. Der bayerische "Jedermann" verkörperte das Mysterium, dass sich ein noch so reicher Mensch auch vom Tod nicht freikaufen kann.

Zum 90. Jubiläum der Siedlungsgenossenschaft Firnhaberau erinnerte das Stück an die Bescheidenheit der Gründerväter des Stadtteils, die, würden sie die Firnhaberau heute sehen, stolz wären auf Erreichtes. Rainer Beyer, Chef der Genossenschaft, lobte in seiner Begrüßung der rund 350 Zuschauer die "tollen Häuser und schönen Gärten". Doch wollte er nicht "schwadronieren". Mit den Worten "lieber ein Onkel mit Geschenken, als eine Tante, die Klavier spielt", übergab er Rainer Lechner ein schwer aussehendes Bündel. Der darin verpackte Schauspielführer sollte bei der Vorbereitung auf das 100. Jubiläum dienlich sein. Mit Beyers Abgang konnte das Spiel beginnen, das Luca Perocco im feinen bayerischen Zwirn hauptsächlich bestritt.

Bei beginnender Dunkelheit

Zuvor hatte TSV-Präsident Alfred Sahl eine Schar von Gästen begrüßt, unter der sich auch Bürgermeister Peter Grab als Vertreter des Projekts KuSpo und der Pfarrer von St. Franziskus, Anton Schmid, befanden. Stadträte und Ex-Stadträte - darunter Gerhard Willadt - ließen sich die exklusive Aufführung, die bei einbrechender Dunkelheit beginnen sollte, nicht entgehen. Und schon offenbarte der "Jedermann" seinen Charakter, als er den um Almosen bettelnden Alten abwies, seinen Koch mit einem bayerischen "host mi" anwies, seinen Gästen nichts "Zamklaubtes" aufzutischen und sich einredet, "gerne zu geben, solange es im Rahmen bleibt".

Mysterien unterm Abendhimmel

Glockengeläut und Stimmen aus dem Off kündigen das nahende Sterben an. Niemand auf der Bühne außer dem "Jedermann" kann sie hören, sodass der Protagonist trotz seines Reichtums immer einsamer wird. Die fromme Mutter rät ihrem Sohn, die "Wollust in ein Sakrament" umzuwandeln und zu heiraten. Doch der ist nach wie vor der Meinung: "Übers Geld geht heut' nichts." Verlassen von allen, die er für Freunde hielt, lässt sich der "Jedermann" schließlich doch noch zum Glauben bekehren.

Niemand - weder Knecht noch Vetter - will mit ihm gehen, wenn er seine letzte Reise antritt. Der Teufel, der ihn auf seine Seite zu ziehen versucht, scheitert. Sein Abgang ist typisch bayerisch und wird begleitet von den Worten: "Leckt's mi am Orsch". I Bilder im Internet

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